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LE-2-2022

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LOGISTIK express Journal 2/2022

LOGISTIK express

LOGISTIK express 2/2022 | S44 TRANSPORT & LOGISTIK Neue Lockdowns in China: Einfluss auf deutsche und österreichische Wirtschaft Neue Coronavirus-Ausbrüche in verschiedenen Großstädten Chinas und insbesondere in Schanghai bereiten der deutschen und österreichischen Wirtschaft Sorgen. Die immer noch verfolgte Null-Covid-Strategie der chinesischen Regierung könnte künftig wieder zu starken Störungen in den Lieferketten führen. REDAKTION: DIRK RUPPIK Während in Europa bereits viele Länder Covid-Restriktionen abgebaut haben bzw. abbauen, breiten sich in China die relativ milden Omikron-Varianten BA.1 und BA.2 rasant aus. Seit Mitte März sind rund 37 Millionen Menschen im Lockdown. Mit Stand Ende März wurden rund 150 Tausend Omikron-Fälle in 21 Provinzen und Stadtgemeinden sowie Großstädten wie Peking, Shanghai und Shenzhen entdeckt. Allerdings sind so gut wie keine Sterbefälle zu beklagen. Die chinesische Regierung fährt eine sogenannte Null- Covid-Strategie und bekämpft jeden Ausbruch massiv mit harten Gegenmaßnahmen wie gezielten Lockdowns und Testkampagnien. Laut Reuters sind bisher die meisten Fälle (rund 70 Prozent) in der Nähe der nordkoreanischen/ russischen Grenze in Jilin aufgetreten (1). In Jilin, Changchun, Shenzhen und Dongguan dürfen Anwohner ihre Wohnung nicht verlassen. Ausnahmen sind systemrelevante Mitarbeiter und Notfall-Personal. Nur eine Person pro Haushalt darf alle zwei bis drei Tage Einkäufe tätigen (Anm. d. Red., In Shenzhen und Dongguan wurden die Maßnahmen mittlerweile wieder aufgehoben). In Langfang in der Nähe von Peking dürfen Anwohner ihre Wohnungen nur in Notfällen verlassen. Trotz der relativ milden Omikron-Varianten gibt es im Land der Mitte bisher keine Anzeichen, dass die Regierung von der Null-Covid Strategie abweichen will. Kopfschmerzen wegen Lockdowns in Schanghai Ende März wurde Shanghai mit 26 Millionen Einwohnern wegen der steigenden Infektionen in

einen Lockdown versetzt, der zunächst neun Tage andauern soll. Er erfolgt in zwei Phasen, um die Wirtschaft weitestgehend zu schonen. Zunächst wird ein Teil der Millionenmetropole in Lockdown versetzt, dann der andere. In der Vergangenheit war China als Motor der Weltwirtschaft wegen Covid mehrfach ins Stottern geraten, was zu Störung der globalen Lieferketten führte. Jetzt befürchtet Deutschland weitere Material- und Lieferengpässe. Nicht zuletzt sind in Schanghai und Umgebung 70 Prozent der in China tätigen deutschen Unternehmen angesiedelt. U. a. musste beispielsweise die deutsche Post ihr Luftfrachtdrehkreuz am internationalen Flughafen Schanghai schließen. Laut des Außenwirtschaftschefs des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) Volker Treier „ist die Stimmung unter den deutschen Unternehmern vor dem Hintergrund des neuerlichen Lockdowns und von ohnehin gedämpften Wachstumserwartungen merklich eingetrübt". In den wichtigen Wirtschaftsregionen Shenzhen oder Dongguan ist bereits die Fertigung mancher Betriebe gedrosselt worden. Zudem wurden Häfen geschlossen. Der wichtige Hafen Schanghai ist bisher noch operationsfähig. Es kommt allerdings zu größeren Einschränkungen, da Arbeitskräfte aufgrund der Corona-Maßnahmen dort nicht arbeiten können. Zudem wurden Lagerhäuser geschlossen. Viele Prozesse laufen im Hafen Schanghai automatisiert ab, trotzdem kam es bereits am ersten Tag der Schließung aufgrund von verzögerter Bearbeitung zu Rückstaus von Containern und Schiffen. Der Lkw-Verkehr in und aus Schanghai ist laut Maersk deutlich reduziert. Der Präsident des Unternehmensverbands Hafen Hamburg geht davon aus, dass zeitverzögert in zirka sechs bis acht Wochen auch in Hamburg weniger Schiffe bzw. Container mit Gütern ankommen werden. Die Fahrpläne vieler Schiffe werden durcheinandergeraten und viele Lager in den Häfen sind bereits

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