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Handelsverband Journal RETAIL 4/2019

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Handelsverband Journal RETAIL 4/2019

— auslage Goliath

— auslage Goliath gegen Goliath E-Commerce. Zwei Internet-Unternehmen, zwei schillernde Führungspersönlichkeiten, ein unentschiedener Konkurrenzkampf: Amazon und Alibaba rittern um die Markthoheit in Europa – und gleichzeitig um die Vorherrschaft am Weltmarkt. Man muss nicht das ansprechendste Logo der Welt haben, um die Welt im Sturm zu erobern: Das selbstbewusst grinsende Gesicht, eingefasst von einem geschwungenen kleinen a, das sich Alibaba als Erkennungsmerkmal ausgesucht hat, besitzt nur bescheidenen Wiedererkennungswert. Und dennoch schafft das Unternehmen einen Umsatz von insgesamt 56 Milliarden US-Dollar im laufenden Jahr, im zweiten Geschäftsquartal bis Ende September stieg der operative Gewinn sogar um 51 Prozent – und das in einem wirtschaftlichen Umfeld, das vom schwächelnden Wachstum in China gebremst wird und zusätzlich unter den globalen Handelskonflikten leidet. Alibaba scheint das nicht zu stören. Das dürfte die Alarmglocken beim US-Konkurrenten Amazon nur noch lauter schrillen lassen: Besonders in Europa, wo das Internetunternehmen aus Seattle als Platzhirsch den Onlinehandel beherrscht, könnte ein Angriff von Alibabas Räubern zu enormen Verwerfungen am Markt führen – und zu einem wahren Kampf der Giganten. Doch noch bevor diese Auseinandersetzung gigantische Ausmaße annimmt, hat sie still und heimlich bereits mit kleinen, unauffälligen Schritten Jeff Bezos Als reichster Mensch der Welt kann man sich gewisse Schrullen durchaus leisten. Zum Beispiel sich als Alien verkleiden und sich in seinem liebsten Science-Fiction-Film als Statist austoben: Jeff Bezos, Amazon-Gründer und großer Star-Trek-Fan, tat das 2016 im Kinofilm „Star Trek: Beyond“. Der Weltraum hat es ihm schon länger angetan – 2000 gründete er das Raumfahrtunternehmen Blue Origin, das 2024 eine private Landefähre auf den Mond schicken will. Finanziert wird das Liebhaberprojekt freilich von der unerschöpflichen Cash-Cow Amazon, die Bezos seit dem Jahr 1994 begleitet. Seinen Weggefährten David E. Shaw, mit dem er gemeinsam die Idee eines Online-Buchhandels kreiert hatte, verließ er im selben Jahr. Von da an ging es steil bergauf, Bezos revolutionierte den Onlinehandel und schnitt dabei ordentlich selbst mit: Forbes schätzte Mitte 2018 sein Vermögen auf 150 Milliarden US-Dollar. Die Scheidung von seiner Frau Anfang 2019 hat diesen Wert um rund 20 Milliarden nach unten korrigiert, was nichts daran ändert, dass dem 55-jährigen Bezos weiterhin niemand den Spitzenrang ablaufen kann. Illustrationen: Shutterstock/Kampoeng Studio/Erta 6

— auslage begonnen. Der chinesische Angriff auf den europäischen Onlinehandel nimmt seinen Ausgang von der Öffentlichkeit großteils unbemerkt im belgischen Lüttich. Alibaba hat Ende 2018 angekündigt, dort ein riesiges Logistikzentrum auf 220.000 Quadratmetern Fläche einzurichten. Dieser offiziellen Verlautbarung sind monatelange Spekulationen vorausgegangen, an welchem Ort Alibaba in Europa Fuß fassen möchte – lange Zeit war der Handelsknotenpunkt Hamburg im Gespräch –, möglicherweise ein Ablenkungsmanöver, um den belgischen Standort ohne viel Aufsehen auf Schiene bringen zu können. Alibaba weicht für diese europäische Exkursion von seinem bisherigen Erfolgsrezept ab: Bislang bestand das Geschäftsmodell darin, mit wenig Infrastruktur die Vermittlerrolle zwischen Händler und Kunden zu bieten, keine eigenen Waren zu verkaufen und so kein Geld in teure Logistikzentren stecken zu müssen. Rückzug aus China Amazon hingegen bietet neben der Plattform für Händler auch eine große Anzahl eigener Produkte an und verschickt sie an die Kunden. Etwa die Hälfte des Geschäfts basiert auf den Eigenmarken, die aber eben auch Jack Ma Mit der undankbaren Nummer 21 in der Weltrangliste der reichsten Menschen musste sich Jack Ma heuer noch zufriedengeben. Die damit einhergehenden 41 Milliarden US-Dollar Privatvermögen als Trostpflaster dürften den Schmerz aber erträglich machen – immerhin gilt der Gründer des Alibaba-Konzerns innerhalb Chinas als reichster Einwohner. Mit Bezos verbindet ihn nicht nur der gleiche Geburtsjahrgang 1964, sondern auch das Jahr 1994 als Startpunkt der Geschäftskarrieren. Ma gründete damals die China Pages, mit denen er das kaum im Internet präsente China in ersten zaghaften Schritten auf die Landkarte brachte. Ma half chinesischen Unternehmen dabei, im Internet Fuß zu fassen, und kam schließlich 1999 auf die Idee, einen B2B-Onlinemarkt namens Alibaba zu gründen. Der raketenhafte Aufstieg Mas wurde im Herbst 2018 abrupt gebremst, als er seinen Abschied von der Spitze der Alibaba Group Holding bekannt gab – Gerüchten zufolge auf Druck der chinesischen Regierung. Ma bestritt das öffentlich und gab an, sich von nun an der Philanthropie zu widmen. Dezember 2019 — 7

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