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BUSINESS LOGISTIC 6-2019

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In dieser Ausgabe ist der Fachkräftemangel ein zentrales Thema. Ein weiterer Themenschwerpunkt ist die digitale Transformation und welche Herausforderungen dabei auf sämtliche Unternehmen warten. Wir zeigen Lösungsvorschläge auf, wie man die digitale Transformation richtig einleitet. Und ein dritter Artikel befasst sich mit dem geplanten, neuen Teilchenbeschleuniger, der in 2030 in Betrieb gehen soll. Noch völlig ungeklärt ist, wie dafür die Logistik aufgebaut werden soll. Das Fraunhofer IML in Dortmund liefert dafür ein weltweit umspanendes Logsitikkonzept.

REGALBEDIENGERÄT

REGALBEDIENGERÄT Schlüsselinnovation der Fördertechnik Das beim Dematic-Vorläufer Demag entwickelte automatisierte Regalbediengerät (RBG) hat wichtige Türen aufgestoßen zum modernen Hochregallager. Das erste seiner Art ging 1962 bei Bertelsmann in Betrieb. Es wurde Vorbild für Generationen in der Lagertechnik Regalbediengeräte (RBG) sind heute faktisch jedem bekannt, der mit innerbetrieblichen Materialflüssen zu tun hat. Und nahezu jeder Intralogistiker hat es schon einmal irgendwo in Aktion gesehen und war fasziniert von der Dynamik, welche RBG entfalten können. Doch nach mehr als 55 Jahren, als das erste dieser Geräte in Echtbetrieb ging, wissen sehr viele nicht mehr, wer der bzw. die Erfinder dieser Innovation sind. Drei Ingenieure auf Lösungssuche Es waren Friedhelm Podswyna, Horst-Werner Ruttkamp und Werner Kühn. Sie arbeiteten in den 1950ern für Demag, ein Vorgängerunternehmen der heutigen Dematic, und setzten sich zum Ziel, die Bedienung von Regalen völlig neu zu überdenken. Was dabei heraus kam, stellte die damalige Arbeit in Lagern buchstäblich auf den Kopf und ermöglichte das deutsche Wirtschaftswunder mit. Auch damals litt die deutsche Wirtschaft unter dem Mangel an Arbeitskräften, was trotz Zuwanderung nicht in den Griff zu bekommen war. In den 1950er-Jahren bestimmten noch immer menschliche Handarbeit, Gabel- und Schubmaststapler und in Bodennähe auch Fördertechnik das Bild. Gleichzeitig mussten vor allem schwerere Teile ebenerdig gelagert werden. Folglich brauchten umfangreichere Lager noch immer viel Platz. Einer weiteren Verdichtung der Regale waren somit statische Grenzen gesetzt. An eine bedarfsgerechte Steuerung von Materialfluss und Kommissionierung war zudem kaum zu denken. Am Anfang stand der Mast Um diese Herausforderungen zu bewältigen, hatten die damaligen Ingenieure eine Idee: Sie stellten drehund fahrbare Masten in jede Regalgasse, an denen die Lastaufnahmegeräte nach oben und unten gefahren wurden. Am Anfang waren sie noch mit der Decke und mit Schienen oben am Regal verbunden. Bald aber standen, fuhren und drehten sie sich sicher auf dem Boden. Sie waren so weitaus stabiler, und wie nebenbei ließen sich jetzt viel mehr einzelne Gassen deutlich schneller, häufiger und gezielter ansteuern. TECHNIK+LÖSUNGEN glorreiche Jahre“), in Spanien als Milagro español („spanisches Wunder“) oder in Italien als Miracolo economico italiano („Italienisches Wirtschaftswunder“) genannt, brachte den Massenkonsum, der letztlich auch zur weltweiten Verteuerung von Energie, zunehmendem Platzmangel in urbanen und industriellen Zentren, steigende Löhne und wachsende Qualitätsansprüche an die Produkte führte. Der Schock kam dann 1973 während der Ölkrise. Sie läutete das Ende des Wirtschaftswunders ein. Die Wachstumsraten sanken dramatisch von zuvor vier Prozent jährlich auf 1,7 Prozent oder weniger pro Jahr. Wirksame Kosteneinsparungen und effiziente Technologien waren daher umso mehr gefragt. FOTO: DEMATIC / RS MEDIA WORLD ARCHIV Papier ist schwer Damit war nicht nur das Tor zur Automatisierung der Regalbedienung aufgestoßen, sondern der Grundstein für unzählige Entwicklungen in der Lagertechnologie gelegt. Als das erste Regalbediengerät dieser neuen Art 1962 in ein Buchklub-Lager bei Bertelsmann in Gütersloh eingebaut wurde, konnte es noch manuell von einer Kabine am Mast gesteuert werden. Es war aber auch schon automatisiert über Lochkarten-Steuerung bedienbar. Die Innovation traf den Nerv einer Zeit der verstärkten Rationalisierung. Das Ende des Wirtschaftswunders Das Wirtschaftswunder, in Frankreich als Trente Glorieuses („dreißig Zweiträgerlaufkrane an der Hallendecke führten die Lasten zwischen den Regalen. 45 Meter Hochregallager Die nachhaltige Wirkung dieser Entwicklung konnte man in den 1980er- Jahren deutlich beobachten: Überall schossen die Hochregallager wie Pilze aus dem Boden und wuchsen alsbald auf die noch heute geltende „Schallmauer“ von 45 Metern an. Es gab jedoch auch Umwege und bisweilen kurios wirkende Zwischenschritte der Entwicklung, die Wendelrutsche etwa, aber auch kurvengängige RBG, die von einer in die andere Gasse wechselten. In den 1980er- und 1990er-Jahren kamen außerdem Computer- und IT-Technologie hinzu und damit Softwaregesteuerte Lagertechnologien. Sensoren, Magnet- und Lasertechnik ermöglichten Distanzmessgeräte für viel genauere Positionierungen. Stufenlose Antriebssysteme brauchten weniger Energie, neue Lastaufnahmegeräte kamen tiefer in Regale und ermöglichten unterschiedliche Behälter und Palettensysteme. Totgesagte leben länger Obgleich nach dem Aufkommen der Shuttle-Technologien von vielen totgesagt, gelten RBG heute noch immer als ein Grundbestandteil komplexer BUSINE$+LOGISIC 35 SEPTEMBER/OKTOBER 2019

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