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BUSINESS+LOGISTIC 6/2020

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In BUSINESS+LOGISTIC 6/2020 verschaffen wir Ihnen einen Überblick über die Situation in Wirtschaft & Logistik während der Corona-Krise. Dabei wird klar, dass nicht alle Teile der Wirtschaft in der DACH-Region gleichermaßen betroffen sind. Das Bild, das sich bietet ist sehr heterogen. Zudem sind die Transformationsprozesse, welche die Märkte jetzt erleben, zwar von der Corona-Krise befeuert, haben jedoch schon vor beinahe einem Jahrzehnt eingesetzt. Lesen Sie dazu auch das Interview mit Roland Seebacher, Geschäftsführer des Intralogistikspezialisten BITO Austria.

BUSINE$+FINANZEN B+L:

BUSINE$+FINANZEN B+L: Wie positioniert sich BITO Austria vor diesem Hintergrund? R. Seebacher: Ich sehe hier zwei Aspekte. Der eine Aspekt bezieht sich auf unsere Produktpalette. Wir sind einer der wenigen Anbieter in diesem Marktsegment, die ihre Produkte zu 95 Prozent in Deutschland bzw. im deutschsprachigen Raum fertigt. Wir haben also schon immer auf die regionale Produktion gesetzt. Wir sind also ein regionaler Anbieter, der auch seine halbfertigen Produkte von regionalen Anbietern bezieht. Das hat einerseits den Grund, dass wir auf Qualität setzen und in diesem Zusammenhang auf die Qualitätssicherung. Kurze Supply Chains ermöglichen die rasche Qualitätskontrolle. Um wettbewerbsfähig zu sein, ist die Herstellung unserer Leistungen automatisiert. B+L: Was ist der andere Aspekt? R. Seebacher: Der zweite Aspekt ist, dass durch die Transformation der Wirtschaft der Bedarf an Beratung massiv wächst. Reichte noch vor einem Jahrzehnt die reine Ingenieursleistung zur Realisierung etwa eines Hochregallagers aus, müssen Sie heute systemisch denken und ihre Lösungen in unternehmensübergreifende Supply Chain-Netzwerke integrieren. Hinzu kommt die Skalierbarkeit der angebotenen Leistungen sowohl nach oben als auch nach unten. Wir betrachten daher Logistik-Projekte nicht mehr allein von der Produktebene aus, sondern denken sie schlüsselfertig. Darum sind wir bei der Umsetzung von Projekten so weit wie möglich für unsere Kunden dauerpräsent. B+L: Betrifft das Sie allein als Lieferant oder betrifft das auch Ihre Kunden selbst? R. Seebacher: Das betrifft auch unsere Kunden, denn für sie haben sich die Geschäftsfelder vielfach erweitert. Sie entwickeln sich selbst als Glied eines großen Ganzen. Hinzu kommt das Thema E-Commerce, dass mittlerweile allgegenwärtig ist und ganz neue Geschäftsmodelle ermöglicht. In diesem sich ständig wandelnden Umfeld versuchen wir, der Sparring-Partner unserer Kunden zu sein und gemeinsam mit ihm entsprechend zukunftsfähige, flexible und skalierbare Lösungen zu entwickeln. R. Seebacher: Der Transformationsprozess wurde durch die Krise erheblich beschleunigt und eröffnet uns tatsächlich auch ungeahnte Chancen. hat aber natürlich auch das Bewusstsein der Menschen für regionale Produkte verändert. Viele überlegen sich heute beispielsweise, ob sie nicht lieber einen Schrank aus heimischer Produktion mit hiesigen Hölzern oder einen Pressspan-Schrank mit Platten aus Palmgehölzen kaufen. Der Schrank aus heimischer Produktion ist zwar teurer, hält aber um vieles länger. Das Bewußtsein für die Ressourcen schonende Produktion mit kürzeren Lieferketten ist aus meiner Sicht auf jeden Fall gewachsen. Oder nehmen Sie Kosmetik-Produkte, deren Zutaten aus der ganzen Welt zusammengetragen werden. Diese Produkte werden mitunter umweltzerstörend und auch nicht sozial vertretbar gewonnen und können durch regionale Ersatzstoffe ersetzt werden. Die Corona-Krise hat hier auch dem Ökologisierungsgedanken einen Schub versetzt. Wie lange dieser allerdings anhält, kann natürlich niemand sagen und hängt von den Verbrauchern selbst ab. B+L: Welchen Effekt hat das für Sie? R. Seebacher: Das Commodity-Geschäft wird immer weniger und die Lösungen immer komplexer. Sie beinhalten einfache Regale, Regalbediengeräte, Fahrerlose Transportsysteme etc., die durch entsprechende WMS, LVS usw. gesteuert werden und selbst Teil ganzer Netzwerke sind. Die Welt hat sich für uns sehr gewandelt und der Wandel wird durch Corona beschleunigt… B+L: Macht das BITO Austria allein? R. Seebacher: Nein, denn wir arbeiten mit Partnern wie etwa Linde Fördertechnik und anderen Anbietern zusammen. Das ist bekannt. Solche Kooperationen sind State of the Art. Für den Kunden ist dabei nur wesentlich, dass er alles aus einer Hand und das Beste aus den unterschiedlichen Welten bekommt. B+L: Wir sprachen vorhin von Perspektiven. Wo liegen die Perspektiven für BITO Austria im kommenden Jahr? R. Seebacher: Bleiben wir noch kurz im Jahr 2020. Trotz Corona-Krise liefern wir ein respektables Ergebnis. Das sehen wir bereits heute. Wir werden natürlich das Top-Jahr 2019 nicht erreichen, aber die Ergebnisse passen. BITO Österreich ist kerngesund, sowohl physisch hinsichtlich seiner Mitarbeiter als auch in Hinblick auf die Bilanzen. Für 2021 sind wir sehr positiv gestimmt. Wir haben sehr viele Anfragen und Projekte für das kommende Jahr an Land ziehen können. Wenn es so weiter geht, werden wir das Jahr 2019 erreichen können. Voraussetzung ist allerdings, dass es zu keinen weiteren Lockdowns mehr kommt. Wir blicken jedenfalls optimistisch in die Zukunft. B+L: Vielen Dank für das tolle Gespräch. X bito.com 6/2020 16 BUSINE$+LOGISIC

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