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LE-5-2024-Handel-Distanzhandel

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LOGISTIK express Journal Handel & Distanzhandel LE-5/2024 Inhaltsverzeichnis: Bilanz österreichischer Einzelhandel // Deutschland fällt zurück // Handelsverband bekräftigt Warnung der AGES vor Fernost-Plattformen // Shopper recherchieren vor dem Kauf // Die Zukunft des Handels // Austrian Retail Innovation Awards // Handel leidet unter Zollvorschriften // Recommerce-Markt gewinnt an Bedeutung // Klimaschutz durch Retourenmanagement // GXO veröffentlicht Global Beauty Report // Retourenbetrug - Maßnahmen zur Bekämpfung falscher Reklamationen // Komplexität im E-Commerce Fulfillment // Wohin steuert die Lebensmittellogistik? // Lebensmittel-Kennzeichnung irreführend // Sofort-Lieferungen im Einzelhandel // Online-Supermarkt feiert Geburtstag 50 Verlust statt Gewinn am Black Friday? // Internet-Betrug im Einzelhandel // Branchenprimus Amazon ärgern // Einzelhandels- & Logistikbranche Umbruch // Aufholbedarf bei Schlüsseltechnologien // Netto eröffnet im Loop5 // dm freut sich über Kundenzuspruch // IKEA Österreich legt zu // KI-Projekte beginnen mit Readiness-Check // Arbeitsmarkt-Kompass

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LOGISTIK-EXPRESS.COM LE 5/2024 | S6 JÜRGEN BIERBAUMER AKV: Keine Branche stärker von Insolvenzen betroffen als der Handel Laut den aktuellen AKV-Zahlen verzeichnet der Handel im Branchenvergleich mit Abstand die meisten Insolvenzen. Wie die jüngste Statistik für Jänner bis November belegt, wurde im Handel heuer mit exakt 941 insolventen Unternehmen ein neuer Höchstwert erreicht. Vor diesem Hintergrund haben die österreichischen Händler für 2025 folgende Strategien und Maßnahmen geplant, um ihre wirtschaftliche Existenz nach dem Weihnachtsgeschäft abzusichern: • Investitionsstopp: 49% (Vorjahr: 43%) • Reduktion von Werbespendings: 33% (Vorjahr: 41%) • Personalabbau: 31% (Vorjahr: 32%) • Verkürzte Öffnungszeiten: 24% (Vorjahr: 27%) • Expansionsstopp: 15% (Vorjahr: 24%) • Filialschließungen: 17% (Vorjahr: 19%) X Einzelhandel 2024: Umsatz klettert auf 77,2 Mrd. Euro (nominell +2,7%; real +0,7%) "Aus all diesen Faktoren leitet sich unsere Gesamtjahresprognose 2024 für den österreichischen Einzelhandel von 77,2 Milliarden Euro netto ab. Eine nominelle Steigerung von 2,7% gegenüber 2023", sagt Handelssprecher Rainer Will. "Für 2025 erwarten wir, dass die Effekte des heurigen Weihnachtsgeschäfts noch stärker in den Jänner einwirken, insbesondere durch das Gutscheingeschäft sowie die Umtauschphase im stationären Handel nach Silvester. Spätestens im zweiten Quartal 2025 hoffen wir auf eine signifikante Aufhellung der Konsumlaune." "Die Grunddynamik in der Umsatzentwicklung verlief aufgrund der schwachen allgemeinen Wirtschaftsentwicklung durchwachsen. Das rezessive Konjunkturumfeld hat die Konsumlaune belastet, gleichzeitig ist die Sparquote stark gestiegen. Real liegen die Umsätze aber minimal über dem Vorjahr. Positiv ist auch, dass sich die Inflation in den letzten Monaten normalisiert hat", ergänzt WIFO-Experte Jürgen Bierbaumer. HV-Händlerbefragung: 2/3 setzen auf gezielte Investitionen, um Wachstumschancen abzusichern Laut der jüngsten Blitzumfrage des Handelsverbandes - teilgenommen haben 164 Mitglieder des Handelsverbands aus allen Branchen und Größenklassen - werden 41% der Betriebe im Gesamtjahr 2024 einen Verlust erwirtschaften, 21% maximal ein ausgeglichenes Ergebnis und 38% einen Gewinn. Immerhin 61% der Händler sehen sich in der Lage, 2025 verstärkt zu investieren, um Wachstumschancen abzusichern: • Interne Prozessoptimierung: 35% • Webshop Auf-/Ausbau: 26% • Digitale Prozessoptimierung: 25% • Fokus auf Werbung/Marketing: 23% • Ladenbau & Geschäftsausstattung: 19% • Mitarbeiter-Schulungen: 19% 3-Wünsche ans Christkind: Bürokratieabbau, Fair Play, Maßnahmen gegen Energiekosten Damit uns 2025 das wirtschaftliche Comeback gelingen kann, sind wir auch auf Unterstützung von politischer Seite angewiesen. Seit vielen Jahren existieren im Handel zwei Geschwindigkeiten. Die österreichischen Handelsbetriebe müssen mit einer Ritterrüstung, mit starren Zuschlägen und hohen Lohnnebenkosten einen wahren Hürdenlauf absolvieren. Die globalen

RAINER WILL Internet-Giganten ohne Betriebsstätte in Österreich können hingegen frei wie Vögel agieren und einen eleganten Sprint hin zu den Konsumenten absolvieren. Daher sind jetzt staatliche, lenkungspolitische Schritte erforderlich. 1. Entbürokratisierung Am allerwichtigsten ist ein radikaler Bürokratieabbau! Jahr für Jahr kostet uns der österreichische Bürokratiedschungel bis zu 15 Milliarden Euro. Allein der EU Green Deal füllt im Amtsblatt der EU rund 36.000 Seiten. Gold Plating, also die Übererfüllung von EU-Vorgaben, kostet uns jährlich rund 500 Millionen Euro. Hier gibt es ein massives Einsparpotenzial. Der Einzelhandel zählt laut Retail Restrictiveness Indicator der EU-Kommission zu den am stärksten regulierten Branchen in Europa und Österreich belegt im EU-Vergleich den vorletzten Platz. Der Reformstau und die überbordende Bürokratie behindern die Wettbewerbsfähigkeit und belasten die Unternehmen. Besonders betroffen sind kleine und mittlere Betriebe, die sich in einem Dschungel von Meldepflichten und Formalvorschriften verlieren. Ein echter Gamechanger wäre die Einführung der "one-in-twoout-Regel" auf allen Regulierungsebenen (d.h. für jedes neue Gesetz müssen zwei bestehende abgeschafft werden). 2. Level Playing Field im digitalen Handel Auch im Onlinehandel entgehen dem österreichischen Staat jährlich hunderte Millionen Euro an Steuereinnahmen, weil sich dubiose Fernostplattformen wie Temu oder Shein nicht an die europäischen Vorgaben halten. Von den mind. 2,5 Milliarden Paketen, die pro Jahr aus Fernost nach Europa geliefert werden, sind laut EU-Kommission zwei Drittel falsch deklariert, um Zollgebühren bei der Einfuhr zu umgehen. Der derzeitige 150-Euro-Schwellenwert für die Zollbefreiung von Waren wird von Betrügern stark ausgenutzt, u.a. auch durch die Stückelung der Sendungen in Teillieferungen, so dass kein Zoll und zu wenig Einfuhrumsatzsteuer anfällt. Bei Gesamtausgaben der Österreicher im Internet-Einzelhandel von ca. 10,6 Mrd. Euro beträgt der Kaufkraftabfluss ins Ausland je nach Studie bereits 5 bis zu 8 Mrd. Euro. Der Marktanteil der Anbieter aus Fernost daran dürfte bereits in Richtung 20% tendieren, womit wir bei mittlerweile 1,5 Mrd. Euro Abfluss nach Fernost wären. Der Schaden für den heimischen Handel liegt bei rund 4,5 Mrd. Euro. Wird beispielsweise bei Temu ein Paar Schuhe um 20 Euro gekauft, entgeht dem heimischen Handel dadurch nicht bloß ein Umsatz von 20 Euro, sondern einer von ca. 100 Euro - denn so viel hätte ein durchschnittliches Paar Schuhe hierzulande gekostet. Wir sprechen also im Schnitt von einem Faktor 5, der dem heimischen Handel durch Fernost- Käufe entgeht. Wenn wir also von 1,5 Mrd. Euro Kaufkraftabfluss nach Fernost ausgehen, liegt der Umsatzentgang im Inland (auf Basis eines konservativen Faktors 3) bereits bei 4,5 Mrd. Euro - und der daraus resultierende Steuerentgang im Finanzministerium bei 900 Mio. Euro. 3. Bremse für Energiekostensteigerungen Aus heutiger Sicht fallen mit Ende 2024 wichtige Entlastungen und Zuschüsse im Energiesektor weg. So ist ab Jänner eine Erneuerbaren-Förderpauschale pro Zählpunkt zu leisten, welche in den vergangenen Jahren ausgesetzt bzw. aus dem Bundesbudget finanziert wurde. Auch der Erneuerbaren-Förderbeitrag, welcher

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