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LOGISTIK express Fachzeitschrift | 2019 Journal 4

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LOGISTIK express 4/2019 | S12 Chinas E-Commerce-Boom ... Lager & Transportlogistik benötigt. Der Boom im E-Commerce im Land der Mitte hat zu einem Mangel an Lagerhäusern und Transportlogistik geführt. Da der Transport einen Anteil von ca. 50 Prozent an den Logistikkosten hat, sind insbesondere Lagerhäuser nahe beim Kunden gefragt. Der Ausbau der Logistik und Lagerhauskapazität ist im Gange. REDAKTION: DIRK RUPPIK DIRK RUPPIK FACHJOURNALIST Der Wettbewerb der zwei chinesischen Internetgiganten Alibaba und JD.com um Marktanteile im Land der Mitte weitet sich zunehmend auf den Logistikbereich aus. Laut dem amerikanischen The Wall Street Journal investiert JD.com immer mehr in hoch automatisierte Lagerhäuser. Das eigene Logistiknetzwerk umfasst bereits 15 Logistikparks, mehr als 500 Lagerhäuser, rund 7000 Auslieferungs- und Pickup-Stationen sowie 250000 Transport- und Lieferwagen. In abgelegene ländliche Gebiete liefert der Internet-Händler bereits via Drohne. Zudem werden Pakete auch auf Linienflügen befördert. Alibaba dagegen besitzt die Mehrheit der Anteile am Logistiknetzwerk Cainiao. Im Mai letzten Jahres kaufte die Alibaba Holding zusammen mit Investoren zehn Prozent des chinesischen Expresszulieferers ZTO Express im Wert von 1,4 Milliarden US-Dollar (1,26 Milliarden Euro). Zudem will das Unternehmen weitere Milliarden in seinen Logistikbetrieb investieren. Das E-Commerce-Unternehmen nutzt seit langem Logistiker wie ZTO und Chinas größten Expresszulieferer SF Express Logistikkosten bisher hoch Trotz allem belaufen sich die Logistikkosten im Land der Mitte noch auf 15 Prozent des Bruttoinlandproduktes. In entwickelteren Märkten wie den USA liegen die Logistikkosten bei sieben bis acht Prozent.

Beim Logistics Performance Index (LPI) liegt Hong Kong auf Platz neun, China auf Platz 27 und Deutschland sowie die USA auf Platz eins und zehn. Beim LPI werden Kriterien wie Infrastruktur, Zollabfertigung, Dienstleistungsqualität und Pünktlichkeit, u. a. berücksichtigt. George Yeo, ehem. Vorsitzender des Kerry Logistics Network, beklagt die hohen Mautgebühren im größten Mautstraßensystem der Welt - Länge rund 160000 km. Viele Prozesse in der Paketabfertigung basieren bisher noch auf Handarbeit. Daher muss dringend automatisiert werden, um die Arbeitskosten zu senken. Ende März kündigte die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua weitere Maßnahmen zur Senkung der Logistikkosten und zur Verbesserung der Transporteffizienz an. Laut dem Sprecher Wu Chungeng soll die Effizienz in den nächsten drei Jahren u. a. durch die Beschleunigung des Ausbaus eines umfassenden Transportnetzwerkes, die Förderung des multimodalen Transports und die Ausweitung des elektronischen Mautgebührensystems erfolgen. Das Transportministerium wird die Eisenbahn-, Straßen- und Wasserweg-Transportsysteme ausbauen und die Struktur optimieren. Weiterhin soll das Netzwerk der Logistikhubs ausgebaut werden. Wu sagte auch, dass technologische Innovationen wie das „Internet Plus Logistikmodell“ und die Konsolidierung von Informationsplattformen für Transport und Logistik vorangetrieben werden sollen. In diesem Rahmen wird laut des Premiers Li Keqiang eine intensive Integration der Informationstechnologie wie Internet, Big Data und Cloud Computing mit der Logistik angestrebt, um die Transformation und den Ausbau der Logistikindustrie und der chinesischen Wirtschaft zu fördern. In 2019 ist gemäß Xinhua geplant, gleichzeitig die Logistikkosten um 120,9 Milliarden Yuan (15,4 Milliarden Euro) zu senken. China hat hier bereits in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht. Logistikbetreiber folgen Online-Konsum „Es ist wichtig die Distanz zwischen Lagerhaus und Verbrauchern zu reduzieren“, sagte Victor Mok, Co-Präsident China bei Global Logistic Properties (GLP). GLP besitzt 30 Millionen m² Lagerhausfläche und ist damit der größte Lagerhausbetreiber in China.

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