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Handelsverband Journal RETAIL 2/2018

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Handelsverband Journal RETAIL 2/2018

— intern „Es besteht

— intern „Es besteht großer Handlungsbedarf“ Exponential Business Hub (xbh) unterstützt Unternehmen bei den großen Veränderungen, die die Digitalisierung mit sich bringt. Geschäftsführerin Petra Hauser im Interview über New Ways of Working, Kundenzentrierung und den Faktor Mensch. Foto: xbh retail: Wie sind Sie auf die Idee gekommen, ein Unternehmen zu gründen, das andere Unternehmen zukunftsfit machen soll? Petra Hauser: Im Zuge meiner letzten Tätigkeit als media.at-Chefin habe ich mich mit den neusten Trends befasst, die für unsere Kunden relevant waren. Dabei wurde mir bewusst, wie extrem und wie schnell uns exponentielle Technologien wie Künstliche Intelligenz, Internet of Things oder Blockchain treffen werden und dass Unternehmen über alle Branchen hinweg nicht darauf vorbereitet sind. Und dann habe Petra Hauser ist Geschäftsführerin von xbh, einem neuen Partner des Handelsverbandes. Exponential Business Hub (xbh) ▸ Geschäftsführung: Petra Hauser ▸ Gegründet: 2017 ▸ Mitarbeiter: xbh arbeitet als „virtual company“ mit einem internationalen Netzwerk von Partnern ▸ Kontakt: Exponential Business Hub GmbH/ Trusted Innovators for Sustainable Growth Wohllebengasse 6, Top 4, 1040 Wien E-Mail: petra.hauser@xbh.at www.xbh.at Facebook: @exponentialbusiness ich mich gefragt, was das für mich beruflich bedeuten kann. Mir ist klar geworden, dass ich das, was ich bisher an Kundenzentrierung gelernt habe, mit neuen Methoden – New Ways of Working – verbinden könnte. Von welchen New Ways of Working sprechen Sie? In erster Linie Design Thinking – ein Methoden-Set, das kreatives Denken einsetzt, um innovative Lösungen zu finden – und Lean Business Model Design – eine Methode zur Entwicklung neuer Produkte oder Services, bei der potenzielle User zwecks Effizienz sehr früh in den Gestaltungsprozess mit eingebunden werden. Diese Methoden funktionieren aber meiner Erfahrung nach nur, wenn auch ein Kulturwandel stattfindet. Es reicht nicht, dass sich Führungskräfte mit neuen Technologien und Methoden auseinandersetzen. Sie müssen auch eine Kultur schaffen, die es ermöglicht, dass die Mitarbeiter mit den New Ways of Working zu arbeiten lernen und sich entsprechende Skills aneignen. Verschlafen Unternehmen die digitale Transformation? Es besteht großer Handlungsbedarf. Dabei muss man bedenken, dass sich Menschen nicht einfach verändern, wenn sie einmal einen Workshop gemacht haben. Deshalb habe ich den Faktor Mensch stark in meiner Mission verankert: Wir arbeiten mit Künstlicher Intelligenz, Robotics und Blockchain, aber wir sehen den Menschen im Zentrum des Wandels und wir müssen und dürfen Zeit für Veränderung brauchen. Was bedeutet das im Konkreten, wenn Sie sagen: xbh begleitet Unternehmen bei Veränderungen? Ich bringe mich dort ein, wo es der Transformationsprozess des Unternehmens benötigt bzw. zulässt. Das reicht von Vorträgen für die breite Belegschaft über gezieltes Begleiten von Führungskräften bei mehrtägigen Strategieklausuren, wo wir uns mit neuen Businessmodellen beschäftigen oder der Frage, wie man noch kundenzentrierter werden kann, bis hin zum Arbeiten mit interdisziplinären Teams an konkreten Projekten. Customer Centricity wird in dieser Projektarbeit immer wichtiger, weil die Erwartungen der Kunden enorm steigen. Eine „seamless customer experience“ unabhängig von Gerät, Zeit und Ort wird zum Standard. Um den Kunden außergewöhnliche Lösungen zu liefern, müssen die Unternehmen über den eigenen Tellerrand blicken. Daher gehe ich bei allem, was ich tue, vom Open-Innovation-Ansatz aus: In die Arbeitsgruppen binde ich auch immer externe Denker ein, die hauptsächlich aus Startups kommen und sehr technik orientiert sind. Sie ergänzen die Führungskräfte sehr gut. ▪ Martha Miklin Seminar-Tipp Im Rahmen der Handelsverband-Aka - de mie hält Petra Hauser das Seminar „Customer Centricity im digitalen Zeitalter“ ab: 26. Juni, 13–16.30 Uhr. Weitere Infos und Tickets auf www.handelsverband.at/events 36 — Juni 2018

— intern Der Handel muss in Kundenwünschen denken Ursprünglich eine Einkaufsgemeinschaft, hat sich Markant zu einem Dienstleister in den unterschiedlichsten Bereichen für Handel und Industrie entwickelt. Kastner, Kiennast, Wedl, M-Preis, die Unimarkt-Gruppe und dm – die Liste der Mitglieder der Markant Österreich GmbH liest sich wie das Who is Who des heimischen Handels. Der regulierte Umsatz, also der Umsatz, den die Mitglieder vor allem mit dem Food-, Tiernahrungs-, Drogerie- und Nearfood-Bereich erwirtschaften, lag zuletzt bei rund vier Milliarden Euro. Rund 20 Mitglieder zählt der Österreich-Standort der schweizerischen Markant AG, die außerdem in Ungarn, Tschechien, der Slowakei und Polen vertreten ist. „Demnächst folgen Slowenien und Kroatien, die wir, wie Ungarn, von Wien aus betreuen werden“, sagt Thomas Zechner, Geschäftsführer von Markant Österreich. Genauso wie die Zahl der Länder, in denen das Unternehmen vertreten ist, steigt, wachsen auch dessen Aufgaben. In den Anfangsjahren eine Einkaufsgemeinschaft, hat sich Markant zu einem breit aufgestellten Dienstleister für Handel und Industrie entwickelt. Etwa im Bereich Daten. „Wir warten beispielsweise die Produktstammdaten“, erzählt Zechner. Dabei kümmert man sich nicht nur um die damit verbundenen gesetzlichen Vorschriften, sondern sorgt auch für die Vollständigkeit der Daten wie Größe, Abmessung oder Inhaltsstoffe des Produktes. „Das heißt, der einzelne Händler muss nicht mehr bei der Industrie nachfragen“, so Zechner. Das bedeute für beide eine wesentliche Effizienzsteigerung. Aber auch Bild- und Marktforschungsdaten werden von Markant erhoben und gewartet. Dazu kommt ein eigens entwickeltes Tool namens MAPIS (Marken Aktionspreis-Informations-System), das unter anderem 300.000 Aktionen im Food- und Non-Food-Bereich scannt und Regalpreisempfehlungen berechnet. Hohe Sicherheit Darüber hinaus stellt Markant mit Hilfe der Europäischen Zentralregulierung (EZR) ein ganzheitliches, sicheres und grenzüberschreitendes System zur Beleg- und Zahlungsabwicklung zur Verfügung. „Wir bündeln die Zahlungsströme zwischen Industrie und Handel“, erklärt Zechner. Weiters werden Management und Archivierung der Dokumente und Daten übernommen. Auch das Risiko wird minimiert: Mit einer vertraglichen Bürgschaft gibt Markant Industriepartnern die Sicherheit, dass offene Forderungen im Rahmen der Zentralregulierung zu 100 Prozent beglichen werden. Eine Bewährungsprobe hat dieses System zuletzt bei den Pleiten von Zielpunkt und Schlecker durchlaufen. Basierend auf der Ausfallshaftung wurden bei der Zielpunkt-Pleite in Österreich mehr als 35 Millionen Euro an Lieferanten-Forderungen zeitgerecht beglichen, während andere Gläubiger den Abschluss des Insolvenzverfahrens abwarten und sich mit einer Quotenregelung zufriedengeben mussten. Und auch die Einkaufsgemeinschaft lebt weiter, wird doch der Einkauf der Eigenmarken über die Markant gebündelt. Das Labeling derselben erfolgt dann heruntergebrochen auf die einzelnen Händler. Foto: Zechner Das Ziel, das mit diesen Dienstleistungen erreicht werden soll, ist für Zechner klar: „Die Unternehmen sollen sich auf ihr Kerngeschäft und auf die Kunden konzentrieren können. Der Handel muss in Kundenwünschen denken.“ ▪ Ursula Rischanek Thomas Zechner ist Geschäftsführer der Markant Österreich GmbH, einem neuen Partner des Handelsverbandes. MARKANT Österreich GmbH ▸ Geschäftsführer: Mag. Thomas Zechner ▸ Mitarbeiter: rd. 40 ▸ Außenumsatz der Handelspartner: ca. vier Milliarden Euro ▸ Regulierter Umsatz 2017: 2,120 Milliarden Euro ▸ Mutterunternehmen: MARKANT Handels- und Industriewaren-Vermittlungs AG, Schweiz ▸ Kontakt: MARKANT Österreich GmbH Radingerstraße 2a 1020 Wien T: +43 (1) 214 56 95-0 office@markant.co.at www.markant.com/de Juni 2018 — 37

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