LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S20 Zoll auf Billigimporte: Längst überfälliger erster Schritt gegen Paketflut Ab 1. Juli gilt die neue Zollabgabe auf Kleinsendungen aus Drittstaaten. Langjährige Forderung des Handels für mehr Wettbewerbsgerechtigkeit wird umgesetzt. Mehr als jeder dritte Wiener kauft mittlerweile bei Temu, jeder Vierte bestellt bei Shein. Die anhaltende Paketflut, insbesondere aus China, setzt den heimischen Handel massiv unter Druck. Ab 1. Juli werden diese Bestellungen teurer, denn die bisherige Zollfreigrenze für Kleinsendungen unter 150 Euro entfällt, stattdessen wird von der Europäischen Union eine pauschale Zollabgabe von drei Euro pro Artikelkategorie eingehoben. Damit wird eine langjährige Forderung des Wiener Handels umgesetzt. Für Margarete Gumprecht, Obfrau der Sparte Handel in der Wirtschaftskammer Wien ist das ein längst überfälliger erster Schritt zu faireren Wettbewerbsbedingungen im Online-Handel: „Für unsere Wiener Händler ist das ein wichtiger Erfolg. Bisher konnten Anbieter aus Drittstaaten von der Zollbefreiung für Kleinsendungen bis 150 Euro profitieren. Gleichzeitig war es bei Milliarden Paketen kaum möglich, alle Sendungen ausreichend zu kontrollieren. Das verschaffte ihnen Vorteile gegenüber heimischen Händlern, die sämtliche europäischen Vorschriften einhalten müssen. Mit der neuen 3-Euro-Zollgebühr wird dieses Ungleichgewicht erstmals korrigiert. Das stärkt den heimischen Handel und macht den Wettbewerb wieder ein Stück fairer. Wer in Europa verkauft, muss sich auch an die europäischen Spielregeln halten.“ Die neue 3-Euro-Zollgebühr gilt für Kleinsendungen aus Drittstaaten - etwa aus China, den USA oder der Schweiz - mit einem Warenwert unter 150 Euro. Für solche Pakete werden künftig drei Euro je Warenkategorie eingehoben. Wer mehrere Produkte derselben Kategorie bestellt - etwa mehrere T-Shirts -, zahlt die Gebühr nur einmal. Werden unterschiedliche Produktgruppen bestellt, fällt die Gebühr für jede Warenkategorie an.
Allein 2024 wurden rund 4,6 Milliarden Pakete mit einem Warenwert unter 150 Euro in die Europäische Union importiert - mehr als 90 Prozent davon aus China. Die 3-Euro-Zollgebühr ist eine Übergangslösung bis zur Reform des EU-Zollsystems im Jahr 2028. Dann wird die bisherige Ausnahme für Sendungen unter 150 Euro abgeschafft und auch diese Waren werden regulär verzollt. „Dieser erste Schritt gegen die Paketflut aus China muss weitere Maßnahmen nach sich ziehen. Plattformen aus Drittstaaten müssen dieselben Vorgaben zu Verpackung, Entsorgung, Produktsicherheit und Konsumentenschutz einhalten wie heimische Betriebe. Fairer Wettbewerb heißt: gleiche Regeln für alle - auch für jene, die von außerhalb der EU nach Europa liefern“, so Gumprecht. Ab 1. November 2026 soll zusätzlich eine EU- Bearbeitungsgebühr für Pakete aus Drittstaaten eingeführt werden. Damit sollen die Kosten für Zollabfertigung, Sicherheitskontrollen und Marktüberwachung mitfinanziert werden. Aus Sicht der WK Wien sollte dieser nächste Reformschritt nun rasch umgesetzt werden: „Wer Milliarden Pakete in die Europäische Union liefert, muss sich auch angemessen an den Kosten für Zollabfertigung, Sicherheitskontrollen und Marktüberwachung beteiligen.“ Wiener Handel klar gegen nationale 2-Euro-Paketsteuer Mit dem EU-Pauschalzoll ab 1. Juli und der ab November geplanten EU-Bearbeitungsgebühr ab 1. November setzt die Europäische Union erste wichtige Schritte, um Billigimporte aus Drittstaaten gezielt stärker in die Pflicht nehmen. Das begrüßt der Wiener Handel ausdrücklich, anders verhält es sich mit der österreichischen Paketsteuer. Diese ist ab 1. Oktober geplant und soll pro Paket bzw. Bestellung zwei Euro betragen. Bei der Paketsteuer handelt es sich um eine rein innerösterreichische Lösung, die auch für Bestellungen aus Österreich und anderen EU-Staaten gilt. „Wer glaubt, mit einer nationalen Paketabgabe internationale Online-Giganten zu besteuern, ist auf dem Holzweg. Die geplante Regelung trifft nicht nur große Versandunternehmen, sondern auch zahlreiche kleine Wiener Händler, die über größere Online-Plattformen verkaufen. Die Zeche zahlen die österreichischen Händler und Konsumenten. Neue Hürden, Hindernisse und Gebühren für unsere heimischen Händler sind genau das Gegenteil von dem, was die Branche braucht“, so Gumprecht abschließend. (RED) Möchten Sie Ihre Kraftstoffkosten um bis zu 15 % senken? Mit Webfleet gelingt es! Kontaktieren Sie uns: webfleet.com | 069 6630 8024 Let’s drive business. Further. 20260527-wf-ease-of-use-fuel-saving-190x70-de-v4.indd 1 12/6/26 14:08
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