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Handelsverband Journal RETAIL 2/2018

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Handelsverband Journal RETAIL 2/2018

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— intern „Der Beratungsbedarf wird immer größer“ Die Rechte der Kunden werden immer umfangreicher, sagt Rechtsanwältin Nina Ollinger. Das ist mit ein Grund, warum sich Handelsunternehmen mit dem Thema „Recht“ intensiv auseinandersetzen sollten. Foto: Ollinger retail: Vor Kurzem ist die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) in Kraft getreten. Was bedeutet sie für den Handel? Nina Ollinger: Einen großen Aufwand. Jeder hat Daten, selbst wenn er keine Endkunden hat. Somit muss jeder ein Datenverarbeitungsverzeichnis führen, die Datenflüsse dokumentieren und ein Löschkonzept ausarbeiten. Kann man dieses nicht vorlegen, wird es teuer. Rechtsanwältin Nina Ollinger ist neue Partnerin des Handelsverbandes. Rechtsanwaltskanzlei Dr. Nina Ollinger ▸ Spezialgebiete: Vertriebs-, Franchiseund Kartellrecht, Markenrecht, Datenschutzrecht ▸ Mitarbeiter: 5 ▸ gegründet: 2012 ▸ Nebenstellen: Klosterneuburg, Gablitz ▸ Kontakt: Rechtsanwaltskanzlei Dr. Ollinger Hauptplatz 5 3002 Purkersdorf T: 02231/22365 www.ra-ollinger.at office@ra-ollinger.at Die Strafen für Verstöße sind ja extrem erhöht worden … Ja. Die Maximalstrafe liegt bei vier Prozent des Jahresumsatzes. Aber kann man die DSGVO über - haupt hundertprozentig umsetzen? Das ist sehr schwer. Aber man sollte sie bestmöglich umsetzen. Worauf sollte der Handel in diesem Zusammenhang achten? Da gibt es einiges. Um nur ein Beispiel zu nennen: Viele wissen nicht, dass Direktmarketing in der meist praktizierten Form nicht mehr zulässig ist. Will ich jemanden anrufen, um ihn auf eine Aktion hinzuweisen, oder ihm ein Mail schicken, dann darf ich das nur, wenn der Kunde zuvor seine Zustimmung erteilt hat. Sie bieten den Mitgliedern des Handelsverbandes eine erste anwaltliche Telefonauskunft an. Besteht noch immer umfangreicher Beratungsbedarf? Der Beratungsbedarf wird immer größer. Weniger in großen Unternehmen mit ihren eigenen Rechtsabteilungen, dafür aber bei den kleinen und mittleren Betrieben. Und das gilt nicht nur für die Datenschutzgrundverordnung. Sondern? Das beginnt bei den Allgemeinen Geschäftsbedingungen: Wie gehe ich mit den Kunden um? Wie setze ich meine Rechte durch, wenn der Kunde nicht zahlt? Wie darf ich noch werben? Wer sich nicht mit diesen und ähnlichen Fragen auseinandersetzt, der hat es schwer. Dazu kommt, dass die Kundenrechte immer mehr gestärkt werden. Der Unternehmer scheint immer schuld zu sein, er muss über alles aufklären. Die Eigenverantwortung des Kunden geht immer mehr zurück. Wir bekommen also, die Stellung des Kunden betreffend, amerikanische Verhältnisse? Ja, allmählich schwappt diese Entwicklung über Deutschland auch zu uns über. Vor allem kleine Unternehmen bleiben dann übrig und sind angreifbar. Sie haben ohnehin genug mit dem Tagesgeschäft zu tun, daher fehlt ihnen meist die Zeit, sich auch noch mit rechtlichen Belangen in der Tiefe auseinanderzusetzen. Sie sagten, dass Unternehmen angreifbar werden – meinen Sie von Seiten der Kunden? Nicht nur. Auch Mitbewerber könnten das tun. Sie sind nicht nur Expertin für Vertriebs- und Franchiserecht, sondern auch für Kartellrecht. Täuscht der Eindruck oder werden in diesem Bereich die Daumenschrauben angesetzt? Ihr Eindruck täuscht nicht. Die Kartellbehörden sind extrem sensibel geworden. Die Strafen sind hoch, die Befugnisse der Behörden weitreichend. Es gibt Hausdurchsuchungen, Auskunftsverlangen und Branchenuntersuchungen. Das kann dann jeden treffen. ▪ Ursula Rischanek 38 — Juni 2018

— intern Webpräsenz, aber richtig! Die Website verbessern – wie geht das? Das Softwareunternehmen Siteimprove hat eine Reihe von Cloud-basierten Tools entwickelt, die sowohl die Kunden-Websites selbst als auch deren Präsenz im Netz optimieren. Was nützt das schönste Produkt, die großartigste Dienstleistung, wenn sie auf der Website nicht adäquat zur Geltung kommen? Was wiederum nützt die beste Website, wenn sie im Netz untergeht? Unternehmen, die digital vorne mit dabei sein wollen, brauchen demnach zwei Dinge: ein Website-Management, das ihre Aktivitäten dauerhaft bestmöglich abbildet, und optimale Sichtbarkeit im Netz. Das 2003 in Kopenhagen gegründete Softwareunternehmen Siteimprove, das in der Zwischenzeit zehn Niederlassungen in aller Welt – darunter eine in Wien – unterhält, hat eine Reihe von Tools entwickelt, welche die Websites von Kunden nach bestimmten Gesichtspunkten analysieren, um sie zu verbessern. Angeboten wird zunächst ein Basispaket namens ,Basis-Suite‘, auf dessen Grundlage die weiteren Komponenten erworben werden können. Marcin Burzec, Business-Development-Manager von Siteimprove in Wien, erklärt: „Einer der Schlüsselbereiche ist SEO, also Search Engine Optimization, auf Deutsch Suchmaschinenoptimierung. Unser SEO-Qualitätscheck besteht aus 66 Einzelchecks bzw. -prüfungen in den Kategorien Technik, Content, Nutzer- und mobiles Erlebnis.“ Das sollte ausreichen, um Schwachstellen der Website aufzuspüren, etwa defekte Links, Rechtschreibfehler oder eine suboptimale Lesbarkeit. Dazu gehören zu lange Seitentitel, fehlende, zu kurze oder zu lange Meta-Beschreibungen, fehlende Open Graph-Tags oder zu lange URLs. Burzec: „Ich möchte unsere Arbeit mit der Situation in einem brandneuen Supermarkt vergleichen, der zwar mit State-of-the-Art-Regalen und -Kassensystemen ausgestattet ist – aber Sie können keines der Produkte finden, die Sie haben wollen.“ Tools und Module Eine Website mit Schwachstellen dieser Art schneidet im Google-Ranking schlechter ab und schafft es auch nicht, die Aufmerksamkeit der Nutzer auf sich zu lenken. Siteimprove beschreibt die Problemfelder in einem eigenen Inter face und bietet Lösungen an. Die notwendigen Änderungen auf seiner Website nimmt der Kunde selbst vor, wird dabei aber von Siteimprove unterstützt. Burzec: „Unser Customer Success Manager kümmert sich um das Onboarding und Training für den richtigen Umgang des Kunden mit dem Tool sowie Fotos: Siteimprove auch um die fortlaufende Betreuung.“ Ein großes Thema ist derzeit die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO), zu deren Einhaltung Siteimprove ebenfalls ein Modul ausgearbeitet hat, das unter anderem die Bestandsaufnahme der vom Kunden online verarbeiteten personenbezogenen Daten beinhaltet. Das Produkt Analytics schließlich klopft die Leistung der Kunden-Website ab: Wie gut gelingt es, das „Makro-Ziel“, also die allgemeine Zielsetzung der Website, umzusetzen, wie unterstützend wirken dabei „Mikro-Ziele“ wie zum Beispiel die Einrichtung von FAQs, und wie sieht das Besucherverhalten aus? Dazu werden „Behavior Maps“ und Verhaltensanalysen erstellt. ▪ Harald Sager Marcin Burzec leitet das heimische Business Development von Siteimprove, einem neuen Partner des Handelsverbandes. Siteimprove GmbH ▸ Managing Director: Michael Feichtner ▸ Mitarbeiter: 7 ▸ gegründet: 2015 ▸ Kunden: über 70 ▸ Eigentümer/Mutterunternehmen: Siteimprove A/S, Kopenhagen, gegründet 2003, weltweit 500+ Mitarbeiter, annähernd 7.000 Kunden ▸ Kontakt: Siteimprove GmbH Burggasse 117 1070 Wien T: +43 (1) 25 30 58-0 https://siteimprove.com Juni 2018 — 39

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