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— auslage Kommt die

— auslage Kommt die Blockchain-Revolution? Blockchain. Banking ohne Banken, eine Welt ohne Notare und Versicherungen? Die Technologie hinter Bitcoin könnte viel mehr als nur das Payment auf den Kopf stellen. Fotos: Shutterstock/Elnur, ikayaki 3, Wright Studio Die digitale Währung Bitcoin schaffte es zuletzt immer wieder in die Medien, meist wegen der starken Kursschwankungen. Gelegentlich aber stößt man auf Diskussionen, die etwas tiefer gehen. Die die Technologie in den Mittelpunkt rücken, die hinter Bitcoin steht: die Blockchain. Manche sehen darin die folgenreichste Erfindung seit dem Internet. Keine disruptive Technologie, die einfach nur ein paar Geschäftsmodelle – etwa von Banken und anderen Finanzdienstleistern – ins Wanken bringt. Sondern viel mehr als das: eine „Grundlagentechnologie“, wie die „Harvard Business Review“ Anfang des Jahres schrieb, die ein neues Fundament für unsere ökonomischen und sozialen Systeme schaffen könnte. Nicht nur Computerfreaks Mit Bitcoin, der bekanntesten Anwendung der Blockchain-Technologie, kann man derzeit nur bei wenigen Händlern bezahlen. „Bitcoin ist nach wie vor ein Experiment“, sagt Max Tertinegg, Gründer des Beratungsunternehmens Coinfinity und CEO des Blockchainhub Graz. „Aber digitale Währungen werden auf jeden Fall massiv an Bedeutung zunehmen.“ Laut einer Studie des Handelsverbands haben bereits 5,8 Prozent der österreichischen Konsumenten eine digitale Währung verwendet. „Es sind also nicht mehr nur Computerfreaks“, so Tertinegg. Allerdings nutzt nur ein kleiner Teil die digitale Währung als Zahlungsmittel, viele kaufen sie zu Zwecken der Spekulation. Bei lieferservice.at etwa werden laut einer Sprecherin derzeit „weniger als ein Prozent unserer Bestellungen“ in Bitcoin abgewickelt. Detaillierte Informationen gibt das Unternehmen lieber nicht preis. In Ländern wie Venezuela, die unter hoher Inflation leiden, ist Bitcoin auch ein wichtiges Mittel zum Werterhalt. Besonders Onlinehändlern rät Tertinegg, Bitcoin als Bezahloption anzubieten. Nicht zuletzt, weil es die Chance auf einen neuen Kundenkreis verspricht. Vorteil für den Nutzer: Er muss keine privaten Daten übermitteln. „Es ist wie Bargeld via Internet.“ Das liegt daran, dass es keine Mittelsmänner gibt. Bei einer Kreditkartenzahlung sei „ein Rattenschwanz an Institutionen“ dazwischengeschaltet, bei Bitcoin geht die Zahlung direkt von A nach B. „Die Blockchain hat enormes Potenzial für das Supply Chain Management.“ Magdalena Isbrandt, House of Nakamoto

— auslage Die Liste, der die Menschen vertrauen Wie ist das möglich? Die Blockchain ist im Wesentlichen eine neue Form der Speicherung von Daten. Eine Liste mit den jeweiligen Daten liegt nicht mehr zentral auf einem Server, sondern ist über viele Computer verteilt und über kryptografische Verfahren abgesichert. Dadurch können die Eintragungen – etwa über Transaktionen wie Zahlungsanweisungen – nachträglich nicht manipuliert werden. „Es handelt sich um ein Vertrauensprotokoll“, sagt Tertinegg. „Ich vertraue nicht mehr einem Menschen oder einer Institution, sondern der Blockchain.“ Dieser simple Unterschied hat weitreichende Folgen. „Dadurch ermöglicht diese Technologie Transaktionen ohne Intermediäre“, sagt Karin Frick vom Schweizer Thinktank Georg Duttweiler Institute (GDI). „Alle Branchen, die bisher ihr Geld mit der Vermittlung von Waren, Geld oder Dienstleistungen verdienen, werden besonders stark betroffen sein.“ Grundsätzlich ist also Banking ohne Banken und Handel ohne Händler denkbar. OpenBazaar zum Beispiel ist bereits ein dezentralisierter Marktplatz, auf dem Waren direkt ohne Mittelsmann ausgetauscht und mit Bitcoin bezahlt werden. Auch andere Personen und Instanzen, die den Transfer von Werten beaufsichtigen, könnten durch die Blockchain ersetzt werden, etwa Notare oder Versicherungen. Länder wie Ghana, Kenia, Nigeria oder Schweden haben begonnen, bei der Verwaltung ihrer Grundbücher auf Blockchain-Technologie zu setzen, um so die Transparenz zu erhöhen und Korruption zu verringern. In einer Studie des Europäischen Parlaments wird auch über eine Anwendung beim E-Voting nachgedacht. Nie mehr Routine Die Blockchain könnte in weiterer Folge zu einer weitreichenden Automatisierung des wirtschaftlichen Geschehens führen. So könnte die Auslieferung eines Produkts – gesteuert über im Vorhinein programmierte, sogenannte „smart contracts“ – automatisch an den Eingang einer Zahlung gekoppelt werden – und die Zahlung könnte wiederum weitere Transaktionen auslösen, etwa einen Währungswechsel oder die Nachbestellung eines Gutes. Routineprozesse könnten somit quasi selbstständig ablaufen. Ein konkretes Zukunftsszenario: selbstfahrende Taxis, die zugleich auch finanziell autonom sind. Das digitale Geld, das sie verdienen, verwenden sie zum Teil für Reparaturen, bei geringer Nachfrage an einem Ort könnten sie selbstständig in eine andere Stadt „auswandern“. Reibungsfreie Lieferkette Etwas näher liegt eine andere Anwendung, die ebenfalls für den Handel relevant ist. „Die Blockchain hat enormes Potenzial für das Supply Chain Management“, sagt Magdalena Isbrandt vom House of Nakamoto, einem Bitcoin-Informationszentrum in Wien. „Behörden und Ämter weltweit haben ihre liebe Not mit Ursprungsnachweisen und müssen oft auf technisch extrem aufwendige Verfahren zurückgreifen, um die Echtheit von Dokumenten und Waren zu überprüfen.“ Ein Problem dabei sind inkompatible Datenstrukturen in der Lieferkette. Wenn Behörden, Banken und Zulieferbetriebe auf einen gemeinsamen, fälschungssicheren Informationsstrom zugreifen Die digitale Währung Bitcoin hat noch mit einigen Problemen zu kämpfen. Etwa mit der hohen Volatilität des Kurses. Aber das wird sich ändern, meint Berater Max Tertinegg: „Je größer das Schiff wird, desto weniger wird es schwanken.“ Auch die vergleichsweise geringe Zahl an Transaktionen, die pro Sekunde durchgeführt werden können, behindert das weitere Wachstum. Die neue Initiative www.smartblockchain.at bündelt die Stimmen der Blockchain-Community, um den Bogen zwischen den Themenbereichen Law, Tax, Finance und Technologie zu spannen und gemeinsam bundesweite Forderungen zu vertreten. Der Handelsverband etwa verlangt mehr Forschung, Testumgebungen (Sandboxes) und vor allem innovative Leuchtturmprojekte. „Kriminelle Machenschaften müssen mit aller Härte bekämpft werden. Auch Initial Coin Offerings (ICOs) sind heikel und sollten sinnvoll reguliert werden. Überregulierungen oder Komplettverbote wie in China sind jedoch kontraproduktiv, da ICOs auf andere Märkte ausweichen können – übrigens eine große Chance für Europa. Entwicklung braucht Freiheit, keinen Zwang“, so Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbands. September 2017 — 7

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