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LOGISTIK express Fachzeitschrift | 2019 Journal 3

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LOGISTIK express 2/2019 | S22 Mehr finanzieller Spielraum dank KI Preisnachlässe für frühzeitige Zahlungen werden seit altersher gewährt. Die Digitalisierung erlaubt heute aber eine automatisierte Zahlungsabwicklung und individualisiertes, dynamisches Discounting. Das erhöht die Wertschöpfung. BEITRAG: THOMAS KOFLER THOMAS KOFLER ACCOUNT EXECUTIVE SCHWEIZ, TRADESHIFT Zahlungsziele als Finanzierungsinstrument sind trotz rekordverdächtiger niedriger Zinsen bei vielen Unternehmen immer noch sehr beliebt. Nicht selten werden die gesetzten Fristen jedoch überschritten und Rechnungen zu spät bezahlt. Das kann bei Lieferanten zu Problemen führen, denn Kapitalengpässe können selbst gesunde Betriebe in die Knie zwingen. Deswegen sind 80% der Lieferanten bereit, bei frühzeitigen Zahlungen Rabatte zu gewähren. Wird dieses Kostensenkungspotenzial auch ausgeschöpft? Jedes Finanzjahr beginnt von neuem mit guten Vorsätzen. Die Geschäfte sollen profitabler, die Digitalisierung noch schneller vorangetrieben werden. Und die Verbesserungsvorschläge der Revisoren zum Jahresabschluss wollen auch abgearbeitet sein. Spätestens zum Ende des zweiten Quartals wird es Zeit, die Fortschritte zu überprüfen. Wie häufig wurden Zahlungsziele überschritten? Wie viele Rechnungen wurden immer noch manuell in den Bereichen Beschaffung und/oder Buchhaltung abgearbeitet? Wie viele Personen beschäftigen sich im Back Office mit diesen Aufgaben? Divergierende Ziele Während die meisten Einkäufer Zahlungen so lange wie möglich hinauszögern wollen, möchten die meisten Lieferanten so schnell wie möglich bezahlt werden. Ein Kompromiss ist nicht immer leicht zu finden. Aber viele Lieferanten sind bei einer Zahlung innerhalb von beispielsweise zehn Tagen bereit, 2-3% Skonto zu gewähren, wenn das Zahlungsziel normalerweise 30 Tage ist und immer mehr Kunden effektiv erst nach 90 Tagen zahlen. In vielen Fällen können Firmen solche Skonti- Angebote allerdings nicht wahrnehmen, weil ihre BackOffice-Prozesse zu schwerfällig sind und die Rechnungsabwicklung 20 Tage oder mehr dauert. Da stellt sich die Frage, könnte durch Reorganisation, Investitionen und Automatisierung die Situation verbessert und gleichzeitig Effizienzsteigerungen und Kosteneinsparungen erzielt werden? Bisher verfügen nur circa 20% aller international tätigen Grossfirmen über einen automatisierten Zahlungslauf. Die effizientesten Unternehmen benötigen durchschnittlich 4 Tage für die Bearbeitung eingehender Rechnungen bis zur Bezahlung, der Durchschnitt

30 Tage, laut Erhebungen der grossen Wirtschaftsprüfer. Mit der Einführung von e-Invoicing und einer automatisierten Rechnungsbearbeitung, das heisst mit Hilfe einer integrierten SCF-Lösung, lassen sich die Durchlaufzeiten im Rechnungswesen deutlich verkürzen. Allerdings weniger als 26% der Firmen nutzen eine e-Invoicing-Software und noch weniger eine integrierte Supply-Chain-Finance (SCF)-Lösung. Dynamic Discounting in der Praxis Wie kann die Zahlungsabwicklung im Rahmen der digitalen Transformation eines Unternehmens rechtskonform automatisiert und kontrolliert werden, insbesondere bei einer Zunahme der Aufträge, aber sinkenden Losgrössen? Mit Hilfe von Online-Plattformen ist dies heute möglich. Durch moderne Netzwerk-Technologie können Lieferanten- und Käuferökosysteme weltweit verbunden und auch Banken in diese Systeme eingebunden werden. Der gesamte Finanzprozess wird KI gestützt, bedarfsgerecht und speditiv abgewickelt. Diese neuen Lösungen können problemlos in ERP-Systeme eingebettet oder als Stand-alone eingesetzt werden. Käufer können angeben, wie viel Kapital für Frühzahlungen zur Verfügung steht und welche Rendite sie erreichen möchten. Lieferanten können ihrerseits Skontostaffelungen anbieten. Gemeinsam werden dann die Skonti festgelegt, die bei früher Zahlung automatisiert angewendet werden. Bei State-of-the art Systemen können Käufer von Rechnung zu Rechnung entscheiden, ob sie diese zur Frühzahlung freigeben wollen. Und ebenso kann der Lieferant rechnungsweise eine Frühzahlung beantragen. Vielfältige Vorteile Für Unternehmen die Skonti auf alle Eingangsrechnungen erhalten, ergeben sich signifikanten Einsparungen und höhere Gewinnmargen. Aber auch Personaleinsparungen, Imagegewinn sowie langfristig, stabile Partnerschaften mit Lieferanten sind positive Nebeneffekte. Darüber hinaus bringt die Automatisierung der Zahlungsprozesse in der Supply Chain mehr Transparenz in Bezug auf effektive Kosten und Zahlungsverhalten. Auswertungen von Frühzahlungen, Skonti und effektiven Einkaufskosten geben dem Einkäufer eine solide Basis für Preisforderungen und Einkaufsbedingungen bei zukünftige Preisverhandlungen. Sie erleichtern das Durchsetzen von e-Invoicing, und Onboarding neuer Lieferanten. Für den Lieferanten ist die Teilnahme an automatisierten Frühzahlungssystemen meist kostenlos und einfach zu handhaben. Wichtiger als hohe Margen ist vor allem für noch junge Produzenten und kleinere Lieferanten ein positiver Cashflow. Er sichert die Handlungsfähigkeit und Stabilität des Unternehmens. Darüber hinaus können Lieferanten innovative Dynamic-Discounting-Plattformen auch für Eigengeschäfte nutzen - ein wichtiges Argument. Die Kollaboration von Käufern und Lieferanten auf Plattformen für Dynamic Discounting ermöglicht eine faire Zusammenarbeit, durch die beide Seiten profitieren. So wird das Vertrauen zwischen den Geschäftspartner gefördert und die Käufer-Lieferanten-Beziehung gefestigt. (TK)

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