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LOGISTIK express Ausgabe 2/2020

LOGISTIK express

LOGISTIK express 2/2020 | S16 Rennen um die Vormachtstellung bei KI Übernimmt China die Führung? China will bis 2030 im Bereich Künstliche Intelligenz führend werden. Gründe dafür sind wirtschaftliche und nationale Sicherheitsinteressen. Aufgrund der (noch) geringen Löhne hat das Land riesige Vorteile gegenüber Wettbewerbern wie den USA. Bereits jetzt stellt der Export von KI-Überwachungstechnologie eine Herausforderung dar. REDAKTION: DIRK RUPPIK DIRK RUPPIK JOURNALIST LOGISTIK EXPRESS Bereits in 2017 hat der chinesische Staatsrat den „Next Generation Artificial Intelligence Development Plan“ veröffentlicht. Er skizziert den Weg Chinas zum ersten globalen Innovationszentrum für Künstliche Intelligenz (KI) in 2030. Die KI-Kernindustrie soll dann laut dem amerikanischen Time Magazin einen Wert von 148 Milliarden US-Dollar erreichen, zugehörige Industriebereiche den zehnfachen Wert. Der russische Präsident Vladimir Putin sagte im gleichen Jahr: „Wer auch immer der Technologieführer in diesem Bereich wird, wird die Welt regieren.“ Der Direktor des „Digital and Cyberspace Policy Program“ beim Rat für ausländische Beziehungen in New York nennt die bedeutenden wirtschaftlichen und nationalen Sicherheitsinteressen als Gründe für die extreme Motivation Chinas Technologieführer in KI zu werden. „Der Nahe Osten besitzt enorm viel Öl, China dagegen kann das globale Zentrum für KI-Daten werden“, sagte Sheng Hua, Geschäftsführer der Mengdong Technology Ltd., der für Firmen wie Baidu, JD.com und Alibaba arbeitet. Gemäß dem Unternehmen hat China aufgrund der geringen Löhne riesige Vorteile gegenüber Wettbewerbern wie den USA. Das Land besitzt bereits seit 2018 eine Schule für KI, die von der „University of the Chinese Academy of Sciences (UCAS)“ ins Leben gerufen wurde. Auch KI-Lehrbücher für Schüler werden bereits in Schulen ausgehändigt. Im Wissenschafts- und Technologiepark Bainiaohe Digital Town 50 km von der Hauptstadt von Guizhou Guiyang arbeiten unablässig hunderte Berufsschul-Studenten, um Fotos zu kennzeichnen und Sprache zu analysieren. Die generierten Daten werden dann für Projekte im Bereich Gesichts- und Spracherkennung sowie autonomen Fahren genutzt.

Auch Mengdong ist in der digitalen Stadt beheimatet. Im berg- und wasserkraftreichen Guiyang befinden sich die Datenzentren und -server der drei größten Telekomunternehmen sowie Foxconn und Apple. Strategie: Next Generation Artificial Intelligence Development Plan Im „Next Generation Artificial Intelligence Development Plan“ werden auch die Herausforderungen bei der Entwicklung von KI genannt: „Die Unsicherheiten bei der Entwicklung von KI bringen neue Herausforderungen. KI ist eine umwälzende Technologie, die die Regierungsgeschäfte, wirtschaftliche Sicherheit sowie soziale Stabilität und selbst die Weltordnungspolitik beeinflussen kann. Dies kann zu Problemen bei der Veränderung der Beschäftigungsstruktur führen, die Gesetzgebung und Sozialethik beeinflussen, die Privatsphäre verletzen und die internationalen Beziehungen herausfordern. Während wir energisch KI entwickeln, müssen wir großen Wert auf die Vermeidung von möglichen Sicherheitsrisiken legen, die Vorsorge verstärken, die Risiken minimieren und die sichere, verlässliche und kontrollierte Entwicklung der Technologie gewährleisten.“ Die Regierung des Landes der Mitte erwartet, dass Unternehmen und Forschungseinrichtungen bereits in 2020 auf dem gleichen Niveau wie führenden KI-Länder - namentlich die USA - sein wird. Schon fünf Jahre später sollen große Durchbrüche bei ausgewählten KI-Technologien erreicht werden. Diese sollen den Antrieb für die wirtschaftliche Transformation liefern. Im Finalstadium in 2030 will China das weltweit führende KI-Innovationszentrum sein, wodurch die eigene Rolle als wirtschaftliche Großmacht gestärkt werden soll. Im „Three-Year Action Plan for Promoting Development of a New Generation Artificial Intelligence Industry (2018–2020)“ werden laut

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