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LE-3-2026-Journal-I&E

LOGISTIK express Journal 3-2026 Intralogistik & E-Commerce

LOGISTIK-EXPRESS I&E

LOGISTIK-EXPRESS I&E 3/26 | S16 Die zweite Phase - partnerbasiertes Fulfillment Sobald das Händler-Ökosystem in Österreich wächst, wird Temu partnerbasierte Fulfillment- Lösungen anbieten - ähnlich wie in anderen europäischen Märkten. Die dritte Phase - eigene Infrastruktur Wenn die Mengen in Österreich groß genug sind wird Temu wohl den Schritt zur eigenen Fulfillment- und Zustellinfrastruktur gehen. Der Zeitpunkt für diese Phase ist offen, aber die strategische Logik ist unausweichlich. Das klare Ziel: 80 Prozent lokales Fulfillment. Temu hat das Ziel, 80 Prozent der europäischen Bestellungen aus lokalen Lagerbeständen zu bedienen. Das Local Seller Program ist das zentrale Instrument, um dieses Ziel zu erreichen. Die gesamte Strategie - von der Händlerakquise über die Post-Partnerschaft bis zum geplanten Fulfillment - ist auf dieses Ziel ausgerichtet. Ausblick: Eine neue Ära für die europäische Logistik Die Zollreform sollte den europäischen Handel schützen - doch sie könnte das Gegenteil bewirken. Die Chinesen haben die Zeichen der Zeit erkannt und bauen mit atemberaubender Geschwindigkeit eine innereuropäische Infrastruktur auf. Die Implikationen für die europäische Logistikbranche könnten weitrechend sein: Preisdruck durch massive Skaleneffekte, Same-Day als neuer Standard, Infrastruktur- Engpässe durch die chinesische Belegung von Lagerkapazitäten und die Kontrolle über Kundendaten durch die Logistik-Player. Die europäische Logistikbranche ist auf die Kostenstrukturen, Effizienzen und Kapazitäten der chinesischen Systeme nur unzureichend vorbereitet. Die Öffnung der Plattformen für lokale Händler ist verlockend - aber sie schafft neue Abhängigkeiten, die nicht ohne Risiko sind. Die Zollreform schafft einen zusätzlichen Grund, in Europa noch stärker als bisher in Lager, Fulfillment und Last Mile zu investieren. Die nächsten zwölf Monate werden zeigen ob die chinesische Logistik-Offensive zu einer dauerhaften Disruption führt. Mitrarbeit bei dem logistic-natives e.V. ist erwünscht und der Verband ist das internationale Netzwerk für Logistik und Infrastruktur im modernen Handel. Herzlich gerne laden wir Sie ein, sich aktiv bei den logistic-natives einzubringen. Für weitere Informationen steht Ihnen Florian Seikel (florian. seikel@logistic-natives.de) als Geschäftsführer oder Martin Füll direkt aus Wien zur Verfügung. (RED)

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