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Handelsverband Journal RETAIL 2/2018

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Handelsverband Journal RETAIL 2/2018

— persönlich Werden

— persönlich Werden Amazon & Co die neuen Staaten? Interview. Wir brauchen neue Regeln für die Internetriesen, meint Franz Schellhorn – und mehr Sorgfalt, wenn wir über „Rechtspopulisten“ sprechen. retail: Was ärgert Sie in Österreich derzeit am meisten? Franz Schellhorn: Dass wir relativ schnell mit dem zufrieden sind, was wir haben. In den Wirtschaftsstandort-Rankings sind wir in den vergangenen zehn Jahren ins Mittelfeld abgerutscht. Wenn unser Fußballteam in der Weltrangliste zurückfällt, diskutiert das ganze Land darüber. Wenn es um die Quelle unseres Wohlstands geht, scheint es niemanden zu kümmern. Wir haben nach wie vor zu hohe Steuern, zu hohe Staatsschulden, zu viel Bürokratie. Nach wie vor ein Hauptproblem im Budget sind die hohen Zuschüsse ins Pensionssystem. Das Pensionsantrittsalter muss einfach mit der Lebenserwartung mitsteigen. Braucht es nur weniger oder auch andere Steuern? Eine wichtige Frage ist: Wie sollen wir in 10 oder 20 Jahren die großen Datenverarbeiter wie Facebook besteuern, die dann die Big Player sein werden? Derzeit werden viele Versuchsballone gestartet. Eine Idee ist, bei den Umsätzen statt den Gewinnen anzusetzen. Eine andere, Datentransfers zu besteuern. Sollen Facebook, Amazon & Co stärker reguliert werden? Die Marktkonzentration ist auf jeden Fall ein Problem. Die Wirtschaftsmacht der Internetriesen ist enorm, die Umsatzrenditen sind zum Teil sagenhaft. Es ist durchaus denkbar, dass zehn, fünfzehn dieser Riesentanker in Zukunft wie eigene Staaten agieren, unter anderem mit eigenen Kranken- und Pensionsversicherungen. Aber wie zerschlagen Sie einen Algorithmus? Einer der Vorschläge lautet „progressive data-sharing mandate“: Datensammler sollen ab einer gewissen Marktmacht mit den mittleren und kleinen Konkurrenten ihre – anonymisierten – Daten zur Verarbeitung teilen. Das wäre zumindest eine Möglichkeit. Manche sprechen angesichts des Aufstiegs sogenannter „Rechts- und Linkspopulisten“ immer öfter von einem Ende des liberalen Zeitalters. Sehen Sie Freiheit und Demokratie in Gefahr? Ich glaube nicht, dass die westliche Demokratie in einigen Jahrzehnten als Episode betrachtet werden wird, obwohl die Gefahr durchaus vorhanden ist. Es ist auch nicht alles populistisch, was so genannt wird. Wenn es jemand für pro blematisch hält, wenn ein Staat – wie bei der Flüchtlingswelle 2015 – keine Kontrolle mehr über seine Grenzen hat, dann ist er nicht automatisch ein „Rechtspopulist“. Das wird in der öffentlichen Diskussion aber so dargestellt. Außerdem ist ein Lenkungsstaat wie Österreich auch nicht gerade ein Hort der Freiheit. Jemanden zur Mitgliedschaft in einer Interessenvertretung zu zwingen, ist nicht totalitär, aber es ist auch nicht gerade liberal. Es gibt zu wenige Stimmen, die sich gegen die Einschränkung von Freiheiten aussprechen. Woran liegt das? Für viele ist Freiheit zu einer Selbstverständlichkeit geworden. Reden Sie mal mit jungen Leuten über das Thema – die haben keine Ahnung, dass man für Freiheit auch etwas tun muss. Franz Schellhorn war stellvertretender Chefredakteur der „Presse“ und leitet seit 2013 den Thinktank Agenda Austria. Leiden Sie unter der „Political Correctness“? Nein. Aber die Beschimpfungen in den sozialen Medien nehmen schon zu. Es gibt eine Spaltung in der Gesellschaft: Die Leute verweigern den Austausch von Argumenten, man wird abgekanzelt und niedergemacht. Interessant ist: Wenn man auf eine Beschimpfung reagiert, kommt oft viel Freundliches zurück. Es scheint sich also auch um ein psychologisches Problem zu handeln. ▪ Gerhard Mészáros Foto: Manfred Klimek 46 — Juni 2018

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