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retail 2017-03

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— storys Gute

— storys Gute Aussichten in der Ethno-Nische LEH. Ethno-Supermarktketten und exotische Food-Händler wachsen überdurchschnittlich stark. Sie punkten unter anderem im Frischebereich. Wer nach der Urlaubsreise Lust auf exotische Lebensmittel hat und nach Okras, Ayran, Chorizo oder Zitronengras sucht, wird längst nicht mehr nur auf Märkten wie dem Wiener Naschmarkt oder Asia-Shops in städtischen Bahnhofsvierteln fündig. Das Angebot an Ethno-Produkten hat sich in den vergangenen Jahren österreichweit deutlich verbreitert. Neben selbstständigen Kaufleuten, die Spezialitäten aus Asien, dem arabischen Raum oder koschere Ware verkaufen, sind Supermarkt-Ketten wie Etsan, Sepas und Aycan in der Branche erfolgreich. „Die besonders starke Konzentration und die damit einhergehende Marktmacht einiger weniger Konkurrenten im österreichischen Lebensmittelhandel schafft Chancen für Nischenanbieter. Die Ethno-Supermärkte werden professioneller und weiter wachsen“, sagt Wolfgang Richter, Geschäftsführer von RegioData Research. Aktuell beziffert er den Marktanteil der Ethno-Anbieter am heimischen Lebensmittelmarkt auf 0,1 Prozent. Österreicher als Kunden Die größte Zahl an Lebensmittelgeschäften mit Ethno-Sortiment findet sich erwartungsgemäß in Wien und Umgebung. Dies ist Zeichen der zunehmenden Internationalisierung der Stadt sowie dem Geschmack ihrer Einwohner geschuldet. Schließlich haben mehr als die Hälfte aller Wiener Migrationshintergrund und für sie sind kroatische Bambi-Lane-Kekse oder das türkische Fladenbrot Pide ein Stück Heimat. Neben dieser Kernzielgruppe schätzen immer mehr Österreicher Lebensmittel aus der Ferne. Besonders beliebt sind Ethno-Geschäfte zur Nahversorgung beim jungen urbanen Publikum. „Rund 50 Prozent unserer Kundschaft ist türkischer Herkunft und ein Viertel stammt aus dem ehemaligen Jugoslawien. Je nach Standort liegt die Zahl der österreichischen Kunden bereits bei mehr als zwanzig Prozent“, sagt Mustafa Ünal, Geschäftsführer der Macro Group. Sein Vater, Firmengründer Hüseyin Ünal, startete im Jahr 1986 mit einer Greißlerei in Wien-Favoriten. Heute ist das Familienunternehmen mit 300 Mitarbeitern und 25 Supermärkten der Marke Etsan Marktführer im Lebensmittelhandel mit orientalischen Produkten. Ünal betreibt Filialen in Wien, Graz und Wiener Neustadt, die er mit eigener Lkw-Flotte aus seinem Logistikzentrum sowie dem Großhandel am Inzersdorfer Großgrünmarkt versorgt. Die Übernahme von sechs Zielpunkt-Filialen brachte dem Händler zuletzt branchenweite Aufmerksamkeit. Umsatz der Etsan-Kette 2016: rund 30 Millionen Euro. Frischware als Wettbewerbsvorteil Ethno-Geschäfte punkten als Spezialisten für Importwaren mit Frische und Qualität bei den Kunden. „Die Nischen-Anbieter können sich besonders im Frischebereich etablieren, da die Qualität bei Obst und Gemüse häufig besser ist als in anderen Supermärkten“, sagt Richter. Zweisprachige Beschriftungen an Regalen und österreichische Produkte helfen den Händlern, neue Kunden zu gewinnen. „Wir haben auch viele traditionelle österreichische Marken wie Frischmilchprodukte von NÖM im Angebot. Obst und Gemüse beziehen 22 — September 2017

— storys wir je nach Saison aus Österreich, Italien und der Türkei“, sagt Ünal. 5.000 Produkte umfasst sein Sortiment, das mehrheitlich aus der Türkei und der Balkanregion stammt. Neben Obst und Gemüse zählt bei türkischstämmigen Ethno-Ketten wie Sepas (16 Filialen), Aycan (14 Filialen) und Etsan vor allem Fleisch zu den Top-Sellern. Gläubige Muslime sind aufgrund des Halal-Fleischangebotes feste Stammkunden. Etsan bedient das Segment aus eigener Fleischproduktion in Niederösterreich. Die Frischfleischtheke, die Ethno-Filialen von ihren direkten Konkurrenten Penny oder Hofer unterscheidet, lockt wiederum viele österreichische Käufer in die Geschäfte. Asiatische Händler sind hingegen traditionell bei Fisch, Sea-Food-Produkten und Gewürzen beliebte Shopping-Ziele der Konsumenten. Große Ketten reagieren auf Ethno-Trend In der Branche wird das Ethno-Segment längst nicht mehr ausschließlich von Nischenplayern wie Aycan oder dem Geschäft Casa México in Wien-Spittelberg bedient. In den Ballungszentren sind Humus, Kokosmilch und Glasnudeln in den Regalen von Billa und Spar bereits Standard. „Die klassischen Supermärkte haben sich dem Ethno-Trend angepasst und nehmen Produkte wie Brot und Mehlspeisen, Fleisch und Gewürze in ihr Sortiment auf“, sagt Richter. Profiteure dieser Entwicklung sind wiederum Großhändler wie die Macro Group oder die Wiener Adriatic Group, die alle Branchengrößen sowie die Gastronomie mit im Inund Ausland produziertem Ethnic-Food beliefern. In der Masse der heimischen Supermarktfilialen bleibt das Angebot allerdings auch künftig auf einige wenige Produktgruppen beschränkt. Denn große Umsatzsprünge können die Marktführer hier nicht erzielen. Da der Sortiment-Mix der Ethno-Märkte weit vielfältiger ist und die Preise meist geringer, gehen Konsumenten lieber gleich bei den Spezialisten auf Shopping-Tour. Mit 8.000 Produkten, so exotisch wie thailändischer Wasserspinat und afrikanische Yamswurzeln, kann etwa der Wiener Prosi-Supermarkt aufwarten. Nische bleibt Erfolgsfaktor Durch die jüngste Zuwanderungswelle hat sich die Zielgruppe der Ethno-Märkte in Österreich rasant vermehrt – beste Chancen für weiteren Geschäftserfolg und Expansion der Branche. Vor allem in den Ballungszentren im Westen ist Potenzial für Ethno-Anbieter. „Die Nische wird sich weiterhin positiv entwickeln und stärkeres Umsatzwachstum erzielen als der Lebensmittelhandel insgesamt. Eine österreichweite Kette ist aber nicht zu erwarten“, sagt Experte Richter. Im Vorjahr konnte der Lebensmitteleinzelhandel – trotz Zielpunkt-Pleite – laut Nielsen ein Umsatzwachstum von 1,7 Prozent erzielen. Die Ethno-Kette Etsan brachte es hingegen auf satte 10 Prozent Plus. Unter dem Strich wird der Erfolg der Händler an den Machtverhältnissen in der Branche nichts ändern. Denn nur die Nische sichert den Unternehmen ihr Geschäft. „Den großen Supermarkt-Ketten Konkurrenz zu machen, macht für uns keinen Sinn. Wir profitieren von der Ethno-Nische und sind die Ersten, die so professionell arbeiten. Wir wollen in Zukunft unser Service weiter vertiefen und uns Themen wie Onlineshopping widmen“, sagt Ünal, der derzeit eine Filiale in St. Pölten sucht. Der Onlineshop fresha.at soll unter dem Motto „Der Greißler ums Eck“ ab 2018 Hauszustellung bieten. Noch mehr Exotik für den heimischen Konsumenten ist damit gesichert. ▪ Christiane Kaiser-Neubauer Fotos: Etsan; Shutterstock/onair, Maks Narodenko, gresei, Jiang Hongyan Die 25 Etsan-Supermärkte gehören zum Familienunternehmen Macro Group, das auch Restaurants und Großhändler beliefert (im Bild die Hauptniederlassung in Wien-Inzersdorf). September 2017 — 23

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