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retail 2017-04

— trends trendradar

— trends trendradar „retail“ präsentiert Ihnen in Kooperation mit TRENDONE (www.trendone.com) Micro-Trends aus aller Welt. Foto: Asics Asia Pte. Ltd., Japan Personalisierte Turnschuhe aus der Mikrowelle Asics hat einen Ansatz für die Herstellung von Schuhsohlen präsentiert, bei dem Mikrowellen zum Einsatz kommen. Mit der in Taiwan entwickelten Methode will das Unternehmen nun umweltschonend individuelle Schuhsohlen in Sekundenschnelle herstellen und damit das Einkaufserlebnis in Geschäften neu gestalten. Die Kunden haben Kunststoffkugeln unterschiedlicher Farben zur Auswahl, die in der Mikrowelle in einer Sohlenform geschmolzen werden, sodass je nach Mischung eine farblich individuelle Sohle entsteht. Die Kunden sollen so innerhalb von 15 Sekunden ihre neuen Schuhe erhalten. ▸ asics.com Foto: InContext Solutions Inc., USA KI und VR für Shopdesigns Das US-amerikanische Unternehmen InContext Solutions kombiniert für Shopdesigns künstliche Intelligenz mit Virtual Reality. Auf der Plattform „ShopperMX“ hat es eine VR-Headset-Lösung auf den Markt gebracht, die es Einzelhändlern ermöglicht, intelligente Ladenlayouts in einer immersiven VR-Umgebung zu erstellen. Anhand von Daten erkennt die künstliche Intelligenz Muster von Kundenerfahrungen und -erwartungen. Geschäftstreibende können ihren Laden vorab in einer virtuellen Umgebung durch die Augen des Kunden sehen, Shoppingtrends vorhersagen und bessere Entscheidungen treffen. ▸ incontextsolutions.com Foto: Steffen de Bochdanovits, Deutschland Maßangefertigte Spielzeugautos per 3D-Druck Das Münchener Startup Bobby Tailor bietet Bobbycars an, die Kundenwünschen entsprechend per 3D-Druck hergestellt werden. Bei den Wagen handelt es sich um Miniaturversionen von echten Automobilen. Da jedes Produkt maßgefertigt wird, wäre es zu kostspielig, für die verschiedenen Komponenten Gussformen anzufertigen. Daher werden Elemente wie das Logo, die Kühlhaube und das Cockpit direkt aus puderförmigem Plastik hergestellt. Die Radfelgen aus Aluminium entstehen in einem ähnlichen Prozess. Zuletzt werden die Ledersitze und die elektronische Ausstattung installiert. ▸ bobby-tailor.com Foto: Bitcart.io, Irland Per Armband mit digitaler Währung bezahlen Das irische Startup Bitcart will klassische Bezahlvorgänge auf Musikfestivals und anderen Veranstaltungen ersetzen und hat dafür das Wearable „Festy“ entwickelt, das Zahlungen mit der digitalen Währung Dash ermöglicht. Das Multifunktionsarmband ist mit jedem POS-System kompatibel, das kontaktloses Bezahlen mit der Visakarte unterstützt. Zudem funktioniert es mit jedem NFC-fähigen Smartphone oder Computer und kann auch über QR-Codes Zahlungen vornehmen. Vorteile ergeben sich auch für Händler, da durch die Zahlung mit der Kryptowährung Kosten gespart werden. ▸ gbitcart.io Foto: Sthaler Ltd., Großbritannien Bezahlen mit der Fingerspitze Das britische Unternehmen Sthaler hat in einem Supermarkt sein biometrisches System „Fingopay“ eingeführt, das es Kunden ermöglicht, mit ihrer Fingerspitze zu bezahlen. Hierbei wird nicht der Fingerabdruck, sondern es werden die 3D-Muster der Venen in den Fingern verwendet. Diese Muster können im Gegensatz zu Fingerabdrücken nicht beschädigt, gestohlen oder gefälscht werden. Kunden müssen sich dazu einmalig registrieren und ihre Debit- oder ihre Kreditkarte ihrem Finger zuordnen lassen. Danach legen sie zum Bezahlen ihren Finger in den biometrischen Scanner „VeinID“. ▸ fingopay.com Foto: Alibaba Group, China Mit Alipay per Gesichtserkennung bezahlen Die Alibaba Group testet derzeit in einer Filiale der Franchisekette KPRO in Hangzhou das System „Smile to Pay“, bei dem Nutzer des Bezahldienstes Alipay mit Hilfe von Gesichtserkennung Rechnungen begleichen können. Die Kunden bestellen via Touchscreen ihr Essen und bezahlen mit ihrem Alipay-Account, indem sie ihr Gesicht scannen lassen. Ein 3D-Kamerasystem erfasst mit Hilfe eines Algorithmus die biometrischen Daten und erkennt auch trotz Schatten, Perücke oder starkem Make-up die Identität der Nutzer fehlerfrei. Autorisiert wird der Kauf am Ende über die Eingabe der Handynummer. ▸ alizila.com 16 — Dezember 2017

— storys Das Erfolgsrezept der Menschheit Storytelling. Von den Marketing-Buzzword-Listen ist der Begriff längst verschwunden, jetzt wird er für die Unternehmenssteuerung neu entdeckt. Professor Michael Müller erklärt die Chancen „narrativen Managements“. Eine gute Geschichte ist immer noch die beste Möglichkeit, um seine Zuhörer bei der Stange zu halten. Vor einigen Jahren haben sie noch für Aufsehen gesorgt, heute gehören sie zum „Marketing as usual“: Werbespots, die kurze Geschichten erzählen, statt einfach nur schöne oder beeindruckende Bilder zu zeigen. „Wenn es darum geht, Emotionen zu wecken, Identität zu stiften, die Erinnerungsfähigkeit zu unterstützen, dann ist Storytelling eine sehr effektive Kommunikationsform“, sagt Michael Müller, Professor an der Hochschule für Medien Stuttgart. Denn große Teile unseres Gehirns denken nun mal in Geschichten. Doch was ist das überhaupt, eine Geschichte? Sie ist durch eine Transformation gekennzeichnet, durch eine Veränderung, dadurch, dass es ein Vorher und ein Nachher gibt. Andernfalls handelt es sich lediglich um eine Beschreibung. Professor Müller verweist auf ein bekanntes Beispiel, um das Wesen einer narrativen Struktur zu erklären: „Die Königin stirbt. Und der König stirbt“ ist keine Geschichte, sondern eine Beschreibung von Fakten. Aber: „Die Königin stirbt. Und der König stirbt aus Trauer“ ist eine Geschichte. Storylistening statt Kennzahlen Während für Marketingprofis Storytelling ein alter Hut und längst von den Buzzword-Listen verschwunden ist, wird der Begriff derzeit für die Unternehmenssteuerung neu entdeckt. Der israelische Historiker Yuval Noah Harari, Autor von „Eine kurze Geschichte der Menschheit“, meint: Die Menschheit ist deshalb so erfolgreich, weil sie die Fähigkeit hat, sich Geschichten auszudenken. Müller: „Gruppen bis 120 Personen werden gut durch alltägliche Gespräche, durch Small- Talk zusammengehalten. Aber wenn eine Gruppe größer wird, braucht sie einen gemeinsamen narrativen Rahmen, Antworten auf Fragen wie: Warum sind wir hier, wo kommen wir her, wo wollen wir hin? Geschichten halten soziale Systeme zusammen.“ Auch Unternehmen brauchen Geschichten – um Investoren, Mitarbeiter und Konsumenten zu überzeugen. Müller hat daher die Fortbildung „Professionelles Storytelling im Unternehmen“ entwickelt, die narrative Methoden für Führung, Change Management, Organisationsund Kulturentwicklung, Wissensmanagement und natürlich Unternehmenskommunikation vermittelt. Eine kon- Storytelling-Missverständnisse krete Anwendung ist Storylistening, das „Einsammeln“ von Geschichten bei den Mitarbeitern. Müller: „Kennzahlen zeigen nur die Oberfläche von etwaigen Schwierigkeiten, Geschichten zeigen, wie sie entstanden sind.“ ▪ Gerhard Mészáros Je beliebter der Begriff „Storytelling“ wird, desto unschärfer wird er verwendet. „Nur weil ich Sprachbilder verwende oder mit Metaphern arbeite, betreibe ich kein Storytelling, dafür benötige ich eine narrative Struktur, eine Erzählung“, sagt Professor Michael Müller. Ein weiteres beliebtes Missverständnis: Auch wenn in der Werbung mit dem karibischen Traumstrand eine Bildwelt erzeugt wird, ist das noch lange kein Storytelling. „Aber: Solche Bilder können sehr wirkungsvoll sein, wenn ich damit im Rezipienten Geschichten auslöse“, sagt Müller. „Narrative Methoden des Brandings stellen daher die Frage: Welche Geschichten kann jemand, der ein bestimmtes Produkt benutzt, nach außen erzählen? Die Core Story einer Marke bestimmt, welche Geschichten sich daraus ergeben.“ Ebenfalls zu beachten: Storytelling eignet sich nicht für alle Kommunikationsaufgaben, etwa wenn jemand sämtliche Informationen auf einen Blick sehen möchte: Der Techniker bevorzugt ein Datenblatt mit einer übersichtlichen Darstellung aller Gerätedaten. Illustration: shutterstock/Maisel Raman Dezember 2017 — 17

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