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BUSINESS LOGISTIC 6-2019

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In dieser Ausgabe ist der Fachkräftemangel ein zentrales Thema. Ein weiterer Themenschwerpunkt ist die digitale Transformation und welche Herausforderungen dabei auf sämtliche Unternehmen warten. Wir zeigen Lösungsvorschläge auf, wie man die digitale Transformation richtig einleitet. Und ein dritter Artikel befasst sich mit dem geplanten, neuen Teilchenbeschleuniger, der in 2030 in Betrieb gehen soll. Noch völlig ungeklärt ist, wie dafür die Logistik aufgebaut werden soll. Das Fraunhofer IML in Dortmund liefert dafür ein weltweit umspanendes Logsitikkonzept.

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JOBS+BUSINE$ SEPTEMBER/OKTOBER 2019 10

JOBS+BUSINE$ FOTO: RAINER STURM / PIXELIO.DE FACHKRÄFTEMANGEL Mittelstand besonders betroffen In der österreichischen Industrie beherrscht schon seit Jahren der Fachkräftemangel die Diskussion. Dabei ist die Situation vor allem für den Mittelstand mittlerweile wettbewerbsschädigend. Mittelständischen Unternehmen wie dem Intralogistik-Spezialist BITO Lagertechnik gelingt es dennoch, Fachkräfte zu rekrutieren und zu halten. Sie setzen dabei auf die Eigenverantwortung und Freiheit ihrer Mitarbeiter. Ein Bericht von CR Hans-Joachim Schlobach Industrieunternehmen, die derzeit in Österreich Facharbeiter wie etwa Elektriker, Schweißer, Monteure oder Installateure, aber auch im Bereich der Digitalisierung suchen, haben langfristig schlechte Karten. Das sind so ziemlich alle in Österreich, und ganz besonders die mittelständischen Unternehmen. Dabei geht es mittlerweile nicht mehr darum, dass vakante Stellen nur verzögert nachbesetzt werden können. Die Stellen müssen zur Gänze unbesetzt bleiben. Der Fachkräftemarkt ist leergefegt und hemmt so das Wachstum. Das bedeutet ganz konkret, dass Aufträge aufgrund des Personalmangels nicht mehr angenommen werden können. Davon sind faktisch alle Branchen betroffen, flächendeckend. Ganz besonders trifft das jedoch die Logistik-Branche. Fachkräftemangel als Wettbewerbsrisiko Somit wird die Suche nach geeignetem Personal für Österreichs Mittelstand, aber nicht nur für diesen, zum ernsthaften Wettbewerbsrisiko. Das bestätigt die Studie „Fachkräftemangel im österreichischen Mittelstand“ von EY aus dem Frühjahr 2019. EY gilt als eine der führenden Prüfungsund Beratungsorganisationen in Österreich. Für diese Studie wurden österreichweit 900 mittelständische Unternehmen mit 30 bis 2.000 Mitarbeitern befragt. Positionen bleiben unbesetzt. Die Studie macht Dramatisches in Österreichs Wirtschaft deutlich, denn sie zeigt, dass jedes vierte Unternehmen (24 Prozent) in der Produktion neu geschaffene Arbeitsplätze gänzlich unbesetzt lassen muss. Im Marketing oder Vertrieb müssen immerhin noch 14 Prozent der Unternehmen Stellen offenlassen, Positionen im Bereich IT/EDV bleiben bei 12 Prozent der Betriebe unbesetzt. Die Folgen des Mangels sind alarmierend: 69 Prozent der befragten Unternehmen sehen den Fachkräftemangel mittlerweile als Gefahr für die Entwicklung des eigenen Betriebs. Die Situation dürfte sich angesichts schrumpfender Auftragseingänge, die sich bereits abzeichnen, weiter verschärfen, denn Reserven bei Fachkräften sind wichtig, wenn der Wettbewerbsdruck steigt. Fachkräftemangel kostet Umsatz. Die EY-Studie legt zudem offen, dass der Fachkräftemangel die Unternehmen viel Umsatz kostet. Es sind genau diese Reserven, welche bei sich verändernden Marktbedingungen dringend benötigt werden. Vier von zehn Unternehmen (40 Prozent) führen lt. Studie mehr als fünf Prozent der eigenen Umsatz- bzw. Wachstumseinbußen auf den Fachkräftemangel zurück. Somit sind sie nicht in der Lage, Reserven für schwierigere Rahmenbedingungen, wie sie sich derzeit weltweit abzeichnen, aufzubauen. Darum könnte sich heute eine Krise wie im Jahr 2008 wesentlich dramatischer auswirken als damals. Fachkräftemangel bremst Zukunftsinvestitionen. Ein Grund dafür ist auch, dass der Fachkräftemangel – insbesondere im Bereich IT – nicht nur das Wachstum der Unternehmen einbremst, sondern wichtige Zukunftsinvestitionen in Richtung Digitalisierung und Industrie 4.0 verhindert. Das schränkt die Wettbewerbsfähigkeit ein, was wiederum einen Wachstum über längere Zeiträume bremst. Immerhin, jedes zehnte Mittelstandsunternehmen (12 Prozent) klagt über fehlende Fachkräfte im Bereich Digitalisierung – das sind drei Prozent mehr als im Vorjahr. Bei der Rekrutierung von Fachkräften tun sich vor allem kleine Unternehmen sichtlich schwerer als ihre großen Konkurrenten. Kleine Betriebe sind oftmals weniger bekannt, wodurch sie als Arbeitgeber weniger attraktiv wirken. Ohne geeignetes Personal können viele Unternehmen nicht so stark in Zukunftstechnologien investieren, wie sie gerne würden, so die EY-Analysten. Regionale Unterschiede. Während die Situation in den östlichen Bundesländern noch vergleichsweise gut ist, kämpfen der Westen und Süden Österreichs mit den größten Problemen. Am kritischsten ist der Fachkräftemangel momentan bei Unternehmen in Vorarlberg. Dort haben 35 Prozent „große“ und 57 Prozent „eher große“ Probleme. In Oberösterreich sind es 42 Prozent bzw. 48 Prozent und in der Steiermark 32 Prozent bzw. 56 Prozent. Am besten ist die Situation noch in Wien – allerdings klagen im bevölkerungsreichsten Bundesland immer noch 17 Prozent über „große“ und weitere 53 Prozent über „eher große“ Schwierigkeiten bei der Fachkräfterekrutierung. Bezahlt wird fast alles. Mittelständische Unternehmen, wie das im Bereich der Lager- und Kommissioniertechnik international operierende Industrieunternehmen BITO-Lagertechnik mit Niederlassung in Asten, sind also voll mit der in der Studie beschriebenen Situation konfrontiert. BITO entwickelt, fertigt und vermarktet Regal-, Behälter-, Kommissionier- und Transportsysteme und ist damit einer der wenigen Anbieter für Komplett-Lösungen der Branche. Seit seiner Gründung im Jahr 2011 expandiert BITO Österreich dabei stetig und sucht seither laufend nach Fachkräften. „Doch in den letzten Jahren ist die Situation auf dem Arbeitsmarkt dramatisch geworden. Insbesondere im Industrieland Oberösterreich ist der Fachkräftemarkt leergefegt“, sagt Roland Seebacher, Geschäftsführer BITO Lagertechnik Austria. Er sucht vor allem Personen für den Vertrieb und die IT, aber auch Elektriker, Monteure usw. R. Seebacher sieht dabei sein Unternehmen, wie viele Mittelständler auch, gleich von zwei Seiten unter Druck gesetzt: Zum einen kundenseitig, denn diese erwarten zurecht zeitgenaue Top-Leistungen für ihr Investment, zum anderen üben Großunternehmen enormen Druck auf den Arbeitsmarkt aus. Diese sind aufgrund der Situation bereit, auf nahezu sämtliche Forderungen der suchenden Fachkraft einzugehen. „Da müssen wir nicht selten schlichtweg passen“, so R. Seebacher im Gespräch mit BUSINESS+LOGISTIC. BUSINE$+LOGISIC 11 SEPTEMBER/OKTOBER 2019

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