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LOGISTIK express Fachzeitschrift | 2019 Journal 1

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LOGISTIK express 1/2019 | S64 kaum realisieren, wenn die Fahrzeuge mitten auf dem Lieferweg stundenlang aufladen müssen – von einer ungenügend ausgebauten Ladeinfrastruktur wiederum ganz zu schweigen. Und obwohl der Bund auch den Erwerb von E-Lkw mit 40 000 Euro bezuschusst, sind Anschaffung und Betrieb vor allem in der Containerlogistik, wo lange Wege zum Tagesgeschäft gehören, derzeit wirtschaftlich nicht ansatzweise lohnend. Denn auch, wenn unser Geschäft gerne grüner werden möchte und es das auch muss, bleibt unsere oberste Priorität die Wirtschaftlichkeit. Erst wenn sich Umweltschutz mit der wirtschaftlichen Notwendigkeit vereinbaren lässt, kann die Logistikbranche auch mit dem Einsatz elektrischer Lkw dazu beitragen. Ob dies jemals der Fall sein wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt jedoch äußerst fraglich. Hier kommt es nicht zuletzt auf die Innovationsfähigkeit der Autobauer an, das elektrische Fahren auch für Transportunternehmen im Schwer- und Fernverkehr rentabel zu gestalten. Effizienz für wirtschaftlichen und ökologischen Erfolg Als eine vielversprechende Möglichkeit zur Dezimierung der riesigen Anzahl an Lkw auf den Straßen kommt der Einsatz von Longlinern in Betracht. Diese Lkw mit einer Gesamtlänge von 25,25 Metern verfügen über ein sehr großes Ladevolumen und ermöglichen einen effizienteren Güterverkehr. So kann der Einsatz von zwei Longlinern drei Lkw von normaler Größe ersetzen, wovon wiederum die Umwelt durch eingesparte Fahrten und weniger CO2-Emissionen profitiert. Derzeit gelten hierfür jedoch äußerst eingeschränkte Zulassungsrechte auf streng begrenzten Strecken, was einen normalen Betrieb zum jetzigen Zeitpunkt unmöglich macht. Hinzu kommt das Problem der Gewichtsbeschränkung. Eine Anhebung des zulässigen Gesamtgewichtes – was derzeit in Deutschland bei 40 Tonnen liegt – ist dringend notwendig, denn nur so würde das Ladevolumen maximiert, weniger Gesamtfahrten und eingesparter Kraftstoffverbrauch wären die angenehmen Folgen. Andere Staaten gehen diesbezüglich teilweise mit gutem Beispiel voran. In den Niederlanden etwa ist die Gesamtmasse für Gespanne mit fünf und mehr Achsen auf 50 Tonnen begrenzt, die skandinavischen Länder sind hier noch sehr viel liberaler und erlauben teilweise bis zu 74 Tonnen. Eine Anhebung sollte auch auf deutschen Straßen möglich sein. Hier liegt es an der Politik, den Weg zur grenzenlosen, europaweiten Nutzung endlich freizumachen. Einen weiteren wichtigen Punkt in ökologischer wie ökonomischer Hinsicht stellt die Vermeidung von Leerfahrten, also eine größtmögliche Auslastung der Fahrzeuge, dar. Dafür lässt sich die Tourenplanung vor allem dank digitaler Auftragsbearbeitung optimieren und maximal effizient gestalten, was viele Fuhrunternehmen schon heute erfolgreich umsetzen. Spezielle Chassis ermöglichen weiterhin die Aufnahme verschieden großer Container, was den Transportaufwand erheblich verringert und für Flexibilität sorgt. Umständliche Umwege, der Zeit fressende Austausch von Chassis sowie kosten- und CO2-intensive Leerfahrten entfallen dabei, was die Emissionen zusätzlich verringert. In der Kombination mit den hoffentlich bald überall erlaubten Longlinern bieten Chassis viele weitere Einsatzmöglichkeiten und ein großes Potenzial, um die Anzahl der Fahrten und Wege weiter zu reduzieren. Durch höchstmögliche Auslastung ihrer Lkw leisten viele Transportunternehmen bereits heute einen großen und wichtigen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Lkw der Zukunft – grün, autonom, effizient Insgesamt befindet sich die logistische Industrie auf einem guten Weg, grüner zu werden und den modernen Marktanforderungen zu entsprechen. Doch selbstverständlich muss sich der Prozess in Zukunft

weiterentwickeln. Neben den umweltfreundlichen Alternativen zu fossilen Brennstoffen schreitet auch die Entwicklung des autonomen Fahrens voran. Autos und Lastkraftwagen, die sich komplett selbstständig fortbewegen und keinen aktiven Fahrer mehr brauchen, sind natürlich noch Zukunftsmusik. Dennoch tut sich auch auf diesem Gebiet einiges. Erste Testfahrten vollautonomer Pkw fanden schon vor Jahren statt, und auch im Lkw-Segment verstärkt sich dieser Trend. Teilautonome Elemente entlasten die Fahrer schon heute. Allerdings liegt bis zur vollständigen Automatisierung noch ein sehr weiter Weg vor uns, dessen Länge hängt wiederum vom technischen Fortschritt der Automobilindustrie auf diesem Gebiet ab. Hier bleibt es sicherlich äußerst spannend zu beobachten, was die Forscher und Entwickler in den nächsten Jahren und Jahrzehnten auf den Markt bringen. Auf jeden Fall sehe ich hier ein großes Potenzial, das Transportwesen langfristig für die Zukunft gut aufzustellen. Eine Möglichkeit wäre, die Lenk- und Ruhezeiten durch autonomes oder auch teilautonomes Fahren zu flexibilisieren, um höhere Reichweiten am Stück zu ermöglichen und die Fahrer in ihrer Arbeit zu entlasten. Sollte sich die Vision größtenteils oder gar vollkommen autonom fahrender Lkw realisieren, käme dies einer Revolution des Transportwesens gleich. Der Lkw der Zukunft wird eine maximal effektive Auslastung mit höchster Umweltfreundlichkeit und der Automatisierung der Fortbewegung zur wirtschaftlichen Erfolgsformel der Branche vereinen. informiert Fachzeitschrift Newsportal Presseservice B2B Network Firmensuche Jobportal Nur wenn alle Parameter visionären, modernen Straßen- und Güterverkehrs – eine hohe, alltagstaugliche Reichweitenstärke, eine flächendeckende Versorgung mit entsprechenden Tankstellen, schnelles Aufladen kompakter, leichter Akkus sowie ein hochentwickeltes, ausgereiftes System autonomen Fahrens – voll ausgeschöpft sind, kann dies gelingen. (RED) www.logistik-express.com

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