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Handelsverband Journal RETAIL 3/2019

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Handelsverband Journal RETAIL 3/2019

— lebensmittel —

— lebensmittel — storys lebensmittel Hopfen ist neben Gerste, Hefe und Wasser ein wesentlicher Rohstoff von Bier. Die in Österreich geerntete Menge deckt nur etwas mehr als die Hälfte des Bedarfs der heimischen Brauereien. Die Hopfenbauern im Mühl- und Waldviertel und in der Steiermark erzeugen wesentlich weniger als jene in Tschechien und Deutschland. Gesund soll es sein – aber auch bequem Foto: Shutterstock/IgorTarasyuk Nur etwas mehr als die Hälfte des Hopfens für unser Bier kommt aus Österreich Der Hopfen verleiht dem Bier den bitteren Geschmack und sorgt für Geschmacksnoten von Kräutern, Gewürzen, Zitrusfrüchten und vielem mehr. Man bezeichnet Hopfen daher als „das Gewürz des Bieres“. Er regt zum Biertrinken an. Außerdem sorgt Hopfen für die Haltbarkeit, die Schaumbildung und -stabilität. Hopfen gehört botanisch zu den Cannabisgewächsen, macht aber nicht abhängig. Die Hopfenpflanzen sehen mit ihren sieben Metern Höhe majestätisch aus, brauchen aber auch viele Nährstoffe und Wasser. Der Arbeitsaufwand ist hoch. 30 Jahre bleiben Hopfenpflanzen üblicherweise am Feld, erst dann werden sie ausgetauscht. Die in Österreich erzeugte Menge Hopfen deckt 50 bis 60 Prozent des Bedarfs der heimischen Brauereien. Der Rest wird aus Deutschland, Tschechien und aus der ganzen Welt bezogen. Weltweit haben die USA die größte Hopfenfläche, gefolgt von Deutschland. Die deutsche Anbauregion Hallertau ist mit 16.300 Hektar das größte zusammenhängende Hopfenanbaugebiet der Welt. Auf Platz drei folgt Tschechien mit der Anbauregion Saaz im Nordwesten des Landes. Dagegen sind Österreichs Hopfenanbauregionen vergleichsweise winzig. Im Mühlviertel wurde 2017 auf knapp 140 Hektar Hopfen geerntet, in Leutschach auf rund 95 Hektar und im Waldviertel auf 17 Hektar. Während Deutschland und Tschechien weltweit exportieren, müssen Österreichs Brauereien Hopfen importieren. Eine Reise in den Nordwesten Tschechiens hat „Land schafft Leben“-Redakteur Martin Pötz die Dimensionen des dortigen Hopfenanbaus vor Augen geführt. Rund um die 19.000-Einwohner-Stadt Žatec prägen Hopfenfelder das Landschaftsbild. In Österreich sind die Felder überschaubar und um Bauernhöfe angelegt. In Žatec sieht man ihr Ende nicht. Kleine Familienbetriebe gibt es in Tschechien aus historischen Gründen keine. Der Hopfen wird in einem 14-stöckigen Gebäude in der Stadt zu Pellets gepresst und gelagert. In der Region gibt es auch ein eigenes Hopfenforschungsinstitut, das Sorten züchtet und testet. Es macht Forschungsarbeit, die Auswirkung auf den Geschmack von Bieren in aller Welt hat. Tschechien hat wie Österreich drei Hopfenanbauregionen. Nur wird in Österreich auf 250 Hektar Hopfen angebaut, in Tschechien auf 5.000 Hektar, auf 20-mal so viel Fläche. Weltweit ergibt das Platz drei. Nur die USA und Deutschland haben wesentlich mehr. Die bayerische Region Hallertau baut auf dreimal so viel Fläche Hopfen an wie ganz Tschechien inklusive der Gegend um Žatec. „Land schafft Leben“ zeigt seit August 2019 auf seiner Webseite transparent und ohne zu werten, wie Bier und seine Rohstoffe in Österreich erzeugt werden. Außerdem gibt der Verein wertvolle Tipps für Aufbewahrung und Genuss von Bier daheim und informiert über gesundheitliche Aspekte: www.landschafftleben.at/lebensmittel/bier. Ein Artikel in der Rubrik „Hintergründe“ geht der Frage nach, wie viel Alkohol für die Gesundheit akzeptabel ist: www.landschafftleben.at/hintergruende/alkohol. Lebensmittelhandel. Was ist den Konsumenten bei Frischobst und Gemüse wichtig, und wie stellt sich der Handel darauf ein? Ein eben erst erschienener Trendreport des Beratungsunternehmens Oliver Wyman gibt Einblick. „ Frisches Obst und Gemüse zählen nicht nur zu den maßgeblichen Treibern der Kundenzufriedenheit im Einzelhandel, sondern bieten auch dem Händler die Gelegenheit, sich vom Wettbewerb zu unterscheiden. Denn im Trockensortiment nähern sich die Standards einander an“, sagt Alexander Pöhl. Er ist einer der Autoren des Trendreports „Surprises in Store“, den das internationale Beratungsunternehmen Oliver Wyman im Auftrag der Berliner Messe Fruit Logistica erstellt und kürzlich vorgestellt hat. Bei der Frische hat sich der Handel bereits auf hohem Niveau angeglichen – aber was ist den Konsumenten in Sachen Obst und Gemüse sonst noch wichtig? Zunächst einmal, in dieser Reihenfolge, Qualität, Sortiment und Produktpräsentation. Der Bericht, der auf Befragungen von rund 7.000 Verbrauchern auf 14 nationalen Märkten in Europa und Nordamerika basiert, kommt darüber hinaus zum Schluss, dass immer mehr Faktoren in puncto Umweltschutz und Information in die Kaufentscheidung einfließen. Woher kommt das Obst und Gemüse, wie frisch, wie gesund ist es? Wurde es nachhaltig produziert, ist es regional und saisonal? Von „convenient“ bis „fortified“ Fragen dieser Art, die auch ans gute Gewissen des Konsumenten streifen, gewinnen an Relevanz. Aber auch: Wie „convenient“, also geputzt und gewaschen, ist es? Was übrigens nur ein scheinbarer Widerspruch ist: Viele Konsumenten mögen es sowohl gesund als auch möglichst „convenient“, weil sie wenig Zeit zum Kochen haben. Der Trend nennt sich „easy-healthy“. Aspekte davon sind „ready-to-cook“, also vorgeschältes und -geschnittenes Gemüse, das nur noch in den Kochtopf zu füllen ist; „Modularität“, sprich, die Zusammenstellung und Aufbereitung von zusammenpassenden Obst- bzw. Gemüsesorten, die der Konsument dann schnell zubereiten kann; sowie „easyto-prepare“, einfach Zuzubereitendes wie etwa die Broccoli- Kreuzung Broccolini. „,Convenience‘ ist aber für Geschäfte in Innenstadt lagen – wo die Menschen es tendenziell eiliger haben – ein größeres Thema als in ländlichen Regionen“, schränkt Alexander Pöhl ein. Ob sich „fortified food“, also nährstoffangereicherte Lebensmittel, in Europa auch im Bereich Obst/Gemüse durchsetzen wird – wie es das in Nordamerika und Asien bereits tut –, bleibt abzuwarten. Die Vorstellung, etwa tiefgekühlte Beeren oder Pilze mit Foto: Shutterstock/bigacis Vitaminen anzureichern, hört sich auf Anhieb etwas absurd an. „Präsentation nachbessern“ Starke Marken sind jene, denen es gelingt, eine emotionale Beziehung zu den Kunden herzustellen, die es ihnen dann ihrerseits durch Vertrauen und Loyalität danken. Das gilt auch in der Obst- und Gemüseabteilung. Sie signalisieren dem Konsumenten, dass er sich auf die Qualität und ein konstantes Geschmackserlebnis verlassen kann. Beispiele sind etwa „SanLucar“ für Obst und Gemüse, „Pink Lady“-Äpfel oder „Havana Club“-Limetten. Auch die ansprechende Präsentation entscheidet. „Diesbezüglich könnte in Österreich noch nachgebessert werden“, so Pöhl. „Hier könnte man einen weiteren kaufentscheidenden Faktor forcieren: das Geschmackserlebnis, etwa durch Bereitstellung von Happen von frischen oder neu ins Sortiment aufgenommenen Früchten.“ ▪ Harald Sager 16 — September 2019 September 2019 — 17

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