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LE-3-2022

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LOGISTIK express Journal 3/2022

LOGISTIK express

LOGISTIK express 3/2022 | S34 INTRALOGISTIK Ein Unternehmen kann man nicht allein mit Technologie führen ProGlove CEO Andreas König glaubt fest an den Wert der menschlichen Arbeitskraft. Kürzlich nahm er an der Podiumsdiskussion des Weltwirtschaftsforums „The Augmented Workforce Experience“ teil. In diesem Kommentar teilt er einige seiner Erkenntnisse und skizziert einen Weg zur bestmöglichen Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine. BEITRAG: REDAKTION Derzeit sehen wir uns mit vielen Herausforderungen konfrontiert. Im anglo-amerikanischen Raum grassiert aktuell eine Kündigungswelle unter dem Schlagwort „The Great Resignation“. Dazu kommen der globale Arbeitskräftemangel und die nicht enden wollenden Unterbrechungen der globalen Lieferketten. Und dennoch scheint es, als wollte man vielerorts einen unserer größten Fehler wiederholen, indem man beim Einsatz von Technologie die menschlichen Arbeitskräfte vergisst. Robotik, künstliche Intelligenz und Automatisierung sind Geschenke, aber wenn wir sie unseren Unternehmen einfach überstülpen, vergeben wir damit einen Großteil der möglichen Ernte. Stattdessen leisten wir ihrer Verteu- Andreas König steht seit Dezember 2018 als CEO an der Spitze von ProGlove. Vor seinem Engagement bei dem Münchener Unternehmen war König als CEO beim schwäbischen ‚Einhorn‘ TeamViewer tätig. Dort steigerte er gemeinsam mit seinem Team nicht nur die Zahl der Installationen auf über 1,5 Milliarden, sondern erhöhte auch den Kreis der Nutzer auf 400 Millionen. Zuvor führte der gebürtige Österreicher als CEO das Zepter bei der Swisscom IT Services AG, wo er zwei Geschäftseinheiten mit über 4.500 Mitarbeitern integrierte. Davor zeichnete König als Senior Vice President und General Manager EMEA bei NetApp verantwortlich. Unter seiner Führung gelang dem Speicherspezialisten ein makelloser Auf- und Ausbau des Unternehmens am europäischen Markt. Insgesamt kann König auf mehr als 20 Jahre Managementerfahrung zurückblicken.

felung Vorschub. Um es klar zu sagen: In der heutigen Welt sind vollautomatisierte Arbeitsabläufe eher Science Fiction denn Realität. Diese Technologien sind mit einer Reihe von kritischen Einschränkungen und Grenzen verbunden. Weit sinnvoller wäre es, sie als Ergänzung und damit als Unterstützung für die Mitarbeiter zu betrachten. Dazu muss man Vertrauen schaffen, den Mitarbeitern zuhören und den Wert ihrer tagtäglichen Leistung buchstäblich wertschätzen. Denn andernfalls werden wir am Ende einen hohen Preis zahlen. Während meiner Teilnahme am Podium des Weltwirtschaftsforums „The Augmented Workforce Experience“ erfuhr ich, dass allein in den USA derzeit etwa 800.000 Arbeitskräfte im Bereich Produktion gesucht werden. Und in fünf Jahren wird es dort wohl drei Millionen offene Stellen im verarbeitenden Gewerbe geben. Als Faustregel kann man davon ausgehen, dass jeder Dollar, der im verarbeitenden Gewerbe ausgegeben wird, seinen Wert für die US-Wirtschaft fast verdreifacht. Ähnliches gilt sicher auch für Zentraleuropa. Dies vermittelt ein Gefühl für den Wert, der entgeht, wenn wir nicht in die Arbeitskräfte des verarbeitenden Gewerbes investieren. Versuchen Sie mal, einem Roboter etwas beizubringen Werker einfach durch Roboter zu ersetzen, ist derzeit aus einem einfachen, aber einleuchtenden Grund keine Option: Es ist schlicht nicht möglich. Versuchen Sie einmal, einem Roboter beizubringen, ein einzelnes T-Shirt aus einem Regal zu nehmen, statt des ganzen Stapels! Oder bringen Sie ihn dazu, eine spontane Lösung für einen recht einfachen Fehler zu finden, der in einer vollautomatisierten Umgebung alles zum Stillstand bringen könnte! Automatisierung ist zudem nicht einfach zu implementieren. Sie erfordert große Investitionen und ist mit hoher Komplexität verbunden. Hinzu kommt, dass das vielfach entfremdende Gerede über Automatisierung das Gefühl erzeugt, dass die menschliche Arbeit in der Fertigung keine Zukunft hat. Wer sollte sich so berufen fühlen, in der Produktion zu arbeiten? Ein derartiges Szenario kann also kaum dazu beitragen, den derzeitigen Arbeitskräftemangel zu beheben.

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