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— persönlich „Der

— persönlich „Der Handel unterschätzt die Menschen“ Interview. Die Welt kann nicht so bleiben, wie sie ist, sagt Pfarrer und Fairtrade- Österreich-Präsident Helmut Schüller. Foto: Fairtrade retail: Wie passt das Engagement für gerechten Handel zur „Job Description“ eines katholischen Priesters? Helmut Schüller: Fairer Handel ist im Kern ein christlicher Gedanke. Es ist leider normal geworden, dass wir für Produkte zu wenig bezahlen. Der Kauf eines teureren Fairtrade-Artikels ist daher kein Almosen, sondern die Beendigung eines unfairen Zustands. Seinen Glauben zu praktizieren sollte auch bedeuten, sich selbst um Solidarität zu bemühen und für gesellschaftliche Veränderung einzusetzen. Leider haben die christlichen Kirchen bei uns in Europa diesen Auftrag weitestgehend vergessen. Ihnen geht es nur darum, den Wohlstand mit Weihrauch zu beduften. Ist der christliche Glaube im Kern antikapitalistisch? Wenn man unter Kapitalismus die Vermehrung des eigenen Reichtums als Selbstzweck versteht, dann widerspricht das tatsächlich der christlichen Haltung. An deren Anfang steht ja die Einsicht, dass das Leben, dass die Welt ein Geschenk ist. Nichts, was ich habe, kommt nur aus mir. Auch wenn ich durch eine großartige Leistung viel erreiche, habe ich Bedingungen vorgefunden, die das ermöglicht haben. Daher sollte ich auch stets darauf schauen, wie es den anderen geht – zum Beispiel den Mitarbeitern, den Kunden, den Lieferanten. Was müsste sich an den globalen Rahmenbedingungen ändern, um den Welthandel fairer zu gestalten? Das Absurde ist: Wir haben bereits alle nötigen Regeln, die auch bereits von der Staatengemeinschaft beschlossen sind. Aber sie werden auf der globalen Ebene nicht sanktioniert. Die bloße Einhaltung der Richtlinien der ILO, der Weltarbeitsorganisation der UNO, würde schlagartig die Lebenssituation vieler Menschen verbessern. Leider gibt es Akteure in der Wertschöpfungskette, die auf Teufel komm raus profitieren wollen. Zuletzt hört man öfter das Argument: Fairer Handel ist wichtig, um die Migrationsbewegungen einzudämmen. Das amüsiert mich fast. Früher habe ich für die Idee des gerechten Handels oft nur milden Spott geerntet. Jetzt reden plötzlich alle groß davon, die Fluchtursachen bekämpfen zu wollen. Dabei lacht aus diesen Worten die nackte Angst hervor. Man will mit den Flüchtlingen nichts zu tun haben, da ist jeder Rettungsanker recht. Natürlich müssen wir diesen Rückenwind nutzen. Aber: Fairer Handel ist an sich gut, es geht um einen würdevollen Umgang mit den Menschen. Die Flüchtlinge bestätigen nur eine Analyse, die seit Langem gilt – dass die Welt so, wie sie ist, nicht bleiben kann. Der Umsatz mit Fairtrade-Produkten hat in Österreich 2016 um 46 Prozent auf 270 Millionen Euro zugenommen. Offensichtlich kommt das Bewusstsein für Fairness langsam auch beim Der katholische Pfarrer Helmut Schüller ist seit 2007 Präsident von Fairtrade Österreich. Der ehemalige Caritas- Präsident war „WU-Manager des Jahres“, als Sprecher der Pfarrer-Initiative ist er einer der wichtigsten Kirchenreformer Österreichs. Kunden, der nur schnell was einkaufen geht, an. Immer mehr Menschen achten nicht nur auf den Preis. Das zeigt nicht zuletzt: Die Politik kann beim Bürger mehr Idealismus voraussetzen. Warum ist sie so kleinmütig? Von Politikern höre ich oft: „Ich finde das ja gut, aber die Leute wollen das nicht.“ Genau das glaube ich wiederum nicht. Der Bürger wird nicht ernst genommen. Man muss die Menschen mehr fordern. Das gilt auch für die Medien – und für den Handel. Wie meinen Sie das? Der Handel ist eigentlich eine große Bildungseinrichtung. Hier ist der Ort, um die Menschen zu informieren, zum Beispiel über Produktionsbedingungen, damit sie bewusste Kaufentscheidungen treffen können. Der Handel unterschätzt das Interesse der Menschen, an einer anderen Welt mitzuwirken. Es liegt eine große Chance darin, mutiger zu sein. Das Potenzial ist riesig. Das Fairtrade-Siegel ist eine Hilfe für den Handel, sich neu zu orientieren. ▪ Gerhard Mészáros 46 — September 2017

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