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LE-3-2016

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LOGISTIK express Fachzeitschrift

TRANSPORT & LOGISTIK

TRANSPORT & LOGISTIK Flughafen Wien baut Cargo- Kapazitäten aus Luftfracht ist auf dem Wiener Flughafen Schwechat eine tragende Säule des Airport Geschäfts. Das Gros der heimischen Luftfracht wird hier abgefertigt. Das nach und von Wien geflogene Gütervolumen lag im Vorjahr bei knapp 200.000 Tonnen. BEITRAG: PI/REDAKTION „LUFTFRACHT GEWINNT DAZU“ Um für die Anforderungen der nahen Zukunft gewappnet zu sein, wird derzeit kräftig investiert und das bestehende Luftfracht-Center um eine Fläche von 13.000 m2 für den Luftfrachtumschlag erweitert. Wie Flughafen-Vorstand Günther Ofner bei der Vorstellung der Terminalpläne für den Flughafen kürzlich ankündigte, werden dafür 16 Mio. Euro allein für das Cargo-Investment in die Hand genommen. Derzeit verfügt der Airport für die Luftfracht über ein Handling-Areal von rund 30.000 m2. Expandiert wird aus zwei Gründen: Spediteure und Airlines sollen bessere Handling-Bedingungen auf dem Vorfeld erhalten und für niederlassungswillige Unternehmen im Einzugsbereich des Flughafens werden mit der Erweiterung optimale Bedingungen beim Zugang zum Cargo-Handling geschaffen. Wien als Cargo-Drehscheibe auszubauen ist nicht zuletzt notwendig, weil Luftfracht global ein Wachstumsmarkt ist und die Anforderungen an die Airports für den Frachtumschlag immer komplexer werden, weiß Julian Jäger, Vorstandsmitglied des Wiener Flughafens: „Mit dieser Expansion können wir uns besser aufstellen“. Als Standortkriterium für Spediteure, aber auch für die Fluglinien mit hohem Frachtaufkommen ist die schnelle und qualitativ hochwertige Frachtabfertigung wichtiger Bestandteil beim Warenversand rund um den Globus. Der Ausbau der Cargo-Kapazitäten in Schwechat ist Teil eines ambitionierten 500 Mio. Euro Investitionsprogramms in den Infrastrukturausbau im gesamten Flughafenareal. Realisiert werden die Pläne bis zum Jahr 2023. Seit Anfang dieses Jahres bietet der Flughafen ein Dokumenten-Handling an. Schon im Vorjahr wurde das Airport-City- Konzept gestartet. Im Mittelpunkt dieses Konzepts steht neben der Vielfalt der Dienstleistungen am Standort vor allem die ganzheitliche Betrachtung und das Zusammenwirken der einzelnen Partner entlang der Wertschöpfungskette, betont Ofner. Im Frachtbereich bedeutet das etwa, dass man sich beispielsweise nicht nur auf die eigene Logistikkompetenz am Flughafen konzentriert, sondern darüber hinaus auch auf das Teilen von Synergien potenzieller Partner und Dienstleister. Für diese ist ein gut aufgestellter Logistikstandort wie der Flughafen von Nutzen. So hat etwa der Logistikdienstleister Kühne + Nagel seine österreichische Unternehmenszentrale nach Wien-Schwechat verlegt. Ausschlaggebend für die Ansiedlung waren die Nähe zu den Logistikeinrichtungen am Flughafen und die gute Infrastruktur durch die Airport City. Die Bedeutung der Luftfracht gerade im Außenhandel befindet sich im Steigflug. In Deutschland wurden im vergangenen Jahr Waren im Wert von 234 Mrd. Euro mit dem Flugzeug befördert. Das entspricht einer Steigerung von mehr als zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit wird eine Entwicklung bestätigt, die seit 2007 anhält. Während der gesamte deutsche Außenhandel um 24 % wuchs, stieg der Wert der per Luftfracht beförderten Waren im selben Zeitraum um 44 Prozent und somit fast doppelt so schnell. Generell herrscht im Luftfrachtgeschäft ein scharfer Wettbewerb, buhlen doch die Fluglinien mit zahlreichen zusätzlichen Dienstleistungen um jeden Kilogramm Fracht. Im vergangenen Jahr wurden rund um den Globus knapp mehr als 51 Mio. Tonnen Güter als Luftfracht transportiert. Die Schattenseite dabei: Die Umsätze fielen auf 52 Mrd. US-Dollar zurück, im Rekordjahr 2011 lagen sie bei 67 Mrd. US-Dollar. Beim Wert der beförderten Waren liegt Air Cargo weltweit vor allen anderen Transportarten. Sechs Billionen Euro sind die Güter wert, die jährlich per Luftfracht um den Erdball geflogen werden. In Österreich lässt sich die steigende Bedeutung der Luftfracht zwar nicht nach dem Warenwert, sondern nur mit dem geflogenen Gewicht belegen. Mehr als 330.000 Tonnen Fracht wurden im Vorjahr auf Österreichs Flughäfen abgefertigt. Gegenüber 2014 war das laut der Arbeitsgemeinschaft der Österreichischen Verkehrsflughäfen ein Plus von 1,8 % und verleiht der österreichischen Luftfrachtbranche Flügel. Trotz der Unruheherde in der Welt sieht Mario Rehulka, Präsident des österreichischen Luftfahrtverbandes, die Entwicklung für Luftfracht in Österreich grundsätzlich positiv. Er verweist dabei auf Prognosen im World Cargo Fore- 54 LOGISTIK EXPRESS 3/2016

cast, in dem bis zum Jahr 2034 mit einem jährlichen globalen Wachstum beim Luftfrachttransport von fünf Prozent gerechnet wird. „Das ist auch auf transkontinentalen Routen von/aus Österreich zu erwarten“, sagt Rehulka, der seiner beruflichen Aktivzeit u. a. im Vorstand bei Austrian Airlines war. Obwohl die Flughäfen in Wien und Linz sichtbar in Luftfrachtumschlagsanlagen investieren, „sind wir im internationalen Konkurrenzvergleich zu staatlichen Flughäfen und Staatsfluglinien im Nahen Osten nur kleine Mitbewerber.“ Im Report „Luftfahrt und Wirtschaft“ des österreichischen Luftfahrtverbandes aus dem Vorjahr werden die signifikanten Nachteile der europäischen Länder und so auch Österreichs gegenüber den staatlich regulierten Airports und Airlines in Dubai, Abu Dhabi, Doha und in der Türkei aufgezeigt. Die Perspektiven für Europas Airlines und Flughäfen sind in diesem Report keine rosigen, weil die Wettbewerbsbedingungen extrem unterschiedlich sind. Österreichs Airports setzen auf Luftfracht Nicht nur auf dem Wiener Flughafen spielt Luftfracht eine wichtige Rolle, auf den Bundesländerairports ist sie nicht weniger eine tragende Säule des Flughafengeschäfts. Der Linzer Flughafen Hörsching verzeichnete 2015 bei der Luftfracht ein Plus von 3,5 Prozent. Mit rund 46.000 Tonnen sei man durchaus zufrieden, zieht Ingo Hagedorn, Leiter Marketing und Vertrieb des Flughafens eine positive Bilanz. Bemerkenswert für Linz ist, dass hier geflogene Fracht um sechs Prozent sank, während die Road-Feeder-Services um beinahe sieben Prozent anzogen. Zu den Highlights des Vorjahres zählen neben der Abfertigung zahlreicher Frachtcharter auch das Handling von Pferden aus dem arabischen Raum, die für ein Turnier nach Österreich geflogen wurden. Linz ist eine exklusive EU-zertifizierte Grenzkontrollstelle für Tiere. Oberösterreichs Hauptstadt hat sich zu einem Regionalflughafen mit Profil gemausert, den die Airlines mit Vorliebe für den lokalen Umschlag bzw. für Transshipment-Transporte nutzen. Die Ansprüche der Airlines an die Flughäfen im Aircargo-Geschäft steigen und werden immer spezieller - darauf muss man reagieren. Beispielsweise ist ein Trend zur Speziallogistik zu bemerken: sprich temperaturgeführte, verderbliche Waren bedürfen eines speziellen Handlings. Nach einem sensationellen Jahr 2013 ging es auf dem Flughafen Graz im Vorjahr bei Luftfracht bergab. Es wurde um 10 Prozent weniger Güter umgeschlagen. Mit 8.696 Tonnen lag das Volumen um beinahe 1.000 Tonnen niedriger als im Jahr zuvor. Während das Trucking um 10 Prozent verlor, legte die geflogene Fracht um einen halben Prozent zu, erklärt Gerhard Widmann, CEO des Flughafens. Um das Luftfrachtgeschäft zu forcieren gründete der Airport mit dem Dienstleister Swissport Anfang Februar dieses Jahres ein Joint-Venture. Die Verlader in Graz „werden von den verbesserten Qualitätsstandards, gepaart mit dem lokalen Know-How und etablierten Infrastrukturen profitieren“, erklärt Dirk Schmitt, CEO von Swissport Cargo Services Deutschland und Österreich. Die operative Abwicklung bleibt so wie bisher, allerdings wird das Speditionshandling als zusätzlicher Service für die ansässigen Spediteure intensiviert, WIR BEFÖRDERN ... ergänzt Schmitt. Viele Speditionsunternehmen zentralisieren, was dazu führt, dass große Frachtdrehscheiben bedient werden und Luftfracht teilweise an kleinen Regionalflughäfen vorbeigezogen wird. Schmitt: „Dem versuchen wir mit einer raschen, unkomplizierten Abfertigung und der Möglichkeit, auf Sonderwünsche der Kunden gut eingehen zu können, entgegenzuwirken.“ Zugelegt auf mehr als 11.000 Tonnen hat Fracht im Vorjahr auf dem Salzburg Airport W. A. Mozart. „Die Entwicklung bei der Luftfracht können wir positiv bewerten“, sagt Alexander Klaus, Flughafensprecher des Airports. Geflogene Fracht legte um sechs Prozent zu, die Lkw-Trucking-Verkehre erhöhten sich um elf Prozent. Über den Innsbrucker Flughafen wurden im Vorjahr rund 1.300 Tonnen Fracht umgeschlagen, „was ein Minus von 25 Prozent gegenüber 2014 war und den negativen Trend der vergangenen Jahre fortgesetzt hat“, bilanziert Marco Pernetta, Geschäftsführer des Flughafen Innsbruck. Für Regionalflughäfen ohne Integrator- Verkehre wird es schwieriger, sich als Umschlagsplatz für Luftfracht zu behaupten. Die in Tirol generierten Volumina zieht es größtenteils direkt zu jenen Airports, die als Hubs fungieren, was auf Innsbruck weniger zutrifft. [RE] 55

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