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Handelsverband Journal RETAIL 4/2019

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Handelsverband Journal RETAIL 4/2019

— storys Kassieren

— storys Kassieren ohne Kassa Stationärer Handel. Der Trend zum Bezahlen per Smartphone oder Karte spricht für kassenlose Shopping-Formate nach dem Vorbild von Amazon Go. Digitale Zahlungsdienstleister bieten neue Lösungen – und diese könnten vor allem bei bestimmten Shop-Größen eine gute Option für Händler sein. Rein ins Geschäft, den gewünschten Artikel nehmen und damit einfach wieder rausgehen – ohne an einer Kassa bezahlen, geschweige denn anstehen zu müssen. Mitarbeiter können, anstatt zu kassieren, andere Aufgaben im Kundenservice übernehmen. So sieht für Wirecard, einen globalen Anbieter digitaler Finanztechnologie, die Zukunft des Einkaufens aus. Live erleben kann man das neue „Grab & Go“-Store-Konzept in Aschheim bei München. Es kombiniert Bilderkennung, Deep Learning und Künstliche Intelligenz, um Händlern eine effiziente, komplett digitale Customer Journey zu ermöglichen: Vorregistrierte, aber auch neue Kunden können nach der automatischen Identifizierung an der Tür einfach das Geschäft betreten, ihre gewünschten Artikel auswählen und den Store wieder verlassen. Bei noch nicht registrierten Benutzern funktioniert es folgendermaßen: Sie werden beim Betreten des Shops mittels ihrer Kreditkarte identifiziert, erhalten nach Eingabe ihrer E-Mail-Adresse die Rechnung. In einem anderen Szenario können Kunden den Laden betreten, wenn sie vorher die Shop-App heruntergeladen und ihre Zahlungsdaten eingegeben haben. Für wen zahlt es sich aus? Um kosteneffizient und praktikabel zu sein, ist eine Kiosk-Größe beim „Grab & Go“-Store-Konzept aktuell am sinnvollsten. „Angesichts der rasanten technologischen Entwicklungen wird es bald aber kaum noch Grenzen in Sachen Größe und Produktauswahl geben“, meint Roland Toch, Managing Director CEE bei Wirecard. „Das Konzept ist für einen 24/7-Betrieb und eine Vielzahl unterschiedlicher Branchen und Segmente geeignet. Insbesondere in Flughäfen, Bürogebäuden oder Hotels sind Grab & Go Stores sehr gut umsetzbar.“ Über eine Künftig wird man möglicherweise direkt am Regal bezahlen können, so wie im Pilotprojekt „SATURN Smartpay“ in Hamburg. App können Händler zusätzliche Funktionen nutzen, beispielsweise Bestandsaktualisierungen in Echtzeit. Das Konzept eignet sich auch für kassalose Store- in- Stores: Die Kunden-Identifizierung via Smartphone bzw. Kreditkarte könnte hier die Funktion einer Zugangskontrolle übernehmen und teure oder altersbeschränkte Produkte vor Missbrauch oder Diebstahl schützen. Sechs Monate lang hat das Innovation Lab von Wirecard an der Entwicklung des Konzepts gearbeitet. Der Hauptaufwand lag im Training des sogenannten „maschinellen Sehens“. Mit welchen Kosten muss ein Händler für die Implementierung des Systems rechnen? Das komme auf die genauen Vorgaben und Bedürfnisse an, so Roland Toch. Neben den unterschiedlichen Hardware-Komponenten sind das Setup des Systems, die Zugangskontrolle, die Integration des Lagermanagements und die Produkterkennung weitere Kosten- Punkte. Auch laufende Lizenz- und Wartungskosten sind zu entrichten. Wer hierzulande der erste Händler mit einem solchen Store sein wird? „Wir haben bereits Anfragen aus Österreich, können aber noch keine konkreten Informationen weitergeben.“ Kassaloser Self-Checkout Auch die Elektronikkette MediaMarkt- Saturn beschäftigt sich intensiv mit kassenlosen Systemen. Im vergangenen Jahr in Innsbruck etwa mit dem Pilotprojekt „Saturn Express“. Der laut Unternehmensangaben europaweit erste kassafreie Consumer-Electronics-Store ermöglichte es, Produkte direkt mittels App am Regal zu bezahlen und ohne Warteschlange an der Kassa mit nach Hause zu nehmen. „Die Ergebnisse zeigen: Saturn Express war ein Erfolg und bestätigt die Relevanz innovativer, kundenorientierter Konzepte im Elektronik-Handel“, sagt eine Sprecherin des Unternehmens. Daher setzt Saturn auf weitere kassenfreie Foto: Saturn 12 — Dezember 2019

— storys Lösungen: So wurde im Saturn-Markt in der Hamburger Altstadt mit „SATURN Smartpay“ ein Konzept für die Bezahlung von Produkten direkt am Regal getestet. Seit Ende Mai ist dieser Test abgeschlossen. „Aktuell entwickeln wir dieses Bezahlverfahren im Saturn-Markt Berlin Steglitz weiter.“ MediaMarktSaturn kooperiert mit mehreren Unternehmen, die Lösungen für kassenloses Bezahlen entwickeln, um Systeme für unterschiedliche Einsatzbereiche zu kreieren. So eignet sich das „MishiPay“-System vor allem für niedrigpreisige Produkte. Das „Rapitag“-System erkennt die Zahlung über eine Diebstahlsicherung, wie sie etwa bei Computerspielen oder Spielekonsolen zum Einsatz kommt. In Zukunft könnten mehrere solcher Lösungen in einer einzigen Kunden-App kombiniert werden. Rund um die Uhr schnell In der Schweiz testet Detailhändler Valora Shop-Konzepte ohne Kassen. In den Läden „avec box“ sowie „avec X“ am Zürcher Hauptbahnhof ist der Einkauf nur mit einer Handy-App möglich. Kunden scannen die gewünschten Produkte mit ihrem Handy ein und fügen sie dem persönlichen Warenkorb hinzu. Bezahlt wird via App. Am Amsterdamer Hauptbahnhof ist seit Herbst 2018 die Self-Scanning-Lösung „Tap to Go“ im Kiosk-Einsatz: Kunden müssen sich eine App auf ihr Smartphone laden und dort einmalig ihre Bankverbindung hinterlegen. Hauptzielgruppe sind Pendler mit wenig Zeit zum Bezahlen. Damit wollen die Entwickler „Einkaufen in 20 Sekunden“ ermöglichen. Der Faktor Zeitersparnis wird wohl auch hierzulande bei der Etablierung von kassalosen Geschäften eine Rolle spielen: Getränke und Snacks aus Automaten zu kaufen, ist in Bahnhöfen, öffentlichen Gebäuden und Tourismus-Zonen längst nichts Ungewöhnliches mehr. Der kleine kassalose Kiosk würde diesen Weg fortsetzen – für die „kassierenden“ Apps spielt es zudem keine Rolle, zu welcher Uhrzeit und an welchem Wochentag sie im Einsatz sind. Bleibt abzuwarten, wann kassalose Geschäfte in Österreich großflächiges Shoppen ohne Anstellen ermöglichen und ob die einstigen Kassa-Fachkräfte dann tatsächlich als Kundenberater arbeiten werden. ▪ Wolfgang Knabl Mobile Payment Österreicher lieben traditionell ihr Bargeld und sind bei Zahlungen via Handy vergleichsweise zurückhaltend. Langsam setzt sich das mobile Bezahlen aber doch durch, so das Ergebnis des „Mobile Payment Report 2019“ der Beratungsfirma PWC. Demnach zahlt fast die Hälfte der unter 30-Jährigen bzw. ein Drittel aller Österreicher zumindest fallweise via Handy. Möglich ist das etwa mittels Apple Pay. Wer kein iPhone hat, nutzt Google Pay – das aber in Österreich noch nicht verfügbar ist. User von Android-Smartphones können, wenn sie zum Beispiel Kunden der Erste Bank und Sparkassen sind, ihre Kreditkarte als Standardbezahl-Lösung für Mobile Payment nutzen. Raiff eisen- Kunden können via „ELBA-pay“-App mit ihrem Smartphone bezahlen. Der Zahlungsanbieter Wirecard testet mit seinen „Grab & Go“-Stores ebenfalls kassaloses Bezahlen. Foto: Wirecard, Illustrationen: Shutterstock/Vadim Almiev Die neue Kooperation zwischen den Zahlungsanbietern Cashpresso und Bluecode ermöglicht es, größere Beträge, wie sie z.B. in Möbelhäusern fällig werden, mit dem Smartphone zu bezahlen – und dieses Geld gleichzeitig mit dem Cashpresso-Rahmenkredit zu leihen. Eine Bankkarte oder Bargeld sind dafür nicht erforderlich. Händler können ihren Kunden bis zu 60 Tage zinsfreie Finanzierung offerieren, Zinskosten werden erst bei längeren Finanzierungszeiträumen fällig. Um das Service anbieten zu können, muss der Händler Bluecode-Zahlungen akzeptieren, also das Bluecode Software-Plugin in sein Kassensystem implementiert haben. Dezember 2019 — 13

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