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Handelsverband Journal RETAIL 2/2018

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Handelsverband Journal RETAIL 2/2018

— research

— research Mittelstandsinitiative: Erster Jahresbenchmark für den gesamten Handel in Österreich Foto: Shutterstock/PopTika Omnichannel ist die Zukunft des Handels. Der erste „Omnichannel Readiness Index“ zeigt, inwiefern das in Österreich schon in der Gegenwart praktiziert wird. Wie fit sind die österreichischen Händler in Sachen Omnichannel, also bei der Verzahnung von Online- und Offline-Vertriebskanälen? Der aktuelle „Omnichannel Readiness Index“ gibt Antworten auf diese Frage. Die Studie, die der Handelsverband gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut Mindtake und Google durchgeführt hat, ist auf www.handelsverband.at erhältlich. 44 wichtige Einzelhändler wurden analysiert, das Ranking ist zugleich Leitfaden und Fahrplan mit konkreten Empfehlungen. Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will: „Eines der größten Potenziale liegt in der organisatorischen Umsetzung.“ So müssten das Silodenken abgelegt, bestehende Strukturen aufgebrochen und Aufgabenfelder neu verteilt werden. Interessierte Händler können ihren Omnichannel Readiness Index bald selbst bestimmen. Der Handelsverband ORI Self-Check wird in Kürze auf www.handelsverband.at/ori zur Verfügung stehen. Die Besten Diese Händler haben im Omnichannel-Benchmark die höchste Punktzahl erreicht (Maximalwert 100 %): Obi Libro Hornbach Möbelix Hervis Blue Tomato Mömax Esprit XXXLutz Douglas 79,2 % 74,4 % 74,2 % 74,1 % 73,2 % 72,9 % 71,4 % 70,9 % 68,3 % 68,1 % Omnichannel in der Praxis Basis des Rankings ist ein umfangreicher Katalog von Kriterien, die in folgende sechs Kategorien zusammengefasst werden können (rechts der beste Händler in der Kategorie): Mobile Performanz (Durchschnittswert 72 %) – Obi 89 % Personalisierung, Loyalty & Sharing (Durchschnittswert 68 %) – Kika 94 % Flexible Kontaktmöglichkeiten (Durchschnittswert 65 %) – Möbelix 93 % Wegweiser in die Filiale (Durchschnittswert 62 %) – Hornbach 86 % Transparenz (Durchschnittswert 53 %) – Hornbach 82 % Flexibilität beim Kauf (Durchschnittswert 49 %) – Mediamarkt, Hervis 73 % 47 Prozent der befragten Händler messen, ob jemand, der mit digitalen Werbemitteln Kontakt hatte, dann auch eine ihrer Filialen besucht hat. 31 Prozent der Händler rechnen die Umsätze aus dem Onlineshop den Filialen zu, zum Beispiel regional anhand der Lieferadresse. 75 Prozent der Händler führen die E-Commerce-Abteilung noch als separate Kostenstelle. 22 Prozent der Händler verlangen offline und online teilweise unterschiedliche Preise. Kluft zwischen Kundenwunsch und Wirklichkeit Prozentsatz der Kunden, für die das Feature wichtig ist vs. Prozentsatz der Onlineshops, die es anbieten Informationen über Versandbedingungen schnell auffindbar (max. ein Klick/Scroll) Tag der Lieferung wird bekanntgegeben 95 vs. 5 78 vs. 18 Möglichkeit, online einen Rückruf durch den Händler anzufordern 59 vs. 9 30 — Juni 2018

— wissenschaft Könnte flächendeckender Bio-Landbau funktionieren? Foto: Shutterstock/Floki Eine neue Studie des Forschungsinstituts für Biologische Landwirtschaft sowie des Zentrum für Globalen Wandel und Nachhaltigkeit der BOKU Wien im Auftrag der Umweltinitiative Wir für die Welt untersucht die Aus - wirkungen einer kompletten Umstellung auf biologische Landwirtschaft auf die heimische Ernährungssituation. Die Landwirtschaft ist aktuell sowohl in Österreich und Europa als auch weltweit mit einer Reihe großer ökologischer und sozialer Herausforderungen konfrontiert. Dazu ge hören unter anderem Gewässerbelastun gen mit Stickstoff und Phosphor, Biodiversitätsverluste, Bodenerosion sowie Humusabbau, der Klimawandel und internationaler Wettbewerbsdruck. Zum Teil werden diese Probleme von der Landwirtschaft selbst (mit-)ver ursacht. Die biologische Landwirtschaft wird als eine wichtige Lösungsstrategie zur Reduzierung dieser Herausforderungen sowie zur nachhaltigen Ausrichtung der Landwirtschaft diskutiert. Die Studie des Autorenteams beschäftigt sich daher mit der Frage, welche Auswirkungen eine flächendeckende Bio-Umstellung auf die Ernährungssituation sowie auf Ökologie und Volkswirtschaft in Österreich haben würde. In einer großangelegten Studie für die Umweltinitiative Wir für die Welt hat das Autorenteam die produzierten Energiemengen in der Landwirtschaft dem Kilokalorienbedarf der österreichischen Bevölkerung gegenübergestellt. Vergleichsstudien haben gezeigt, dass die pflanzenbaulichen Erträge in der biologischen Landwirtschaft – insbesondere in den Industrieländern – im Schnitt um 8 bis 25 Prozent niedriger sind als in der konventionellen Landwirtschaft. Das Autorenteam geht auf Basis der langjährigen österreichischen Ertragsdaten von um durchschnittlich 34 Prozent niedrigeren Erträgen in der biologischen Landwirtschaft (Ackerbau) im Vergleich zur konventionellen Landwirtschaft aus. Bei tierischen Leistungen liegt der Ertragsverlust im Biolandbau im Durchschnitt aller Tierarten bei 10 Prozent. Anhand der landwirtschaftlichen Nutzfläche, der Erträge bzw. der Menge an tierischen Produkten sowie mittels der Kilokaloriengehalte in den relevanten pflanzlichen und tierischen Produkten haben die Autoren daraufhin die gesamte produzierte Nahrungsenergiemenge der österreichischen Landwirtschaft berechnet. Dabei wurden der Lebensmittelabfall, der Saatgutanteil und der relevante Industrieanteil, die gegenwärtig nicht für die menschliche Ernährung zur Verfügung stehen, abgezogen. Martin Schlatzer und Thomas Lindenthal vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau Österreich bzw. vom Zentrum für Globalen Wandel und Nachhaltigkeit der Wiener Universität für Bodenkultur (BOKU) Hoher Fleischkonsum als Herausforderung Das Ergebnis? Unsere gegenwärtige, überwiegend konventionelle Landwirtschaft produziert eine gesamte Energiemenge für die Nahrungsmittelversorgung von 10.827 Mrd. Kilokalorien pro Jahr. Der Kilokalorienbedarf der österreichischen Bevölkerung beträgt 6.816 Mrd., das heißt, die gegenwärtige Landwirtschaft kann den Bedarf der Bevölkerung mehr als decken. Eine flächendeckende biologische Landwirtschaft würde demgegenüber heute eine Energiemenge von 6.599 Mrd. Kilokalorien pro Jahr in Österreich produzieren. Damit könnte eine 100-prozentige Bio-Landwirtschaft den heimischen Bedarf nur knapp nicht decken. Aber: Unser gegenwärtiger Ernährungsstil mit einem deutlich zu hohen Fleischkonsum sowie das hohe Ausmaß an Lebensmittelabfällen bieten genug Spielraum zur Verringerung des Verbrauchs. Bereits eine geringfügige Verringerung des gegenwärtigen Fleischkonsums um 10 Prozent oder eine 25-prozentige Reduktion der vermeidbaren Lebensmittelabfälle könnte unseren heutigen Nahrungsmittelbedarf bei 100 Prozent Biolandbau decken. Mehr Informationen auf www.muttererde.at. Juni 2018 — 31

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