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LE-1-2021

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LOGISTIK express Ausgabe 1/2021

LOGISTIK express

LOGISTIK express 1/2021 | S82 Risiken & Nebenwirkungen garantiert Jeder Arzt berücksichtigt bei seiner Medikation die aktuelle gesundheitliche Situation seines Patienten und wägt die ihm bekannten Nebenwirkungen und Risiken der von ihm verschriebenen Medikamente und Therapien sorgfältig ab: Der Nutzen muss zumindest den Schaden deutlich überwiegen. Bei jedem Medikament, das wir einnehmen, sollte man daher auch den Beipackzettel lesen, der die Risiken und Nebenwirkungen beschreibt. GASTBEITRAG: UWE KRANZ UWE KRANZ JOURNALIST HALLO MEINUNG Die Lockdowns und die anderen Anti-Corona-Maßnahmen, die unsere Machthaber uns, der Bevölkerung, verordnet haben, sind eigentlich auch eine Art Medizin, bei der man Nutzen und Schaden hätte sorgfältig abwägen müssen. Schon am 30. Januar 2020 erklärte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die „gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite“. Nach wochenlangem Abwiegeln der Gefahr reifte auch bei der Bundesregierung die Erkenntnis, dass nach China, Ägypten, Iran, Südkorea, Thailand und den USA das Virus nun auch in Europa zugeschlagen hatte, zunächst in Frankreich, in Italien, in der Schweiz, in Polen, in Dänemark, in Tschechien, dann auch in Deutschland. Die ersten Infektionen wurden offiziell angeblich im März 2020 in Sachsen und Thüringen gemeldet. Wirklich? Man muss wohl daran erinnern, dass die erste Infektion schon am 27. Januar aus dem Landkreis Starnberg gemeldet worden war und auch daran, dass der in Deutschland neu eingerichtete Krisenstab erstmals am 28. Februar 2020 zusammenfand. Als am 10. März das Virus auch in Sachsen-Anhalt festgestellt worden war, war endlich ganz Deutschland betroffen. Acht Tage später sprach die Bundeskanzlerin von einer „Herausforderung von historischem Ausmaß“ und am 25. März verfügte der Bundestag seine eigene Entmachtung, indem er die „Epidemische Lage von nationaler Tragweite“ beschloss, eine Entscheidung, die er am 18. November nochmals verlängerte. Der Panik-Modus lief an. „Too late, too little…“ Die danach getroffenen Maßnahmen waren zu spät, sie waren unzureichend und sie waren, wie wir heute wissen, nicht durchdacht. Gewiss, die Risikoentscheidungen waren im Frühjahr 2020 durch die damals bestehenden begrenzten Erkenntnisse über das SARS-CoV- 2-Virus zwar beschränkt, aber die Gefährdungen und die dagegen erforderlichen Maßnahmen waren ja auch nicht unvorhersehbar gewesen. Schließlich gab es genügend Erkenntnisse, z.B. aus der Schweinegrippe (2009), aus dem „Bericht zur Risikoanalyse im Bevölkerungsschutz 2012“ (ab S.55 ff wird ein ähnliches, hypothetisches, sogar drastischeres Szenario beschrieben), der Influenza 2017/18 (der 25.100 Menschen zum Opfer fielen) und zuletzt, ganz aktuell, aus der Simulations-Übung „Event201“ (Oktober 2019). Diese war vom John Hopkins Center für Gesundheitssicherheit, dem Weltwirtschaftsforum und der Bill & Melinda Gates Stiftung (die alle aufs engste miteinander verbunden sind, vor allem finanziell) veranstaltet worden und elitär mit Top-Bankern, Hotel- und Logistikunternehmern und PR-Experten besetzt, nicht aber z.B. mit Ärzten, Psychologen oder Soziologen. Ziel der Übung war zu testen, wie die Staaten auf die Herausforderungen eines neuartigen, zoonotisch übertragenen Coronavirus („nCoV“) reagieren würden, das innerhalb von 18 Monaten zum Tod von 64 Millionen Menschen führen würde. Übungsannahme war, dass das Virus zunächst Handel und Reisemöglichkeiten lähmen würde, um dann die Weltwirtschaft zum Absturz bringen. Die Schlussfrage im Panel lautete tatsächlich, ob die globale Gemeinschaft bereit sei, die harten Maßnahmen zu ergreifen, die erforderlich seien, um die nächste Pandemie zu stoppen – fast schon hellseherisch, nicht wahr? Korrelation impliziert nicht automatisch Kausalität... aber die Risikoentscheidungen waren im Frühjahr 2020 vor dem Hintergrund der Erfahrungen und Erkenntnisse aus den früheren

Epidemien zu fällen. Dennoch wurden in dieser Phase zu keinem Zeitpunkt (und auch später nicht) überprüft, ob die ergriffenen Gegenmaßnahmen noch in einem vernünftigen Verhältnis zu den Ursachen stehen, ob die zweifelsfrei vorhersehbaren Kollateralschäden nicht höher als der Nutzen sind. Dabei zirkulierte schon länger in der Abteilung Krisenmanagement und Bevölkerungsschutz des Bundesinnenministeriums, Referat „Schutz Kritischer Infrastrukturen (KRITIS)“, ein Evaluationsbericht des Oberregierungsrats Stephan Kohn, welches er dann am 08.05.2020 auch an einen breiteren Verteiler steuerte – aus dem es dann postwendend auch an die Medien gelangte, weshalb er ebenso postwendend suspendiert wurde. In diesem Papier diagnostizierte er treffend „schwerwiegende Defizite im Regelungsrahmen für Pandemien sowie Fehlleistungen im handwerklichen doing des Krisenmanagements” und postulierte vorausschauend: „Es gibt in einer Pandemie also immer mindestens zwei Gefahren, die das Krisenmanagement im Blick haben muss: gesundheitliche Schäden durch einen Krankheitserreger und Kollateralschäden durch Nebenwirkungen der Schutzmaßnahmen oder (als Spezialfall) einen Fehlalarm.“ Bei den Folgeabschätzungen durch die Krisenstäbe fehlten nach Kohns Analyse wesentliche Teile, nämlich die wirtschaftlichen, psychosozialen und gesundheitlichen Konsequenzen des Lockdowns. Branchen wie Handel, Gastronomie, Tourismus, Event, Messe, Kunst und Kultur stehen vor dem Aus, das Bruttoinlandsprodukt wird absacken, rund 10 Millionen Arbeitskräfte kommen in Kurzarbeit, ihnen droht in naher Zukunft die Arbeitslosigkeit, die Zahl der Konkurse wird dramatisch steigen, die Steuereinnahmen werden sinken, Staatsausgaben und Verschuldung werden in ungeahnte Höhensteigen, Sozialversicherungs-, Kranken- und Pflegesysteme werden erheblich belastet und Kreditausfälle werden drastisch steigen (insbesondere Hermesbürgschaften!) – wie weitsichtig! Diese Analyse des Referenten aus dem Innenministerium wäre eigentlich Aufgabe der Wirtschafts- und Finanzministerien, gar Chefsache gewesen. Die Medien warfen dem vorausschauenden Referenten damals vor, dass die Beweisführung „grundsätzlich problematisch“ sei, das er „zwar plausible“ Argumente vortrage, die aber „nicht belegt“ seien. Dabei sind alle seine Voraussagen eingetroffen, in fast allen Bereichen gab es erhebliche Einbrüche: am Diesen Artikel gibt es als auch als Podcast unter: https://bit.ly/3b7yT0F

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