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— auslage „Die Praktiken sind nicht immer ganz fair“ Interview. Die Europäische Union plant Regeln für Internetplattformen. Damit sollen kleinere Unternehmen geschützt werden – Händler ebenso wie Hotels oder App-Entwickler. „retail“: Die Europäische Kommission plant, bis Ende 2017 einen Gesetzesvorschlag zum Thema Onlineplattformen vorzustellen. Werden Ihnen Amazon und Co zu mächtig? Werner Stengg: Die Kommission will bestimmt keine Antiplattformen-Politik machen. Onlineplattformen leisten viel Positives für die europäische Wirtschaft. Aber es gibt auch Probleme, hier wollen wir sehr gezielt vorgehen. Es wird 2018 an der bulgarischen und der österreichischen Ratspräsidentschaft liegen, unseren Vorschlag mit den Mitgliedstaaten und dem EU-Parlament zu verhandeln. Warum ist die Initiative notwendig? Das Problem der Marktmacht stellt sich in Plattformökonomien viel stärker als früher. Eine Plattform ist umso erfolgreicher, je größer sie ist. Das ist mit dem Offline-Bereich nicht zu vergleichen. Das bestehende wettbewerbsrechtliche Instrumentarium wird von Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager zunehmend eingesetzt, es stößt aber auch an Grenzen. Es ist beispielsweise schon sehr schwer, eine marktbeherrschende Stellung nachzuweisen, da reden wir noch gar nicht vom Missbrauch derselben. Was ist der relevante Markt? Berücksichtigt man auch den Offlinebereich, ist Amazon gar nicht mehr so bedeutend. Das müsste von Einzelfall zu Einzelfall diskutiert werden. Das ist unglaublich schwierig und langwierig. Welchen Ansatz verfolgt die Europäische Kommission? Wir konzentrieren uns auf B2B-Relations. Wir sehen uns also die Beziehungen zwischen den Plattformen und jenen Unternehmen an, die dort verkaufen. Da geht es um Plattformen im E-Commerce, aber auch um Online Travel Agencies wie etwa booking.com Foto: Europäische Kommission Der Österreicher Werner Stengg leitet die Abteilung „E-Commerce und Onlineplattformen“ in der Generaldirektion für Kommunikationsnetze, Inhalte und Technologien der Europäischen Kommission. oder auch App Stores. Diese Plattformen haben eine sehr starke Machtposition, da viele Unternehmen von ihnen abhängig sind, um ihre Kunden zu erreichen. Wir bekommen sehr viele Beschwerden von Betroffenen, dass die Praktiken der Plattformen nicht immer ganz fair sind. Was für Beschwerden sind das bzw. wie will die Kommission darauf reagieren? Ein häufiges Problem: Die Geschäftsbedingungen der Plattformen sind nicht nur sehr streng, sondern werden auch häufig geändert. Wir wollen daher mehr und vor allem rechtzeitige Information, damit sich die betroffenen Unternehmen darauf einstellen können. Es soll auch klare Spielregeln geben, wann ein Delisting vorgenommen wird. Oder das Thema Ranking and Search: Wir werden Plattformen nicht dazu zwingen, ihre Algorithmen offenzulegen, aber sie sollen zumindest die Hauptkriterien für ein gutes Ranking kommunizieren. Auch mehr Transparenz hinsichtlich der Datenpolitik einer Plattform streben wir an. Wichtig ist, dass es bessere interne Beschwerdemechanismen gibt. Heute bekomme ich als Unternehmen oft ein anonymes, vielleicht automatisch generiertes E-Mail, das mich vor vollendete Tatsachen stellt. Es muss möglich sein, einen Kontakt zur Plattform herzustellen. Bei einem Delisting gibt es oft schlicht ein technisches Problem, das man leicht lösen könnte – wenn man miteinander redet. Wir setzen vor allem auf Transparenz und bessere Kommunikation mit den Plattformen. Angedacht sind auch eine Stärkung der außergerichtlichen Vermittlung sowie ein Collective Redress Mechanism, wo etwa Verbände als Interessenvertreter mehrerer kleiner Unternehmen vor Gericht gehen können. Kommen neue Steuern? Wer über Maßnahmen gegen die großen Internetkonzerne spricht, kann zum Thema Steuern nicht schweigen. Durch Steuerschlupflöcher ersparen sich global agierende Konzerne viel Geld, mit dem sie wiederum (zum Beispiel) ihre Expansion finanzieren können. Über Amazon hat die Europäische Kommission zuletzt eine Steuernachzahlung von 250 Millionen Euro verhängt, Apple wurde vor einem Jahr gar zu 13 Milliarden Euro Nachzahlung verdonnert. Geflossen ist das Geld bisher freilich nicht. Die politische Diskussion über das Schließen von Steueroasen oder gar neue Formen der Besteuerung ist im vollen Gange. Eine Idee: Die Konzerne sollen dort besteuert werden, wo die Konsumenten die Produkte beziehen. Automatische Kartelle Eine neue Herausforderung für Wettbewerbshüter besteht in der computergesteuerten Preisgestaltung im Onlinehandel. Wenn Algorithmen den Preis eines Produkts bestimmen, indem sie in Echtzeit auf die Preise der Konkurrenz reagieren, dann ist das Ergebnis möglicherweise dem eines Kartells vergleichbar – obwohl keine Absprache im klassischen Sinn stattgefunden hat. Foto: shutterstock/Wisiel 8 — Dezember 2017

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