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— storys Chinas

— storys Chinas Onlinemärkte belohnen Pioniergeist Tmall Global. 500 Millionen potenzielle Käufer warten in Chinas größtem Onlineshop auf europäische Produkte. Aber sie haben hohe Ansprüche – jeder dritte Kauf benötigt Chat- oder Telefonsupport. Das Engagement in China hat sich für Swarovski offenbar ausgezahlt: Im Mai verkündete CEO Robert Buchbauer, dass China die USA mittlerweile als stärksten Absatzmarkt überholt habe. 216 Millionen US-Dollar konnte der Tiroler Schmucksteinproduzent 2016 in China umsetzen, um 16 Prozent mehr als noch im Jahr zuvor. Man habe einen starken Fokus auf den chinesischen Markt gesetzt, so Buchbauer, und die Produkte gezielt auf die luxushungrige Mittelklasse abgestimmt. Ein wesentlicher Faktor für den fernöstlichen Erfolg besteht aber vor allem in der perfekten Nutzung des Vertriebskanals: dem Onlinehandel. Immer mehr Unternehmen aus Europa entdecken das E-Commerce-Geschäft in China als lukrative Wachstumschance. Vorreiter sind nicht zuletzt die großen Einzelhändler wie Rossmann oder Aldi aus Deutschland. Sie bringen vor allem Eigenmarken zu den chinesischen Konsumenten, die zunehmend auf großen Shopping-Websites wie Tmall Global Produkte aus aller Welt einkaufen. Die Plattform gehört zum Onlineshop Tmall.com, über den fast die Hälfte aller B2C-Onlinegeschäfte in China abgewickelt werden. Eigentümer der Website ist die in Asien allgegenwärtige Alibaba-Gruppe, die sich erst im März über einen prestigeträchtigen Neuzugang im internationalen Tmall-Portfolio freuen konnte: die deutsche Drogeriekette dm. Seit dem Start im Frühjahr hat dm einen Erfolgslauf auf Tmall Global hinlegen können. Nach dem Softlaunch im Dezember letzten Jahres und nur vier Monate nach der offiziellen Eröffnung des Onlineshops gelang es den Deutschen, die Konkurrenz hinter sich zu lassen und zum umsatzstärksten europäischen Marken-Shop bei Tmall Gobal zu werden. Maßgeblich beteiligt an diesem Erfolg ist die E-Commerce- Agentur Web2Asia, die vom Vorarlberger Georg Godula geführt wird und schon Firmen wie Metro, Intersport oder Esprit in den chinesischen E-Commerce-Markt eingeführt hat. Ein Markt mit immensem Potenzial: „Gerade einmal rund 50 Prozent der chinesischen Bevölkerung sind derzeit online. Und dennoch hat Tmall Global bereits 500 Millionen aktive Käufer pro Monat“, rechnet Godula vor. Fotos: Shutterstock/paulaphoto, TrotzOlga Chinesische Kunden suchen zunehmend qualitativ hochwertige Boutiquemarken. Auch in China: Qualität statt Massenmarkt Um diese potenziellen Kunden mit europäischen Produkten zu erreichen, braucht es detailliertes Wissen zum Konsumverhalten. Godula hält sich seit elf Jahren in China auf, kennt den E-Commerce-Markt dort in- und auswendig: „Nach der anfänglichen Faszination mit großen und bekannten ausländischen Marken ist der Geschmack der chinesischen Mittelklasse mittlerweile viel stärker diversifiziert. Konsumenten suchen zunehmend qualitativ hochwertige Boutiquemarken und schwimmen weniger mit dem Massenmarkt. Dafür ist der Cross-Border-Onlinehandel ideal, da er es den Chinesen ermöglicht, Marken zu kaufen, die in China kaum oder noch gar nicht verfügbar sind.“ Begonnen habe das mit Produkten wie Babymilchpulver, 18 — September 2017

— storys inzwischen interessieren sich die Chinesen aber auch verstärkt für Qualität und Sicherheit bei Lebensmitteln, Kleidung und Kosmetika. Europäischen Herstellern vertrauen sie dabei oft mehr als den heimischen. Dennoch dürfe man die asiatischen Kunden nicht gleich behandeln wie die europäischen – es gelte, beim Markteintritt in den chinesischen Onlinehandel kulturelle Unterschiede zu beachten. „Eine typische E-Commerce-Produktseite ist für europäische Verhältnisse extrem detailliert. Sie benötigt mindestens fünf Bilder des Produkts, aber Standard sind eher 20. Videos, Animationen, Übersicht über die Inhaltsstoffe, Anwendungstipps, Unternehmenshintergrund, Logistikprozess – das gehört alles zwingend dazu und muss manuell für jede Produktseite gelayoutet werden“, sagt Godula. Außerdem erwarten sich chinesische Online-Shopper eine Menge an persönlicher Interaktion: 30 bis 40 Prozent aller Transaktionen sind sogenannte „assisted sales“, bei denen der Kundenservice Chat- oder Telefonsupport gibt, bevor es zum eigentlichen Kauf kommt. Daher hat dm ein großes Consulting-Team installiert, das in Schichten von 8 Uhr früh bis 23 Uhr potenzielle Käufer betreut. Das Konzept geht auf: Nach und nach Fast die Hälfte der B2C-Onlinegeschäfte in China werden über Tmall.com abgewickelt. sollen bis zu 30 Eigenmarken im dm- Shop auf Tmall Global verfügbar sein. Derzeit sind es erst vier sowie die Drittmarke Aptamil, was nicht zuletzt auch an der Verfügbarkeit liegt. Godula: „Wir betreuen einige Händler, die aufgrund der starken Nachfrage aus China an der Grenze der Produktionskapazität sind.“ ▪ Josef Puschitz Amazons Hunger auf den Food-Sektor Mit dem Kauf der amerikanischen Bio-Supermarktkette Whole Foods unterstreicht Amazon neuerlich seine Entschlossenheit, den Lebensmittelhandel zu erobern. Der Gedanke, ein Ladendieb zu sein, lässt sich nur schwer abschütteln. Man spaziert zwischen den Regalen, packt Cornflakes und Fertigpizza ein und geht dort, wo in jedem anderen Supermarkt die Kassa stehen würde, einfach bei der Tür hinaus. Das Konzept von Amazons erstem Convenience-Store ist so einfach wie brillant: Keine Schlangen, keine Kassa, kein Warten. Und wenn man das mulmige Gefühl beim Verlassen des Pilot-Shops „Amazon Go“ in Seattle erstmal hinter sich gelassen hat, ist man bald überzeugt: So könnte die Zukunft des Einkaufens aussehen. Gratis ist sie natürlich nicht. Wenige Minuten nach Verlassen des Geschäfts meldet sich Amazons Smartphone-App mit der Rechnungssumme. Ein ausgeklügeltes System aus Kameras, NFC-Chips und geballter Rechenpower hat auf den Artikel genau aufgezeichnet, was man in den Einkaufskorb gelegt hat. Der Betrag wird von der Kreditkarte abgebucht. Bislang kommen nur Amazon-Mitarbeiter in den Genuss des stressfreien Einkaufs, sie sollen in der Testphase sicherstellen, dass man das System nicht austricksen kann. Sollte sich das Konzept aber bewähren, bahnt sich eine Revolution im Einzelhandel an. Nichts weniger scheint der Onlineriese, der seine junge Firmengeschichte als Buchversand begann, mit seiner Übernahme von Whole Foods vorzuhaben. 13,7 Milliarden Dollar hat Amazon in den Kauf der Bio-Supermarktkette investiert, um in einen weiteren Lebensbereich seiner Kunden vorzudringen – die Nahrungsversorgung. Versuche, in diesem Bereich Fuß zu fassen, unternimmt Amazon schon seit geraumer Zeit. Seit Jahren etwa ist das Stadtbild von Seattle, dem Konzernsitz des Onlinehändlers, von kleinen, grünen LKW mit der Aufschrift „Amazon fresh“ geprägt. Die Fahrzeuge liefern frische Lebensmittel vor die Haustür, um den „Convenience“ liebenden Amerikanern den schweren Gang zum Supermarkt zu ersparen. Seit Mai werden Amazons frische Lebensmittel auch in Deutschland ausgeliefert, zunächst in Berlin, Potsdam und Hamburg. Dass Amazon sich jetzt ein 430 Standorte starkes Filialnetz gesichert hat, hat nicht zuletzt mit dem riesigen Datenschatz zu tun, den Whole Foods über seine einkommensstarken Kunden angelegt hat. Die Auswertung des Einkaufsverhaltens von Millionen Amerikanern soll Amazon dabei helfen, den Lebensmittelhandel noch besser zu verstehen – und möglicherweise zu revolutionieren. September 2017 — 19

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