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RETAIL 2021-Q2

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RETAIL MAGAZIN | HANDELSVERBAND

ZUKUNFT QUANTICS

ZUKUNFT QUANTICS www.quantics.io Probe. Geschäftsführer Gernot Glasl und Projektleiterin Natascha Mark ermöglichen mit ihrem Angebot effizientes Sampling. SAMPLINGBOX www.sampling.at „Probieren weckt die Lust zum Kauf“, schrieb der griechische Dichter Euripides schon etwa 400 Jahre vor unserer Zeitrechnung. Weil aber das Umfeld, in dem man die Kauflust durch Proben wecken kann, heute wesentlich komplexer ist, konzentriert sich die Sampling GmbH auf möglichst schlaue Möglichkeiten, auf den Geschmack eines Produktes zu kommen: „Unter SmartSampling verstehen wir Sampling ohne Streuverlust, mit Cost-Sharing und Marktforschung“, erklärt Geschäftsführer Gernot Glasl. Das Unternehmen verfügt über mehr als 17.000 angemeldete Nutzer, von denen monatlich 500 Haushalte Sampling- Boxen und 5.000 das Samplingmagazin erhalten. In der SamplingBox werden bis zu acht Produkte mehrerer Unternehmen verschickt und so Kosten geteilt. Die Testpersonen, die bereits bei der Anmeldung Informationen über sich, Präferenzen und Gewohnheiten angegeben haben, werden im Anschluss zu den Produkten befragt und die Auftraggeber mit einer detaillierten Analyse und Feedback versorgt. Neben unterschiedlichen Boxgrößen sind Tests im Umfeld von speziellen Themen und Sonderformen wie etwa dem Versand von gekühlten Gütern möglich. Darüber hinaus werden die SamplingBoxen über Social Media und einen eigenen Webshop vermarktet: „Unser Serviceangebot reicht von der Abwicklung der gesamten Testung mit Auswertung des Feedbacks und der Erstellung von Präsentationen bis hin zur Abwicklung von Promotions und Gewinnspielen“, sagt Gernot Glasl. Traditionelle Methoden zur Vorher sage von beispielsweise Absatzmengen können in einem dynamischen Markt umfeld kaum noch verlässliche Erkenntnisse liefern. Davor warnt Quantics, ein heimisches Startup, das sich zum Ziel gesetzt hat, allen Unternehmen die Nutzung KI-gestützter Prognosen zu ermöglichen: „Unsere Lösung entscheidet selbst und stellt für jeden einzelnen SKU ein individuelles Prognosemodell zusammen, sodass am Ende signifikant bessere Prognoseergebnisse möglich werden. Hinzu kommt, dass interne sowie externe Daten berücksichtigt werden und keine Data-Science-Kenntnisse für die Anwendung notwendig sind“, erklärt Vladyslav Vasylevskyy, Mitgründer von Quantics. Für aussagekräftige Prognosen sollten Daten über einen Zeitraum von mindestens zwei Jahren vorhanden sein. „Der Return on Investment von Quantics liegt in der Regel bei zehn. Wenn Sie also 30.000 Euro in unsere Lösung investieren, bekommen Sie etwa 300.000 Euro wieder heraus“, sagt Vasylevskyy. Doch treffsichere Prognosen sind für ihn und seine Kollegen nicht nur eine Frage des Geldes: „KI trägt wesentlich zu mehr Nachhaltigkeit bei. Denn ungenaue Prognosen führen zu einer unglaublichen Verschwendung, weil teilweise viel zu viel produziert wird. Wir wollen nicht nur Kosten senken, sondern auch Ressourcen verschwendung entgegenwirken“, erklärt Vasylevskyy. » Wir wollen nicht nur Kosten reduzieren, sondern auch die Verschwendung von Ressourcen. Wegen ungenauer Prognosen wird teilweise viel zu viel produziert. « Vladyslav Vasylevskyy Quantics Zugang. Die Gründer von Quantics wollen mit ihrem Know-how jedem Unternehmen die Vorteile von KI zugänglich machen. Fotos / xxxxxxxxxxxxxxxxx Fotos / beigestellt 60 / Q2/2021

AKTUELL GEMEINSAMER SCHULTERSCHLUSS FÜR EINEN STARKEN WIRTSCHAFTSSTANDORT Digitalisierung, Ökologisierung und Regionalität – auf diese drei Kernthemen konzentrieren sich die Bestrebungen der österreichischen Bundesregierung, um die heimische Wirtschaft bis 2040 in die globale Führungsriege aufsteigen zu lassen. Der Handelsverband unterstützt das Vorhaben. Text / Gerald Kühberger Foto / Picturedesk Die von der Bundesregierung vorgestellte Standortstrategie 2040 hat zum Ziel, Österreich in den kommenden zwei Jahrzehnten zu einem der global führenden Wirtschaftsstandorte zu machen. Damit das gelingt, braucht es einen bundesweiten, branchenübergreifenden Schulterschluss. Das Selbstlob muss dem kritischen Blick auf verkrustete, überholte Strukturen weichen und in entschlossenes Handeln münden, um den Bürokratiedschungel zu lichten und den Faktor Arbeit zu entlasten. Mit den sieben Fokusthemen Technologieführerschaft, Digitalisierung, Ausbau digitaler Geschäftsmodelle & Services, Energie- & Mobilitätswende, Green Tech & Green Materials, Life Science & Biotech sowie Lebensqualität, Kreativität & Kunst plant die Regierung, Österreich bis 2040 in die globale Poleposition zu bringen. Der heimische Handel steht mit den politischen Entscheidungsträgern in laufendem Austausch, welche Maßnahmen zu setzen sind. Hierfür hat der Handelsverband der Regierungsspitze bereits die Ergebnisse einer groß angelegten Händlerbefragung übermittelt. Die HV-Empfehlungen umfassen sowohl kurzfristig umsetzbare Maßnahmen („quick wins“) wie die Abschaffung der Mietvertragsgebühr, einen Beteiligungsfreibetrag für Investoren, eine Neuauflage der Corona-Prämie („Comeback-Prämie“) oder die Umsetzung der nächsten Stufen der paktierten Steuerreform, um den Kaufkraft-Turbo zu zünden. Darüber hinaus sind auch langfristige Herausforderungen („grand challenges“) auf der Wunschliste der österreichischen Händler, etwa eine signifikante Senkung der Lohnnebenkosten, um wettbewerbsfähiger zu werden, bes- Masterplan. Ergebnisse aus einer Händlerbefragung sollen dazu beitragen, Österreich zu einem innovativen Wirtschaftsstandort zu machen. sere Kinderbetreuungsmöglichkeiten, um Schlüsselarbeitskräfte freizuspielen, die Senkung der Körperschaftsteuer und die Schaffung von Steuergerechtigkeit gegenüber internationalen Konzernen ohne Wertschöpfung in Österreich. Viele Forderungen, beispielsweise die Ausbildung zum E-Commerce-Fachwirt, sind auch im AID-Modell – dem Corona- Master plan des Handelsverbands – enthalten. (Mehr dazu auf www.handelsverband.at/AID.) „Wir wollen einen innovativen Handels standort, der digitale Geschäftsmodelle mit qualifizierten Arbeitskräften verbindet, um gemeinsam die Chancen der drei Megatrends Digitali sierung, Ökologisierung und Regionalität zu heben. Dafür müssen wir künstliche und menschliche Intelligenz effektiv und ressourcenschonend nutzen können“, ist Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will überzeugt. Die Händler bekennen sich überdies zu den nachhaltigen Entwicklungszielen (SDGs) der Vereinten Nationen, denn Handel bildet nicht nur die Basis der Zwischenmenschlichkeit, sondern ist auch essenziell, um jedes einzelne Nachhaltigkeitsziel zu erreichen. Internationale Wettbewerbsfairness und das konsequente Durchforsten lähmender nationaler Hindernisse müssen ebenso im Fokus stehen. Nur so weichen folgenlose Sonntagsreden substanziellen Brücken in die Zukunft. Am besten durch eine Standortstrategie 2040 mit gesetzlich verankerter Wirkung. / Q2/2021 61

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