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BUSINESS+LOGISTIC 6/2020

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In BUSINESS+LOGISTIC 6/2020 verschaffen wir Ihnen einen Überblick über die Situation in Wirtschaft & Logistik während der Corona-Krise. Dabei wird klar, dass nicht alle Teile der Wirtschaft in der DACH-Region gleichermaßen betroffen sind. Das Bild, das sich bietet ist sehr heterogen. Zudem sind die Transformationsprozesse, welche die Märkte jetzt erleben, zwar von der Corona-Krise befeuert, haben jedoch schon vor beinahe einem Jahrzehnt eingesetzt. Lesen Sie dazu auch das Interview mit Roland Seebacher, Geschäftsführer des Intralogistikspezialisten BITO Austria.

BUSINE$+FINANZEN

BUSINE$+FINANZEN FOTO: ERICH WESTENDRP / PIXELIO.DE LOGISTIKINDIKATOR 2020 Die Zeichen verweisen auf Erholung Die Einkaufsmanagerindizes von IHS Markit weisen in Richtung „Erholung der europäischen Wirtschaft“. Und sie werden teilweise bestätigt durch den regelmäßig erscheinenden Logistikindikator 2020 des ifo Instituts in München und der Bundesvereinigung Logistik (BVL). Noch ist der Aufschwung in der Logistikbranche allerdings nicht ganz angekommen, insbesondere nicht in der Transportlogistik-Wirtschaft. Die positive Nachricht zuerst: Das Geschäftsklima der deutschen Logistikwirtschaft erholt sich seit dem Corona-Tief im April kontinuierlich. Der Indikator lag im August bei 94,8 Punkten und somit etwas höher als noch im Vormonat (92,7). Und das war nun bereits die vierte Verbesserung des Geschäftsklimas in Folge. Dies geht aus den monatlichen Erhebungen zum Logistik-Indikator hervor, die das ifo Institut im Auftrag der Bundesvereinigung Logistik e.V. (BVL) im Rahmen seiner Konjunkturumfragen durchführt. Damit dürfte auch der Optimismus wieder in die Logistikwirtschaft zurückkehren. Zumindest überwogen zum Ende des dritten Quartals 2020 die positiven Geschäftserwartungen wieder. Die Geschäftslage bewerteten die befragten Firmen zwar nach wie vor mehrheitlich negativ, allerdings ist auch hier eine stetige Verbesserung zu beobachten. Nachfrage noch nicht zufriedenstellend Jedoch berichten noch immer einige Logistikdienstleister von einer nachgebenden Nachfrage und zeigten sich mit ihren Auftragsbeständen größtenteils noch immer unzufrieden. Die Geschäftslage wurde jedoch von einem geringeren Anteil der Unternehmen als ungünstig eingestuft. Und auch diese blicken mit Zuversicht auf die Entwicklungen in den kommenden Monaten. Der Geschäftsklimaindikator verbesserte sich also, bleibt aber noch immer im negativen Bereich. Erwartungen für Zukunft optimistischer. Dass die Logistik-Lösungsanbieter mit ihren Erwartungen nicht falsch liegen, dafür sorgen die Anwender ihrer Lösungen, insbesondere aus Handel und Industrie. Dort überwiegen die zuversichtlichen Zukunftsperspektiven. Die Geschäftslage wurde zwar auch im August noch negativ beurteilt, allerdings verbesserte sie sich im Laufe der vergangenen drei Monate zusehends. Das Geschäftsklima verbesserte sich erneut – blieb aber auch im August noch im negativen Bereich. Der Indikatorwert erreichte mit 99,3 Punkten allerdings auch nahezu wieder das Niveau von vor der Krise (Februar: 101,2 Punkte). Logistikindikator 2020: Rückblick auf das Gesamtquartal Die Corona-Pandemie und die Maßnahmen zur Eindämmung haben die deutsche Wirtschaft in die mit Abstand tiefste Rezession ihrer Nachkriegsgeschichte gestürzt. Das Bruttoinlandsprodukt ist nach einem Rückgang im ersten Vierteljahr 2020 in Höhe von 2 Prozent im zweiten Vierteljahr noch einmal um 9,7 Prozent geschrumpft. In Folge der deutlich sinkenden Neuinfektionszahlen wurden die Shutdown-Maßnahmen mittlerweile gelockert oder für manche Wirtschaftsbereiche ganz aufgehoben. Damit gilt als sicher, dass die konjunkturelle Talfahrt gestoppt wurde und die Erholung der wirtschaftlichen Aktivität einsetzt. Hohe Unsicherheit besteht indes über das Tempo und die Dauer der Erholung. Neben dem weiteren Infektionsverlauf und den damit einhergehenden staatlichen Eindämmungsmaßnahmen rührt diese Unsicherheit von der Geschwindigkeit, mit der die Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen wieder zulegt. Insolvenzen erwartet. Dabei spielen unter anderem dauerhafte Verhaltensänderungen von Verbrauchern und Unternehmern eine Rolle. Viele Anbieter der davon betroffenen Dienstleistungen dürften mit strukturellen Anpassungen konfrontiert sein, die einen spürbaren Anstieg von Unternehmensinsolvenzen wahrscheinlich werden lassen. Insgesamt aber hat sich die Stimmung unter den deutschen Unternehmen seit ihrem Tiefpunkt im April deutlich verbessert. In vielen Wirtschaftsbereichen liegt das Geschäftsklima bereits wieder nahe am Vorkrisenniveau. Auch das exportorientierte Verarbeitende Gewerbe dürfte allmählich von der sich bessernden konjunkturellen Lage in den wichtigsten Abnehmerländern profitieren. Darauf deutet unter anderem die kräftige Erholung bei den ifo Exporterwartungen hin. Nicht zuletzt bedingt durch die niedrige Produktion an Waren und Dienstleistungen während des Shutdowns dürften damit insgesamt die Zuwachsraten beim Bruttoinlandsprodukt im dritten und vierten Quartal kräftig ausfallen. Dennoch wird die Wirtschaftsleistung im Durchschnitt dieses Jahres voraussichtlich um etwa 5 Prozent niedriger sein als im Jahr 2019. Arbeitsmarkt bleibt angespannt Auch am Arbeitsmarkt hat die Corona-Krise tiefe Spuren hinterlassen. Die Zahl der Arbeitslosen ist bis Juni saisonbereinigt auf 2,94 Millionen Personen und damit auf den höchsten Wert seit der Eurokrise im Jahr 2010 gestiegen. Seither geht die Arbeitslosigkeit nur langsam zurück. Das ifo Beschäftigungsbarometer deutet allerdings darauf hin, dass sich der Rückgang in den kommenden Monaten etwas beschleunigen dürfte. Vor allem bei den Dienstleistern und im Baugewerbe wird im August erstmals wieder mehrheitlich mit Neueinstellungen gerechnet. Auch die Anzahl der Kurzarbeiter, die offiziellen Angaben zufolge im April bei knapp 6 Mio. Beschäftigten lag, sinkt nur langsam. Nach den jüngsten Ergebnissen ifo Konjunkturumfragen nahmen im August noch 37 Prozent der befragten Unternehmen Kurzarbeit in Anspruch; im April lag dieser Wert bei 50 Prozent. X bvl.de X ifo.de BUSINE$+LOGISIC 21 6/2020

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