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BUSINESS LOGISTIC 6-2019

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In dieser Ausgabe ist der Fachkräftemangel ein zentrales Thema. Ein weiterer Themenschwerpunkt ist die digitale Transformation und welche Herausforderungen dabei auf sämtliche Unternehmen warten. Wir zeigen Lösungsvorschläge auf, wie man die digitale Transformation richtig einleitet. Und ein dritter Artikel befasst sich mit dem geplanten, neuen Teilchenbeschleuniger, der in 2030 in Betrieb gehen soll. Noch völlig ungeklärt ist, wie dafür die Logistik aufgebaut werden soll. Das Fraunhofer IML in Dortmund liefert dafür ein weltweit umspanendes Logsitikkonzept.

JOBS+BUSINE$ fungskette

JOBS+BUSINE$ fungskette zu betrachten. Die Logistik stieg durch diese Vernetzung zum integralen Bestandteil der Produktion auf. Der Bedarf an anderen Systemen, welche diese Integration unterstützen, stieg und damit auch unser Lösungsportfolio. So konnten wir von diesem Boom, der bis heute und morgen weiter anhält, partizipieren. B+L: Am Horizont der Weltwirtschaft und damit der Wirtschaft in Österreich ziehen derzeit dunkle Wolken auf. Merkt BITO Österreich davon etwa nichts? Seebacher: Nein, wir bemerken davon derzeit nichts. Die Nachfragetätigkeit nach Intralogistik-Lösungen von uns ist nach wie vor sehr stark. Allerdings ist es uns schon bewusst, dass der Abschwung auch uns irgendwann erreichen wird. Wir können uns nicht von den Märkten abkoppeln. B+L: Was ist Ihre persönliche Prognose? Seebacher: Die Rahmenbedingungen haben sich wegen wirtschaftlicher Konflikte, beispielsweise zwischen den USA und China, aber auch zwischen den USA und der EU, erheblich verändert. Wir werden daher eine mehr oder weniger große Delle im weltweiten Wirtschaftswachstum erleben. B+L: Auch bei Ihnen in der Intralogistik-Branche? Seebacher: Im Bereich der Intralogistik bin ich aus heutiger Sicht eher optimistisch für die mittelbare Zukunft, weil die Unternehmen die Wirtschaftsflaute für sich ausnützen und Investitionen in die Automation ihrer Prozesse tätigen. Sie benötigen diese Investitionen, um beispielsweise ihre Lager effizienter und dichter zu machen, oder schlicht und einfach wettbewerbsfähig zu sein. Die Entscheider in den Unternehmen haben erkannt, dass sie beispielsweise mit einer effizienten Lagerlogistik einen Teil ihres Ertrages erwirtschaften können. Sie wollen daher die Quadratmeter- und Personaleffizienz in ihren Lagern erhöhen. Und die Intralogistik-Branche, in der wir unterwegs sind, kann daran mit guten Lösungen partizipieren. B+L: Von welchen Leistungen in Lager und Produktion sprechen wir da, die effizienter werden können? Seebacher: Wir spreche beispielsweise von Kommissionierleistungen, Transportleistungen, Bereitstellungsleistungen etc. B+L: Das hört sich gut an. Dann müssen Sie und BITO Lagertechnik ja guten Mutes sein. Seebacher: Das sind wir auch. Einziger Wermutstropfen an der Sache ist jedoch, dass wir derzeit an unsere Kapazitätsgrenzen gestoßen sind. B+L: Ein Luxusproblem. Warum stellen Sie dann nicht einfach neue Leute an? Seebacher: Weil wir derzeit kaum Mitarbeiter für unsere neu geschaffenen Arbeitsplätze finden. Gerade in Oberösterreich ist der Fachkräftemarkt faktisch leergefegt. Und die potenziellen Mitarbeiter, die für uns infrage kommen, werden uns nicht selten vor der Nase von den Großen weggeschnappt. HTL-Absolventen sind schon vor ihrem Abschluss von den großen Unternehmen verpflichtet, selbiges gilt für MIT-Studenten, die nicht einmal einen Abschluss für einen Job benötigen. Da können wir als Mittelständler nur schwer mithalten. B+L: Wie rekrutieren Sie? Seebacher: Wie alle anderen auch: direkt an den Schulen und Unis, auf SEPTEMBER/OKTOBER 2019 14 Job-Messen, auf klassischem Wege usw. Aber natürlich sind wir gegenüber bekannten und klangvollen Namen wie BMW, Voest, MAN usw., die in der Region angesiedelt sind, im Nachteil. Obgleich wir einen sehr guten Namen in der Logistik-Branche haben, sind wir bei jungen Leuten und anderen Bewerbern nicht auf dem Radar. Als Mittelständler verfügen wir zudem nicht über die finanziellen Möglichkeiten eines Großkonzerns für das Recruiting. Wir matchen uns zudem mit den Zusatzbenefits der Konzerne, die sie neben der Bezahlung bieten. B+L: Was ist Ihre Unique Selling Proposition, Ihre USP, die Sie künftigen Mitarbeitern bieten? Was findet ein Mitarbeiter bei BITO Österreich? Seebacher: Die Freiheiten, die wir unseren Mitarbeitern bei der Umsetzung ihrer Projekte lassen. Wir bieten ein umfangreiches, abwechslungsreiches und spannendes Aufgabenumfeld. Das unterscheidet sich erheblich von den engen Vorgaben, die in Konzernen üblich sind. Wir gehen zudem davon aus, dass Mitarbeiter ihre Freiheiten bei uns im positiven Sinne nützen. Dabei sprechen wir das Unternehmertum unserer Mitarbeiter an, denn sie können bei der Realisierung ihrer Projekte frei entscheiden, frei einkaufen und verkaufen bis hin zur Preisgestaltung. Natürlich gibt es schon ein paar Richtlinien, an die man sich halten muss. So dürfen gewisse Größenordnungen nicht überschritten werden. Hinzu kommt ein familiäres Umfeld und flache Hierarchien, die sich zwangsläufig aus der Größe des Unternehmens ergeben. Man sieht sich täglich und ist auf Augenhöhe. Eine weitere USP ist unser Prämiensystem. Es führt dazu, dass Mitarbeiter auch am Unternehmenserfolg partizipieren können. Dabei spreche ich von bis zu eineinhalb Monatsgehältern pro Jahr. Gleichzeitig sind die Prämienziele kongruent mit den Unternehmenszielen, also nicht höher. Und natürlich bieten wir unseren Mitarbeitern, wie viele andere Unternehmen auch, mehrmonatige Erfahrungsaufenthalte beispielsweise in BITO-Niederlassungen in den USA oder Middle East. B+L: Und wie stehen Sie zum Thema Work-Life-Balance? Seebacher: Das ist für uns sehr wichtig. Wir haben daher beispielsweise eine, bei den Mitarbeitern sehr beliebte Regelung im Hinblick auf Fenstertage. Wir arbeiten alle die Zeit für die Fenstertage herein, sodass alle Mitarbeiter gleichzeitig ihren Urlaub nehmen können. In der Zeit der Fenstertage ist somit der Betrieb zur Gänze geschlossen. Das sind so Kleinigkeiten, welche aber das Arbeiten im Team sehr entspannt. B+L: Was muss denn ein Anwärter für einen Job bei BITO Lagertechnik in Österreich mitbringen? Seebacher: Eine gute Frage, denn es gibt eigentlich keine Fachkraft auf dem Markt, die etwa von einer HTL kommt oder einen Beruf gelernt hat, welche sofort eigene Projekte abwickeln könnte. Die Innendienst-, Technik- und Projektverantwortlichen, die wir suchen, gibt es nicht. Sie müssen bei uns eine Schulung durchlaufen. Aber natürlich sollte die Bewerberin oder der Bewerber möglichst eine technische Ausbildung haben. B+L: Worauf legen Sie und BITO Österreich, neben dem technischen Knowhow, besonderen Wert? Seebacher: Auf eine hervorragende Kundenorientierung. Der Kunde ist unser Partner, der bestmögliche Services bekommen soll. Das bedeutet, dass „Serviceorientiertheit“ für uns nicht nur ein Schlagwort ist, sondern unsere Mitarbeiter müssen das auch leben. Gleichzeitig müssen Mitarbeiter bei uns über Logistikwissen verfügen und auch über Statik und Stahlbau Bescheid wissen. Dieses Knowhow bekommt jeder Mitarbeiter in intensiven Schulungen oder Weiterbildungen gelernt.

Die weltweit führende Plattform der Intralogistik geprüft 18. Internationale Fachmesse für Intralogistik-Lösungen und Prozessmanagement 10. – 12. März 2020 Messe Stuttgart R. Seebacher: „Wir bieten die Vorteile eines Mittelstandsbetriebes. Bei uns bleibt der Mensch schlichtweg Mensch, mit all seinen positiven Seiten und Schwächen.“ B+L: Wie lange dauert so eine Schulung? Seebacher: Mindestens eineinhalb Jahre, bis ein neuer Mitarbeiter im Projektmanagement für uns tätig sein kann. Es dauert eben eine gewisse Zeit, bis sie diese Aufgaben für uns und unsere Kunden erfüllen können. vv INTRALOGISTIK AUS ERSTER HAND Visionen • Innovationen • Lösungen B+L: Zurück zum Fachkräftemangel: Wenn der Fachkräftemarkt in Österreich leergefegt ist, dann muss man zwangsläufig im Ausland suchen…. Seebacher: Stimmt! Wir setzen dabei bei den BITO-Niederlassungen an, bei denen wir um Fachkräfte werben, welche gerne in Österreich arbeiten wollen. Aber natürlich versuchen wir auch andere Quellen anzuzapfen. Allerdings macht es Österreich uns Unternehmern nicht leicht, Fachkräfte aus dem Ausland in Österreich anzusiedeln. B+L: Was kritisieren Sie? Seebacher: Vor allem den enormen Bürokratismus, der damit verbunden ist. Auch erhält man keine Unterstützung des Staates, Fachkräfte aus dem Ausland anzuwerben. Es ist doch so, dass der Wirtschaftsstandort Österreich den Zuzug benötigt, um auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben. Es hat also keinen Sinn, die Eintrittshürden in den österreichischen Arbeitsmarkt für Fachkräfte unnötig hoch zu halten. Da hilft auch die Rot-Weiß-Rot- Karte nichts. Zudem sollte der Mittelstand gegenüber den Großkonzernen mehr Unterstützung finden. FOTO: RS MEDIA WORLD / HELENA SCHLOBACH B+L: Welches Zuzugsmodell sollte man in diesem Zusammenhang näher betrachten? Seebacher: Kanada hat ein Zuzugsmodell, welches einerseits den Zuzug genau regelt und Bewerbern zeigt, ob sie im Land gebraucht werden oder nicht. Die kanadische Bürokratie unterstützt dann den Bewerber, sobald Kanada das OK gab, von der Einreise bis zur Wohnungssuche. Es ist eine Willkommenskultur für Menschen, die etwas können. Ein solches Modell könnte man auch für Österreich adaptieren. B+L: Vielen Dank für das tolle Gespräch. XXbito.at MACHER TREFFEN SICH JÄHRLICH IN STUTTGART Jetzt informieren und dabei sein! BUSINE$+LOGISIC 15 Tel. +49 (0)89 32391-259 www.logimat-messe.de

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