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BUSINESS+LOGISTIC 6/2020

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In BUSINESS+LOGISTIC 6/2020 verschaffen wir Ihnen einen Überblick über die Situation in Wirtschaft & Logistik während der Corona-Krise. Dabei wird klar, dass nicht alle Teile der Wirtschaft in der DACH-Region gleichermaßen betroffen sind. Das Bild, das sich bietet ist sehr heterogen. Zudem sind die Transformationsprozesse, welche die Märkte jetzt erleben, zwar von der Corona-Krise befeuert, haben jedoch schon vor beinahe einem Jahrzehnt eingesetzt. Lesen Sie dazu auch das Interview mit Roland Seebacher, Geschäftsführer des Intralogistikspezialisten BITO Austria.

TRaNSPORT+INFRASTRUKTUR

TRaNSPORT+INFRASTRUKTUR INFRASTRUKTUR 17,5 Milliarden Euro für Bahnausbau Knapp drei Milliarden Euro pro Jahr sollen in den kommenden sechs Jahren in die österreichische Bahn-Infrastruktur fließen. Damit sollen die ÖBB und Privatbahnen leistungsfähiger werden. Damit will man auch dem Ziel näherkommen, Güter auf die Schiene zu bringen. Ob dies erreicht werden kann, ist jedoch sehr fraglich. Die ÖBB soll in den kommenden sechs Jahren im Auftrag der Bundesregierung in eine moderne und leistungsfähige Bahn-Infrastruktur investieren. Bis 2026 werden hierfür rund 17,5 Milliarden Euro aus dem Staatshaushalt locker gemacht. Hinzu kommen weitere fünf Milliarden für Projekte, die nach 2026 umgesetzt werden sollen. Damit sollen Strecken, Bahnhöfe, Sicherungstechnik und Verkehrsleitsysteme fit für die Zukunft gemacht werden. Infrastruktur-Investitionen: „Größtes Bahnpaket der Republik.“ Der Fokus der Infrastruktur-Investitionen liegt dabei vor allem auf dem Personennahverkehr. So möchte man damit einen Taktfahrplan mit leicht merkbaren Abfahrtszeiten, kurzen Umsteigezeiten und kürzeren Reisezeiten realisieren. Gleichzeitig sollen damit die geplanten 1-2-3 Tickets basisfinanziert werden. Und last but not least soll mit diesen Investitionen die Basis dafür geschaffen werden, dass sich der Güterverkehr von der Straße auf die Schiene verlagert. Bundesministeriums und der ÖBB am 16. Oktober: „Mit dem neuen ÖBB- Rahmenplan bringen wir das größte Bahnpaket auf die Schiene, das die Republik je gesehen hat. Mehr als 17 Milliarden Euro für Bahnprojekte im ganzen Land sind eine Ansage im Kampf gegen die Klimakrise.“ Vier Schwerpunkte Mit dem Rahmenplan 2021-2026 sei nun jenes Investitionspaket beschlossen worden, das die Bahn für die kommenden Jahre bestens rüstet, zeigt man sich im Ministerium und bei der ÖBB überzeugt. Dabei setze man vier Schwerpunkte. So ist der S-Bahn-Ausbau vor allem in und rund um die Großstädte Wiens, Linz, Graz usw. geplant. Gleichzeitig sollen damit die Regionalbahnen attraktiver werden, inklusive eines ehrgeizigen Elektrifizierungsprogramms. Im Plan sind auch eine Erweiterung der Kapazitäten, um eine wirtschaftlichere Streckennutzung für den Güterverkehr zu ermöglichen. Als vierter Punkt wurde zudem die Digitalisierung und Effizienzsteigerung im Bau und Betrieb genannt. „Mehr als 17 Milliarden.“ Der Ausbau der klimafreundlichen Bahn spielt im Kampf gegen die Klimakrise eine wesentliche Rolle, heißt es aus dem Bundesministerium für Klimaschutz. Klimaschutzministerin Leonore Gewessler sagt hierzu im Rahmen der gemeinsamen Pressekonferenz des Regionalverkehr. „In den vergangenen Jahren haben sich die S-Bahnen großer Kundenzuwächse erfreut. Auch unsere Regionalbahnen haben sich sehr positiv entwickelt. Trotz des ordentlichen Corona-Dämpfers müssen wir jetzt in eine moderne, effiziente und zukunftsfitte Bahn investieren. FOTO: DAVID PAYR 6/2020 28 BUSINE$+LOGISIC

TRaNSPORT+INFRASTRUKTUR BM Gewessler, A. Matthä: Mit knapp 17,5 Milliarden Euro Investitionen will man auch dem Ziel, Güter auf die Schiene zu bringen, näherkommen. Ob dies damit jedoch erreicht wird, ist sehr fraglich. Denn, die akute Klimakrise wird noch mehr Fahrgäste zum Umstieg motivieren. Vor allem zu Spitzenzeiten ist die Kapazität in neuralgischen Streckenabschnitten bereits ausgelastet, darunter leidet sowohl der Personenals auch der Güterverkehr. Wir müssen für die Zeit nach der Corona-Krise gewappnet sein“, sagt ÖBB-CEO Andreas Matthä. über die Bahn transportiert wurden. Vor dem Hintergrund der Weltwirtschaftskrise gehen Kenner davon aus, dass sich der Schienengüterverkehr auf der Strecke bis 1.000 Kilometer nicht wirtschaftlich betreiben lässt. Die Priorisierung des Personenverkehrs macht die Situation dabei nicht besser. FOTO: ÖBB 900 Züge täglich. Hier setzt der Rahmenplan an: Zum Beispiel wird die Wiener S-Bahn-Strecke zwischen Meidling und Floridsdorf mit modernster, satellitengesteuerter Technik und längeren Bahnsteigen von 220m für längere Züge und die Streckenkapazität auf 900 Züge pro Tag gesteigert (statt bisher 700). Das Ergebnis: mehr und längere Züge. Aufwertung Niederösterreichs. Insgesamt will man hierfür allein in der Ostregion rund sechs Milliarden Euro in den kommenden sechs Jahren investieren. Das wertet auch die Strecken in Niederösterreich auf, etwa durch den viergleisigen Ausbau von Meidling bis Mödling. So werden leistungsfähige Alternativen für den Pendlerverkehr im sogenannten Speckgürtel geschaffen. Ähnliche Programme sind auch in allen anderen Landeshauptstädten geplant. Die Bahn von morgen mit Infrastruktur-Investitionen Insgesamt 1,8 Milliarden Euro (1,2 Milliarden im Rahmenplan bis 2026) fließen in die Modernisierung und Elektrifizierung der Regionalbahnen. Diesen kommt im Streckenkonzept der Zukunft nicht nur die wichtige Zubringerfunktion zu, sie bringen den ländlicheren Regionen Österreichs umweltfreundliche Mobilität und werten den Wirtschaftsstandort auf. Die Investitionen kommen zudem vor allem Klein-und Mittelbetrieben zugute, was zusätzliche lokale Wertschöpfung und Arbeitsplätze bringt. Stiefkind Güterverkehr Auch für den Güterverkehr arbeite man an noch besseren Infrastrukturanlagen, war auf der Pressekonferenz zu hören. So tritt das Güterzentrum Wien Süd in die nächste Ausbauphase und wird in Zukunft über noch mehr Kapazitäten verfügen. Ob das jedoch ausreichen wird, den Güterverkehr von der Straße auf die Schiene zu bekommen, ist mehr als fraglich. Die Gesamtinvestitionen belaufen sich auf gerade einmal 250 Millionen Euro. In den letzten Jahren gingen zudem die Tonnagen zurück, die Digitalisierung auf allen Ebenen Ein wesentlicher Faktor bei der Attraktivierung und Modernisierung der Bahninfrastruktur ist die Digitalisierung. Hier will die Bahn 1,5 Milliarden Euro investieren. Sie macht erst vieles möglich, was vor einigen Jahren noch undenkbar schien. Die Attraktivierung der Wiener S-Bahn etwa wäre ohne modernste Technik nicht möglich. Der gesamte Bahnbetrieb profitiert von der Digitalisierung – von der Weichensteuerung bis zur Erstellung eines „digitalen Zwillings“ unseres gesamten Streckennetzes. Stabiler Anker Bahn Doch all diese Investitionen kommen nicht nur der Bahn zugute. Der sechs Jahre laufende Rahmenplan wird jährlich fortgeschrieben und kann damit vor allem in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten – wie aktuell durch die Corona-Krise ausgelöst – wertvolle Investitionen sicherstellen: „Mit diesen Investitionen schaffen wir eine Win-Win-Situation: Wir schaffen regionale Wertschöpfung und wir schützen unser Klima“, sagt Bundesministerin Gewessler. Pull Effekte erhofft. „Investitionen in die Bahn wirken während der Bauphase. Sie schaffen Arbeitsplätze und wirken als Konjunkturmotor. Mit dem vorliegenden Rahmenplan schaffen wir nicht nur Beschäftigung und eine regionale Wertschöpfung, sondern stärken auch unsere Regionen. Entlang gut ausgebauter Bahnachsen haben wir einen ‚Pull-Effekt‘, der sich positiv auf die Bevölkerungsentwicklung entlang dieser Achsen auswirkt und Betriebsansiedelungen attraktiv macht. Mit der Umsetzung des Rahmenplanes werden wir eine Bahn haben, die umweltfreundliche, bequeme und einfache Mobilität völlig neu definiert,“ schließt ÖBB-CEO Matthä. X oebb.at BUSINE$+LOGISIC 29 6/2020

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