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Umwelt Journal 2020-1

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UMWELT JOURNAL 1/2020 (veröffentlicht: 31.01.2020) Themen: Kreislaufwirtschaft, IFAT 2020, Energiesparmesse Wels, Bauen & Energie Wien, E-world Essen, Regierungsprogramm Österreich - Umwelt, Living Standards Award 2020, Abfallentsorgung, Gasturbinen, Bibliothek, Personalia, Seminare.

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UMWELTjournal 1/2020 | S26 Jenbacher stattet Kohlekraftwerk mit 20 flexiblen Gasmotoren aus Knowhow aus Österreich für Deutschland: Jenbacher wickelt Auftrag über die Lieferung von 20 Gasmotoren logistisch einwandfrei ab. Damit konnten die Stadtwerke Kiel ein bisheriges Kohlekraftwerk umrüsten und zum Vorzeigeobjekt gestalten. TEXT: CHRISTIAN VAVRA Herausforderung. Fahren konnten die Transporter aufgrund der Vorgaben nur während der Nacht, immer eskortiert von Polizei, Straßensperren inklusive. Sieben Wochen hat die Überstellung der Gasmotoren gedauert, jeder so groß wie ein einstöckiges Einfamilienhaus und rund 4,5 Millionen Euro teuer. © Stadtwerke Kiel AG Seit knapp zwei Monaten produzieren sie nun Strom und Wärme für die Stadt, die etwas kleiner ist als Graz. Wegen des flexiblen und innovativen Ansatzes könnte sich das Küstenkraftwerk zu einer Art Pilgerstätte für die Energiebranche entwickeln wird. Abordnungen von anderen Stadtwerken seien bereits da gewesen, heißt es in Kiel. Es war nicht nur technisch, sondern auch logistisch etwas mehr als nur Anspruchvolles, das die Mitarbeiter von Jenbacher in der wechselvollen Geschichte des Unternehmens zu stemmen hatten. Ein Großauftrag aus dem hohen Norden Deutschlands stand ins Haus. Genauer gesagt, wollten die Stadtwerke in Kiel in einem ehemaligen Kohlekraftwerk 20 Gasmotoren der neuesten Generation und äußerst flexibel einsetzbar, geliefert haben. Die Motoren können mit Erdgas und alternativ auch mit Biomethan betrieben werden. Logistische Herausforderung Gut 1.000 Kilometer Entfernung liegen zwischen dem Tiroler Ort Jenbach bis in die Landeshauptstadt Schleswig-Holsteins. Die Schwertransporter, die in Summe fast 4000 Tonnen an die Kieler Förde zu überstellen hatten, machten aufgrund zahlreicher notwendiger Umwege etliche Kilometer mehr. Naturgemäß war auch die Logistik eune „Dieser Bau war die größte Investition in der Geschichte der Stadtwerke Kiel. Es hat uns alle gefordert und viel Kraft, Zeit und Energie gekostet. Jetzt ist die Zukunft der Energieversorgung in Kiel Realität und wir blicken voller Stolz auf unser Küstenkraftwerk“, freut sich Frank Meier, Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke Kiel AG (im Bild 2. v. li.). 70 Prozent CO ² eingespart Die deutsche Bundesregierung hat einen umfassenden Plan zur Reduktion der CO ² -Emissionen des gesamten Energiesektors auf den Weg gebracht. Zwei wesentliche Säulen des Plans der Regierung für einen saubereren Energiesektor sind die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energie und die Schließung von Kohlekraftwerken. Durch die umweltschonenden Eigenschaften des Energieträgers Erdgas wird die neue Anlage über 70 Prozent weniger Kohlendioxid ausstoßen als das einstige, kohlebasierte Gemeinschaftskraftwerk. „Das Küstenkraftwerk spart gegenüber dem Vor-

© Stadtwerke Kiel AG Das Küstenkraftwerk der Stadtwerke Kiel gängerkraftwerk jährlich rund 1.000.000 Tonnen CO ² ein. Das bedeutet den Kohlendioxid-Ausstoß von umgerechnet 500.000 Autos. Ein erheblicher Beitrag für das Klima in Kiel“, rechnet Meier vor. Grundlage für die Wirtschaftlichkeit des Kraftwerks ist die Kraft-Wärme-Kopplung. Sie trägt zu einem hohen Wirkungsgrad bei: 45 Prozent thermisch und 45 Prozent elektrisch, sowie einer effizienten Primärenergienutzung von mehr als 92 Prozent. gekostet hat, nämlich statt mit Gas auch mit Überschussstrom betrieben werden. Dafür wurde eigens ein Elektrodenkessel, vergleichbar einem Heizstab im Wasser, in den Fernwärmekreislauf integriert. Steht an der Börse besonders günstiger Solar- oder Windstrom zur Verfügung, wird das Wasser über den Elektrodenkessel erhitzt. Sollte hingegen besonders günstiges Gas zur Verfügung stehen, wird das Wasser über die Abwärme der Gasmotoren aufgewärmt. Für die Stromerzeugung treiben die 20 Gasmotoren Generatoren an, mit deren heißen Abgasen gleichzeitig Wasser für das Fernwärmenetz von Kiel erhitzt wird. Jeder Gasmotor verfügt über eine Leistung von knapp zehn Megawatt (MW), das entspricht fast 13.000 PS. Wiewohl im Betrieb laut wie ein Düsenjet beim Starten, sind die Motoren zu jeweils fünft in einem Maschinenraum untergebracht, aber natürlich sehr gut abgeschirmt damit außerhalb der Kraftwerksmauern kaum zu hören. Darüber hinaus bietet das Kraftwerk weitere Vorteile, etwa dann, wenn die vielen Windräder und Solaranlagen in Deutschlands nördlichstem Bundesland mehr Strom erzeugten als benötigt. Dann kann das Kraftwerk, das in der Errichtung knapp 290 Millionen Euro Über mangelnde Aufträge kann der Gasmotorenspezialist mit Sitz in Jenbach momentan nicht klagen. Das Unternehmen, das ursprünglich Jenbacher Werke hieß, nach der Übernahme durch General Electric zu GE Jenbacher mutierte und mit Übernahme durch den Investmentfonds Advent 2018 den Namen Innio erhielt, sucht nach wie vor Mitarbeiter, sagte Unternehmenschef Carlos Lange. Seit dem vierten Quartal 2019 sei ein deutlicher Anstieg der Nachfrage zu beobachten. Dabei dürfte der paktierte Ausstieg aus Kernkraft und Kohle in Deutschland eine nicht unwesentliche Rolle spielen. Aus dem gleichen Grund fanden auch protestierende Umweltaktivisten gegen das Gaskraftwerk wenig Widerhall – hieße die Alternative doch, weiter Kohle einzusetzen. ©INNIO CARLOS LANGE PRESIDENT INNIO

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