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LE-3-2021

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LOGISTIK express Ausgabe 3/2021

LOGISTIK express

LOGISTIK express 3/2021 | S12 Österreichs Handel: Jahresbilanz 2020 & Corona-Prognose 2021 Die privaten Haushaltsausgaben sind im Vorjahr real um 8,2% auf 192,5 Mrd. Euro geschrumpft. Das Vorkrisenniveau werden wir erst 2024 wieder erreichen. Der eCommerce-Anteil steigt auf den Rekordwert von 11,2%. Aber: Nur ein Drittel der Pakete wird im heimischen Onlinehandel bestellt. BEITRAG: GERALD KÜHBERGER Einzelhandel muss reales Umsatzminus von 1,3% auf 67,6 Mrd. Euro verkraften 2020 sind die Ausgaben der privaten Haushalte in Österreich von 206,5 Milliarden Euro um -6,8 Prozent auf 192,5 Milliarden Euro gesunken. Inflationsbereinigt liegt das Coronabedingte Minus sogar bei -8,2 Prozent. Der Rückgang der Ausgaben traf primär den Dienstleistungs- und Kfz-Sektor. Der Einzelhandel musste ein reales Umsatzminus von rund -1,3 Prozent auf 67,6 Milliarden Euro verkraften. GERALD KÜHBERGER PRESSESPRECHER HANDELSVERBAND Der Handel ist in Österreich einer der größten Wirtschaftssektoren und mit 603.000 Beschäftigten zweitgrößter Arbeitgeber. Der private Konsum trägt rund 50 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei. Welche Produktgruppen die Privatausgaben im stationären Einzelhandel sowie im Distanzhandel 2020 angetrieben haben und wie stark die Paketvolumina heimischer KEP-Dienstleister angesichts der Pandemie und des Online-Shopping-Booms gestiegen sind, untersucht die brandneue Jahresbilanz "Österreichs Handel in Zahlen" von Branchenradar.com Marktanalyse und Handelsverband. Darüber hinaus liefert die Studie die erste Corona-Jahresprognose für das Gesamtjahr 2021. "Die Ausgaben der Österreicherinnen und Österreicher sind im Corona-Jahr 2020 um -8,2 Prozent eingebrochen. Für 2021 erwarten wir zwar eine leichte Erholung von real +0,5 Prozent, das Vorkrisenniveau werden wir aber vermutlich erst 2024 wieder erreichen. Insgesamt haben uns die Covid-Lockdowns Ausgabenausfälle von 39 Milliarden Euro gekostet", erklärt Handelsverband Geschäftsführer Rainer Will die zentralen Ergebnisse der Studie. "Die Einkäufe konzentrierten sich im Vorjahr ganz stark auf In-Home-Produkte. Das Podium der Top3-Wachstumssieger 2020 bilden Nahrungsmittel mit +8,6 Prozent, Videospiele mit +6,7 Prozent, Grünraumprodukte mit +5,4 Prozent. Alle Ausgaben in Zusammenhang mit sozialen Kontakten und Outdoor- bzw. Freizeitaktivitäten waren hingegen rückläufig", ergänzt Studienautor Andreas Kreutzer von der branchenradar.com Marktanalyse. Schadensausmaß der Pandemie im stationären Handel enorm Auf den ersten Blick scheint es so, als sei der heimische Einzelhandel mit einem blauen Auge durch die Corona-Krise gekommen. Erst bei genauerer Betrachtung der Zahlen wird klar, wie enorm das Schadensausmaß der Pandemie tatsächlich ist.

Allein die Umsatzverluste für die "Osterruhe" im Osten belaufen sich auf 1,95 Milliarden Euro. Der Onlinehandel konnte einen Teil dieser Verluste auffangen, allerdings haben davon insbesondere Webshops aus Drittstaaten wie Amazon profitiert. Im Branchenvergleich hat es den stationären Modehandel mit einem Umsatzeinbruch von -24 Prozent am schlimmsten getroffen, aber auch die Wintersportgeräte-, Schmuck- und Schuhhändler mussten Verluste von weit über -15 Prozent im Vergleich zu 2019 hinnehmen. Besonders Händler in Tourismusregionen und Großhändler, die die Gastronomie beliefern, haben dramatische Umsatzausfälle bis hin zu Totalausfällen zu beklagen. Je kleiner der Betrieb, je weniger digital und je abhängi-ger vom Tourismus, desto geringer die Liquiditätsreserven und desto dicker das Minus. Aktuellen Studien zufolge müssen in den nächsten zwei Jahren 5.000 bis 10.000 Geschäfte schließen, dadurch sind zehntausende Jobs gefährdet. "Die mittel- und langfristigen Schäden werden oft ausgeblendet oder nicht verstanden. Diese Effekte werden uns durch Betriebsschließungen, Insolvenzen, Arbeitslosigkeit und soziale und psychische Auswirkungen noch jahrelang begleiten. Daher haben wir immer das Motto 'Leben und Wirtschaften mit dem Virus' geprägt, dem sich die Politik leider nur zaghaft angeschlossen hat", bestätigt Will. Onlinehandel mit +17% dynamisch Der Distanzhandel befindet sich in Österreich laut Studie weiterhin auf Wachstumskurs. "Der Onlinehandel hat im letzten Jahr erneut an Bedeutung gewonnen. Der Vertriebskanal generierte während der Pandemie satte +17 Prozent höhere Privatausgaben. Damit steigt der eCommerce-Anteil am gesamten Einzelhandelsumsatz auf den neuen Rekordwert von 11,2 Prozent", so Rainer Will.

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