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BUSINESS+LOGISTIC 6/2020

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In BUSINESS+LOGISTIC 6/2020 verschaffen wir Ihnen einen Überblick über die Situation in Wirtschaft & Logistik während der Corona-Krise. Dabei wird klar, dass nicht alle Teile der Wirtschaft in der DACH-Region gleichermaßen betroffen sind. Das Bild, das sich bietet ist sehr heterogen. Zudem sind die Transformationsprozesse, welche die Märkte jetzt erleben, zwar von der Corona-Krise befeuert, haben jedoch schon vor beinahe einem Jahrzehnt eingesetzt. Lesen Sie dazu auch das Interview mit Roland Seebacher, Geschäftsführer des Intralogistikspezialisten BITO Austria.

BUSINE$+FINANZEN

BUSINE$+FINANZEN Investitionen in die Wettbewerbsfähigkeit Die Investitionen werden vor allem in den Bereichen IT (49 Prozent), neue Technologien (37 Prozent), technische Ausstattung wie Maschinen und Werkzeuge für die Produktion (34 Prozent) sowie Forschung und Entwicklung (26 Prozent) getätigt. Auch in der gegenwärtigen Krise blicken die Befragten nach vorne und machen ihr Unternehmen zukunftsfähig. Die größte Motivation hinter den Investitionen ist die Gewährleistung eines reibungslosen Ablaufs (67 Prozent). 53 Prozent sagen, dass Investitionen notwendig seien, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Immerhin 35 Prozent geben an, dass die Corona-Pandemie positive finanzielle Auswirkungen für sie hatte und deshalb höhere Investitionen möglich sind. Nur wenige von Pandemie beeindruckt. Auf der anderen Seite stehen Unternehmen, die bei Investitionen im nächsten Jahr den Rotstift ansetzen müssen. Die meisten von ihnen investieren etwa fünf Prozent weniger als heuer. Die Gründe dafür sind die Pandemie und ihre Auswirkungen (1,6 Prozent) ebenso, wie eine erwartete geringere Wirtschaftsleistung im nächsten Jahr (2,4 Prozent). Die Mehrheit der österreichischen Unternehmen, die nächstes Jahr Einsparungen vorsieht, gab allerdings an, dass die Investitionen 2020 überdurchschnittlich hoch waren (3,2 Prozent). „ SELBST BEI KRISENSICHER GEGLAUBTEN GLOBALPLAYERN, WIE ETWA AUS DER ERDÖL- INDUSTRIE, MACHT SICH KATER- STIMMUNG BREIT. SIE ALLE SPÜREN JETZT DEN DRUCK NACHGEBENDER MÄRKTE. “ Digitalisierung im Fokus Dabei hat die Digitalisierung in allen Bereichen des Unternehmens bei den meisten Unternehmen einen hohen Stellenwert. Die große Mehrheit der Befragten geben diese Aufgabe als oberste Priorität an (53 Prozent als Priorität 1). Bei immerhin 37 Prozent steht die Digitalisierung auf Platz zwei für ihre Investitions-Motivation. Deshalb planen 67 Prozent der Teilnehmer Neuanschaffungen in diesem Bereich, während 33 Prozent bestehende Lösungen ausbauen und verbessern möchte. Automatisierung wichtig. Einen ebenfalls hohen Stellenwert hat die Investition in Automatisierungslösungen. Auch hier planen 30 Prozent Neuanschaffungen, während 62 Prozent Bestehendes upgraden will. Ähnlich ist es bei dem Ausbau von Robotik-Lösungen: Hier planen sogar 53 Prozent Neuanschaffungen. Dicht gefolgt von fast 50 Prozent, die angeben, dass sie Neuanschaffungen für den 3D-Druck einplanen. Investieren, um flexibel zu sein „Die Lockdowns haben auch bei uns für einen Stopp einiger laufender Investitionen geführt. Wir mussten Kurzarbeit anmelden, wie viele andere auch, und verlegten viele unserer Aktivitäten ins Homeoffice“, sagt Roland Seebacher, CEO von BITO Austria gegenüber BUSINESS+LOGISTIC im Interview. Er führt weiter aus: „Doch wir sind danach gut aus den Startlöchern gekommen und bewegen uns mittlerweile fast schon wieder in Richtung Normalität.“ Die Ergebnisse des Boom-Jahrs 2019 werde man zwar nicht erreichen, doch stimmen R. Seebacher die Neubestellungen für 2021 sehr optimistisch. „Die Unternehmen investieren in Automatisations- und Logistiklösungen, wie sie beispielsweise BITO anbietet. Dabei spielt die Integration der Lösungen in komplexe Systemlandschaften sowie deren Skalierbarkeit nach oben und unten eine Rolle. Die Lösungen müssen sich rasch und flexibel an sich verändernde Marktbedingungen anpassen können“, so der besonnen Geschäftsmann. Mehr Beratung gefragt. Gefragt nach den Konsequenzen, die er als Geschäftsführer für sein Unternehmen sieht, antwortet R. Seebacher: „Die Beratungsleistung und Systemkompetenz war bei BITO schon immer ein Teil des Geschäfts. Dies wird heute jedoch noch stärker gefordert. Die Unternehmen wollen wenigstens in ihrem eigenen Umfeld eine gewisse Planungssicherheit herstellen, wenn schon die Märkte eine solche kaum hergeben. Sie benötigen daher Lösungen, welche die entsprechende Flexibilität und Skalierbarkeit weitgehend sicherstellen. Und dafür bedarf es einer noch besseren Planung und daher Beratung.“ Maßnahmen der Regierung greifen Befragt nach den Konsequenzen, die er in Hinblick auf die Corona-Krise zieht, antwortet R. Seebacher: „So eine Pandemie und ein weltweiter Lockdown ist nicht planbar. Man kann daher Unternehmer beispielsweise im Bereich des Tourismus oder der Gastronomie nicht für die wirtschaftlichen Konsequenzen daraus verantwortlich machen. Doch haben viele Veränderungen, die wir jetzt beispielsweise in der Industrie sehen, eher wenig mit der gegenwärtigen Krise zu tun. Diese setzten lange vor Corona ein und stellen die Unternehmen schon seit Jahren vor Herausforderungen.“ Industrie 4.0 und digitale Transformation. R. Seebacher meint dabei vor allem die vierte industrielle Revolution (Industrie 4.0) und die damit einsetzende digitale Transformation der Wirtschaft. „Corona befeuert die Transformation und beschleunigt die Digitalisierung“, ist der BITO-Geschäftsführer überzeugt. Als ein Indiz dafür sieht er die Tatsache, dass das Homeoffice innerhalb weniger Wochen zur Normalität geworden ist. „Wurde das Homeoffice vor Corona in den Chefetagen eher misstrauisch beäugt, ist es innerhalb Monatsfrist integraler Bestandteil bei der Reorganisation von Unternehmen“, spricht R. Seebacher auch aus eigener Erfahrung. Er sieht das Homeoffice als Möglichkeit, mehr Mitarbeiter-Zufriedenheit herzustellen und die Work-Lifetime-Balance zu verbessern. Gleichzeitig können sich so auch völlig neue Geschäftsmodelle entwickeln. Politik in der Pflicht. R. Seebacher sieht daher auch die Politik in der Pflicht, hier Impulse für Investitionen in die Transformation und Automatisierung zu geben, etwa durch Investitionsprämien. Und in der Tat: Die zwei Milliarden Euro, die durch die gegenwärtige türkis-grüne Bundesregierung beschlossen wurden, werden aktiv genutzt. Wie Berechnungen von Wirtschaftsinstituten ergeben, führt diese Investitionsprämie bereits jetzt zu 18 Milliarden Euro Investitionen durch Vorzieheffekte. Davon profitieren auch Anbieter von Automations- und Logistik-Lösungen wie BITO. „Das ist hervorragend investiertes Geld, welches die Wirtschaft belebt und gleichzeitig Österreichs Industrie wettbewerbsfähig für die Zukunft macht“, weiß R. Seebacher. Um das Investitionsklima weiter zu verbessern, wäre für ihn daher die Erhöhung der Prämie in der nächsten Zeit opportun. X bito.com X onepoll.com 6/2020 12 BUSINE$+LOGISIC

BUSINE$+FINANZEN R. Seebacher „Wir dürfen das Thema nicht allein aus der wirtschaftlichen Sicht betrachten“ Roland Seebacher, Geschäftsführer von BITO in Österreich, sieht die Corona-Krise nur teilweise als Ausschlag gebend für die derzeitige wirtschaftliche Entwicklung in Österreich. Vielmehr sind die Transformationsprozesse für ihn maßgeblich, welche die vierte industrielle Revolution (Industrie 4.0) ausgelöst hat. B+L: Herr Seebacher. Wie geht es Ihnen, wie geht es BITO Austria? R. Seebacher: Uns geht es den Umständen entsprechend gut. Wir hatten ein sensationelles Jahr 2019 hingelegt mit einem Rekordumsatz seit Bestehen des Unternehmens hier in Österreich. Wir sind dann gut ins Jahr 2020 gestartet mit Vorbestellungen, welche einen weiteren Rekord signalisierten. Und dann kam der Lockdown, der sich äußerlich in Absagen von Messen, Meetings usw. äußerte. Im Innenverhältnis hat sich im Wesentlichen die Kommunikation umgestellt. B+L: Wie haben Sie darauf reagiert? R. Seebacher: Wir haben uns sehr rasch auf die neue Situation eingestellt und einen großen Teil unseres Workflows in die Homeoffices verlegt. Das konnten wir deshalb so schnell, weil wir hier Modelle schon vor Corona aufgesetzt haben, die wir dann während der Krise realisierten. in Österreich, die wir freilich nutzen und die uns gut durch den Lockdown brachten. B+L: Mussten Sie Kurzarbeit anmelden? R. Seebacher: Ja, das haben wir gemacht, weil unsere Kunden etliche Projekte, die bereits in der Umsetzung waren, aus Sicherheitsgründen auf Standby schalteten. In der Zeit des Lockdowns war das Büro jedoch permanent von mir und einem Mitarbeiter besetzt, um eine Kontinuität der Kommunikation sicher zu stellen. Je länger der Lockdown aber dauerte und unsere Kunden sich auf die neue Situation eingestellt haben, umso mehr nahmen wir die Kurzarbeit zurück. Heute ist der Zustand längst wieder auf Normalniveau. Heute gehören jedoch die digitalen Medien zu unserem Alltag, d.h. die Mitarbeiter sind beispielsweise einen Teil ihrer Arbeitszeit im Homeoffice. B+L: Die Lockdowns sind vorbei. Ist man bei BITO wieder zurück zum Alltag vor der Krise zurückgekehrt? R. Seebacher: Nein, denn wir konnten vor allem viele Erfahrungen mit den Vorzügen der Digitalisierung sammeln, wie zum Beispiel Video-Conferencing, Homeoffice usw. Da reagieren wir auch auf die Bedürfnisse unserer Kunden. B+L: Können Sie hier konkret werden? R. Seebacher: Nehmen Sie beispielsweise die Vertragsanbahnung und Projektabwicklung. Was früher faktisch undenkbar war, dass man das via Video-Conferencing abwickelt, wird heute von unseren Kunden gefordert. Bis zur Corona-Krise war es normal, dass man Kunden immer wieder besuchte und Einzelheiten absprach. Aus Sicherheitsgründen und wohl auch aus Flexibilitätsgründen wird die Besuchskultur heute auf das Notwendigste reduziert. Nur noch Abschlüsse werden persönlich gemacht, und dann auch nicht jeder. Wir überdenken zudem unsere Messeauftritte, welche ja ein wesentlicher teil unserer Kommunikation darstellte. Die Corona-Krise hat uns nahezu dazu gezwungen, Alternativen zur Messe aufzuspüren. Und die gibt es. Wir nutzten digitale Tools schon vor der Krise, jetzt sind sie aber integraler Bestandteil unserer Kommunikation und verändern unsere Organisation und unseren Workflow. B+L: Gibt es dabei eine konzernweite Strategie? R. Seebacher: In Hinblick auf die Nutzung digitaler Medien nicht, denn die Konzern-Mutter von BITO steht schon allein wegen ihrer Größe vor anderen Herausforderungen bei der Bewältigung der Krise als wir. Wir sind zwar für Österreich und Südost-Europa zuständig, haben aber unsere Struktur rein auf das Projektmanagement und den Vertrieb aufgebaut. Daher genießen wir hier Freiräume als eher familiär strukturierte Einheit BUSINE$+LOGISIC 13 infrastruktur drehscheibe niederösterreich. Die rasche Anbindung zum Vienna International Airport, die Nähe zur Bahn und den Donauhäfen Ennsdorf und Krems zeichnen Ihren zukünftigen Unternehmensstandort aus. ideale Betriebsstandorte Mittel- und Osteuropa vor der Türe. Donau Ennsdorf A 1 Linz ➔ Krems A 21 IZ NÖ-Süd A 2 Wolkersdorf A5 Wien Bratislava A 4 S1 A 6 Bruck/Leitha 02742/9000-19732 ∙ wirtschaftsparks@ecoplus.at

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