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BUSINESS+LOGISTIC 6/2020

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In BUSINESS+LOGISTIC 6/2020 verschaffen wir Ihnen einen Überblick über die Situation in Wirtschaft & Logistik während der Corona-Krise. Dabei wird klar, dass nicht alle Teile der Wirtschaft in der DACH-Region gleichermaßen betroffen sind. Das Bild, das sich bietet ist sehr heterogen. Zudem sind die Transformationsprozesse, welche die Märkte jetzt erleben, zwar von der Corona-Krise befeuert, haben jedoch schon vor beinahe einem Jahrzehnt eingesetzt. Lesen Sie dazu auch das Interview mit Roland Seebacher, Geschäftsführer des Intralogistikspezialisten BITO Austria.

BUSINE$+FINANZEN

BUSINE$+FINANZEN INVESTITIONEN 18 Milliarden für die Zukunft der Industrie Die Corona-Pandemie und die daraus entstehenden wirtschaftlichen Folgen haben österreichische Unternehmen vor große Herausforderungen gestellt. Zumindest vordergründig. Bei genauerer Betrachtung stellt sich jedoch heraus, dass die Entwicklung weder homogen noch allein auf die Corona-Krise zurück zu führen ist. Darauf deutet auch hin, dass insbesondere Unternehmen aus der Industrie vielfach unbeeindruckt von der Krise in ihre Zukunft investieren. Ein Investitions-Schwerpunkt ist dabei die Digitalisierung und Automation. FOTO: ANDREAS HERSDORF / PIXELIO.DE 6/2020 10 BUSINE$+LOGISIC

BUSINE$+FINANZEN Die Corona-Krise beherrscht die Medien, insbesondere in Österreich. Zurecht, denn vor allem Tourismusbetriebe, die Gastwirtschaft, der Freizeit- und der Kulturbereich sind nahezu komplett von der Corona-Krise betroffen. Sie haben seit März 2020 mit teilweise bis zu 100 Prozent an Umsatzeinbrüchen zu kämpfen. Betroffen sind hierbei zumeist Kleinund Mittelstands-Unternehmen (KMU) und Ein-Personen-Unternehmen (EPU). Aber auch der Textilhandel steht erheblich unter Druck. Sie blieben während der Lockdowns komplett auf ihrer vorfinanzierten Ware sitzen – und finden kaum Abnehmer dafür. Die Lager sind voll und können kaum mit Herbst- und Winterware befüllt werden. Und Beratungs- und Schulungsunternehmen wissen noch immer nicht, wie sie die Verluste der letzten Monate wett machen sollen. Aus der Logistik-Branche sind es vor allem Transportunternehmen, hauptsächlich Frächter, die mit dramatischen Umsatzrückgängen zu kämpfen haben. Nichts ist fix, alles ist möglich. Selbst bei krisensicher geglaubten Globalplayern – wie etwa aus der Erdöl-Industrie – macht sich Katerstimmung breit. Sie alle spüren jetzt den Druck nachgebender Märkte. So entlässt der niederländische Ölmulti Shell in den nächsten Jahren 9.000 Mitarbeiter. Der wesentliche Grund: dauerhaft niedrige Absätze bei fossilen Brennstoffen. In dieser Branche sucht man jetzt sein Heil in alternativen Energien. Pleitewelle wird rollen Abgesehen von den Energie-Multis ist den KMU und EPU aus Tourismus, Gastronomie usw. gemein, dass sie kaum Perspektiven haben, in den nächsten Monaten nennenswert Business zu machen. Für diese Branchen ist die Krise also auch dann noch lange existenzbedrohend, wenn es einen Impfstoff gibt, so die Analysen von Wirtschaftsbeobachtern. 2021 wird ein hartes Jahr. Österreichs größter Kreditversicherungsmakler A.C.I.C. sieht daher für 2021 eine hohe Insolvenzwelle auf sämtliche Industrienationen zurollen. Allein in Österreich wird die Zahl der Insolvenzanträge um 15 Prozent steigen, so die Kreditversicherer. Ein Großteil dürfte dabei aus dem Tourismus- und Gastro-Bereich kommen. In andren Ländern wie den USA werden sogar 40 Prozent erwartet. Das ergibt sich aus der Tatsache, dass der Schuldenstand vieler Unternehmen während der Corona- Krise dramatisch gestiegen ist, wie auch der österreichische Kreditschutzverband, KSV 1860, bestätigt. Und eine Rückkehr zur „Normalität“ ist bis dato noch nicht absehbar. Gleichzeitig treten die Banken bei Überbrükkungskrediten massiv auf die Bremse, trotz Zusagen von Staaten wie z.B. Österreich, die die Haftung zu 100 Prozent dafür zu übernehmen. Kein homogenes Bild So weit, so schlecht. Trotzdem ist Österreichs Wirtschaft weit davon entfernt, in der Krise zu sein, obwohl vielfach in den Medien der Eindruck vermittelt wird. So ist vor allem Österreichs Industrie trotz etlicher Schwierigkeiten positiv für die Zukunft gestimmt. Darauf weist der jüngste Uni- Credit Bank-Austria-Einkaufsmanager-Index hin, der sich wieder über der magischen 50-Punkte-Marke bewegt (siehe auch Berichterstattung auf unserer Wissens- und Business-Plattform blogistic.net). Investitionen für 2021. Gleichzeitig verhalten sich viele Unternehmen azyklisch und investieren in die Krisenzeiten hinein – trotz hoher Volatilität der Märkte und problematischer Planbarkeit der Zukunft. Das hat beispielsweise die jüngste Umfrage des internationalen Umfrageinstituts OnePoll für reichelt elektronik ergeben. Rund 1.500 Teilnehmer aus Europa, davon 125 aus Österreich, gaben dabei über ihr Investitionsverhalten für das Jahr 2021 Auskunft. Rund sieben Prozent So plant Österreichs Industrie durchschnittlich rund sieben Prozent ihres Jahresumsatzes im kommenden Jahr zu investieren. Dabei sagten sogar 95 Prozent der Befragten aus, dass sie im Vergleich zum Vorjahr mehr für Investitionen einplanen. Nur fünf Prozent fahren ihre Investitionen für 2021 zurück. Damit zeigt sich ein positiveres Bild als von vielen erwartet. Im Vergleich zu deutschen Unternehmen hat Österreich hier sogar die Nase vorn: In Deutschland gaben nur 71 Prozent an, dass mehr Budget für Investitionen geplant ist als in diesem Jahr. BUSINE$+LOGISIC 11 6/2020

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