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LE-5-2022

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LOGISTIK EXPRESS JOURNAL 5/2022

LOGISTIK express

LOGISTIK express 5/2022 | S42 operierten Lägern (Mann-zur-Ware) und einer vollständigen Automatisierung auf Basis eines Ware-zum Mann-Systems. Die bekanntesten Anbieter von Pick-Buddies sind Locus, 6 River Systems, Fetch Robotics und Geek+. Die Pick-Buddies unterstützen dabei die Kommissionierer, in dem Sie ihnen die vielen langen Wege zwischen dem Kommissionierbereich und dem Konsolidierungs- bzw. Versandbereich abnehmen. Pick-Buddies helfen den Kommissioniern auch, indem Sie die Bilder von den zu pickenden Waren anzeigen, den Kommissionierer zum entsprechenden Lagerfach hinführen oder dort bereits auf den Kommissionierer warten. Durch einen Scanner ermöglichen die Pick-Buddies die Bestätigung des erfolgreichen Pickens und mittels eines Put-by- Light-Systems zeigen Sie dem Kommissionierer auch an, in welchen von den mitgeführten Behältern/Kartons er die Ware ablegen soll, um sie der richtigen Auftragsposition zuzuführen. Dabei sind die Pick-Buddies praktisch bei allen Anbietern so konzipiert, dass sie einfach und intuitiv zu bedienen sind. Für die meisten Pick-Buddies genügt deshalb ein Training im Bereich von wenigen Minuten. Wie sie bereits erkannt haben, ist die enge Mensch-Maschine-Kooperation für die Pick-Buddies ein Grundprinzip. Über die Sicherheit dieser Zusammenarbeit brauchen Sie sich keine Gedanken machen, sie ist in vielen realisierten Anwendungen nachgewiesen. Wirtschaftlich wird ein eine Unterstützung mit Pick-Buddies vor allem, wenn sie mindestens 10 Kommissionierer im Einsatz haben, ihr manuelles Lager über 3.000 m2 groß ist und Ihr tägliches Volumen von Kunden-Auftragspositionen über 2.000 Positionen liegt. Denn daraus ziehen die Pick-Buddies den zweiten großen Optimierungshebel neben der Eliminierung der Wegezeiten für die Kommissionierer: Sie arbeiten mit dynamisch veränderbaren Pick-Zonen und sorgen dafür, dass ein Kommissionierer innerhalb von einer Pick-Zone möglichst wenige und möglichst kurze Wege hat. D.h. sie durchforsten ständig den gesamten Auftragspool auf lokal nahe beisammen liegende Materialien, um Ihr Optimierungspotential hoch zu halten. Zumeist wird diese Optimierung durch künstlich intelligente Optimierungstools unterstützt. Damit die Pick-Buddies den Kommissionierern wirklich helfen können, und die Kommissionierer nicht ständig auf die Pick-Buddies warten müssen, arbeiten die meisten Systeme mit mehreren Robotern pro Kommissionierer. Dabei reicht der Range von 2 Robotern pro Kommissionierer bei tendenziell kleinen Lägern und kleinem Sortiment bis zu 5 Robotern pro Kommissionierer bei großen Lagerbereichen und einem großen und deshalb teilweise eher langsamdrehenden Sortiment. Die Zahl der notwendigen Roboter ist insofern wichtig, als sie der wichtigste Kostentreiber bei der Installation eines Pick-Buddy Systems ist. Die Anbieter von Pick-Buddies weisen in einer Vielzahl von Veröffentlichungen deutliche Produktivitätssteigerungen vor. Vielfach wird von einer Verdoppelung der Anzahl der kommissionierten Kundenaufträge durch CMR-Einführung gesprochen. Ob das für sie wirtschaftlich ist, werden wir im nächsten Kapitel gleich besprechen. 3. Robotic-as-a-Service: Eine Technologie fast ohne kommerzielles Risiko? Wenn Sie also ein manuelles Lager betreiben, die beschriebenen Randbedingungen von Größe, Mitarbeiteranzahl und Auftragspositionen erfüllen, und über eine smarte Automatisierung nachdenken, dann sollten sie zunächst einmal die Gespräche mit einigen (wenigen) CMR-Anbietern suchen, um selbst besser mit der Technologie vertraut zu werden. Und um durch 2 – 3 Angebote die möglicherweise auf sie zukommenden Investitionen bzw. kontinuierlich anfallenden Service-Kosten besser abschätzen zu können. Bezüglich Sicherheit, Integration der Roboter in Ihre Lagerabläufe und die Akzeptanz der Roboter durch ihre Mitarbeiter sollten sie möglichst rasch einen Vor-Ort-Piloteinsatz durch einen der Anbieter organisieren. Denn es gibt kaum eine Automatisierungstechnologie, die man so rasch und einfach vor Ort testen kann wie die der Pick-Buddies. In der Regel brauchen Sie keine physischen Umbauten ihres Lagers, sie brauchen nur eine einfache Integration mit Ihrem WMS und deshalb auch keine Umprogrammierungen. Das physische Equipment selbst, d.h. die Roboter sind klein und einfach zu transportieren und in den meisten Fällen steht einem ein-/zweiwöchigen Test mit 1 – 2 Robotern ganz wenig entgegen.

Damit sehen Sie gleich in ihrer tatsächlichen Lagerwelt, ob und wie die Roboter funktionieren, ob und wie sie sich in ihre Prozesse einbinden lassen, ob und wie die Mitarbeiter die „neuen Kollegen“ akzeptieren oder nicht. Und sie werden sehen, dass sie selbst in der kürze der Zeit ganz viel über die neue Technologie lernen und Ängste vor dem Einsatz reduzieren werden. Bevor Sie dann aber über den Einsatz dieser Technologie final entscheiden, sollten Sie mit ihren 2 – 3 Anbietern auch die notwendigen Investitionen (CAPEX) bzw. die notwendigen dauerhaft anfallenden Kosten (OPEX) abgeklärt haben. Und zwar so, dass auch für Sie ein positiver Business Case daraus wird. Die meisten Anbieter von Pick-Buddies präferieren eine Bezahlung in Form eines Robots-as-a-Service Modells. Die einmaligen Projekteinführungskosten liegen in der Regel in einem niedrigen sechsstelligem Bereich (hängt vielfach von der Größe des Lagers ab) und somit sind die CAPEX für diese Form der Automatisierung gering. Das Robotics-as-a-Service-Modell (RaaS) klingt am Anfang auch vielversprechend. Denn die Anbieter sind geübt, Ihnen eine kurze Amortisationszeit vorzurechnen. Allerdings lohnt es sich in den meisten Fällen - gerade bei einem RaaS-Modell - auf die wirklichen Kosten und ihre tatsächlich langfristig erzielten Kostenvorteile zu schauen. Bei einem meiner kürzlich durchgeführten Kundenprojekte hatten wir den Fall, dass die Pick-Buddy-Anbieter eine monatliche Fee pro Roboter in der Größenordnung von 1.200 – 1.500 € erzielen wollten. Das klingt nicht hoch, denn es kreiert jährliche Kosten zwischen 15.000 € und 18.000 €. Der Nachteil bei einem RaaS-Modell liegt darin, dass die Anbieter diesen Betrag unendlich lange, d.h. über den gesamten Lebenszyklus des Roboters verlangen. Wenn sie also ein System haben, bei dem sie 3 Roboter pro Kommissionierer einsetzen, dann entstehen rasch jährliche Kosten in der Größenordnung von 45.000 € bis 50.000 €. Das zahlen in Deutschland mittlerweile viele Firmen auch für einen operativen Logistik-Mitarbeiter in Form von dessen Lohnkosten. Wenn sich also die mit den Pick-Buddies erzielte Kommissionierleistung verdoppelt (was viele CMR-Systeme auch erreichen), dann haben Sie vordergründig nichts gewonnen. Sie haben die jährlichen Mitarbeiterkosten gegen jährliche RaaS-Kosten für einen Roboter ausgetauscht. Jetzt werden Sie argumentieren: eigentlich kein schlechter Deal, denn die meisten Firmen haben mittlerweile Probleme, gute und zuverlässige Logistik-Mitarbeiter zu finden und für sich zu begeistern. Der Markt an zuverlässigen Mitarbeitern ist nämlich zur Zeit in den meisten Regionen sehr knapp. Der tatsächliche Vorteil des Pick-Buddies liegt aber bei dieser Rechnung darin, dass der Roboter-Kollege weniger rasch ermüdet. Er arbeitet nämlich für das gleich Geld nicht nur eine, sondern sogar drei Schichten. Kurzum: für meinen Klienten hat sich das RaaS-Modell mit der Einführung eines 3-Schicht-Betriebes gelohnt. Damit braucht man nämlich für die notwendige Anzahl von Kundenauftragspositionen insgesamt weniger Kommissionierer und mit einem Verhältnis von 2 – 5 Robotern pro Kommissionierer auch weniger Roboter für die die monatliche Service-Rate zu bezahlen ist. Und damit rechnet sich dann die Pick-Buddy- Einführung innerhalb von wenigen Jahren. Aber noch erfolgreicher kaufen Sie Ihren Pick-Buddy, wenn Sie mit Ihrem CMR-Lieferanten nicht eine Bezahlung auf dem Robotic-asa-Service Prinzip (RaaS) vereinbaren, sondern ein RaaT, eine Bezahlung der monatlichen Service-Rate nur für den Fall, wenn zuvor vereinbarte Leistungsziele erreicht wurden, also auf dem Prinzip Robotics-at-achieved- Targets. (RED) Info eMail: wolfgang.keplinger@eccell.online

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