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BUSINESS+LOGISTIC 02/2020

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Liebe Freunde von BUSINESS+LOGISTIC. Die neue Ausgabe BUSINESS+LOGISTIC 2/2020 widmet sich ganz den Auswirkungen der Corona-Krise. Wir geben einen Überblick darüber, was auf Europa als Okonomie im allgemeinen und die Ökonomien in Deutschland und Österreich im besonderen zukommt. Wir behandeln die wesentlichen Gründe, weswegen diese Krise in Europa überhaupt so dramatisch werden konnte und denen medial kaum Beachtung geschenkt wird: Die Nationalstaaterei der Regierungen und damit ihre geringe Bereitschaft zur Kollaboration. Die Logistikwirtschaft ist, ebenso wie viele andere Branchen, von den Shutdowns der Nationalstaaten hart getroffen. Dennoch sehen ihre Macher optimistisch der Zukunft entgegen. Lesen Sie in exklusiven Interviews in unserem HJS SPECIAL CORONA , wie die CEOs (vom Großkonzern bis zum KMU) in der DACH-Region mit der Krise fertig werden, welche Akzente sie setzen und wohin für sie die Reise geht. Lesen Sie aber auch, welche Knackpunkte es für sie zu bewältigen gilt. Darüber hinaus gibt es aber auch tolle Best Practise-Beispiele für den Erfindungsreichtum der Unternehmen, Lösungen für die Gesellschaft zu kreieren. Wir wünschen Ihnen viel Spaß bei der Lektüre, Ihr BUSINESS+LOGISIC-Team HaJo Schlobach (Herausgeber und Chefredakteur)

SPECIAL CORONA HENRY

SPECIAL CORONA HENRY PUHL „Das Wir-Gefühl hat sich weiter verstärkt“ H. Puhl: "Nach diesen ruhigen Tagen tut es gut, wieder Leben, Treiben und Produktivität auf dem Werksgelände zu erleben." (Foto: Still) Die KION-Group hat über Ostern für zwei Wochen die Produktion auch bei STILL in Hamburg gestoppt. Wie es dem Intralogistik-Spezialisten und Gabelstapler-OEM dabei ging, wie der Stillstand genutzt wurde und was die Zukunft bei den Hanseaten bringen wird, darüber sprach Henry Puhl, Vorstands-Chef von Still, mit Chefredakteur HaJo Schlobach B+L: Wie geht es Ihnen? KION hat ja die Produktion aller Standorte in Europa gestoppt. Wie haben Sie die Shutdowns in der Wirtschaft persönlich erlebt? H. Puhl: Zunächst einmal freue ich mich, dass die Werke der KION Marken und unsere Komponentenwerke nach der Produktionspause über Ostern ihren Betrieb wie geplant wieder aufgenommen haben. In Hamburg ist die Produktion am 20. April wieder angelaufen und auch die Werke im italienischen Luzzara sowie im französischen Châtellerault produzieren wieder. Ich war auch während der Produktionspause täglich in meinem Hamburger Büro und nach diesen ruhigen Tagen tut es gut, wieder Leben, Treiben und Produktivität auf dem Werksgelände zu erleben. B+L: Wie haben Sie, wie hat Still in Hamburg den Stillstand genutzt? H. Puhl: Wir haben die Werksruhe genutzt, um drei für uns wesentliche Aspekte anzugehen. Zum einen haben wir einen neuen Arbeitsschutzstandard umgesetzt, der über die kürzlich vom deutschen Bundesarbeitsministerium veröffentlichten Regelungen hinausgeht. Das reicht von Bodenmarkierungen und Aufklebern, die es erleichtern den Sicherheitsabstand von 1,5 Metern einzuhalten, bis hin zu baulichen Maßnahmen, wie dem Einziehen zusätzlicher Leichtbauwände, um die Arbeitsumgebung noch besser zu strukturieren. „ DA MEHR UND MEHR LIEFERANTEN IHRE PRODUKTION EBENFALLS WIEDER GESTARTET HABEN, HAT SICH DIE ZU- LETZT ANGESPANNTE MATERIALVERFÜG- BARKEIT INSGESAMT VERBESSERT. “ Henry Puhl, Vorstands-Chef bei Still Zum anderen konnten wir die Materialabdeckung in der gut zweiwöchigen Osterpause für die kommenden Wochen weiter absichern. Da mehr und mehr Lieferanten ihre Produktion ebenfalls wieder gestartet haben, hat sich die zuletzt angespannte Materialverfügbarkeit insgesamt verbessert. Darüber hinaus haben wir in dieser Zeit technische Anlagen zur Optimierung unserer Produktionsprozesse vorgezogen in Betrieb genommen. So wurden jetzt neue automatisierte Schweißanlagen eingefahren und eine neue Produktionssoftware eingeführt. JOURNAL 2/2020 32

BUSINE$+FINANZEN Bei all dem hat es mich sehr beeindruckt, wie schnell alle Beteiligten vom anfänglichen „Corona-Schock“ auf einen „Wir krempeln die Ärmel hoch“- Modus umgeschaltet haben. Da mehr und mehr Lieferanten ihre Produktion ebenfalls wieder gestartet haben, hat sich die zuletzt angespannte Materialverfügbarkeit insgesamt verbessert. B+L: Was ist Ihr Konzept mit dieser Krise umzugehen? H. Puhl: Seit nunmehr 100 Jahren lautet das zentrale Konzept von Still, die Bedürfnisse der Kunden immer und überall in den Mittelpunkt zu stellen. Ich bin überzeugt, dass genau dieses Konzept jetzt wichtiger ist denn je. Natürlich sehen die Bedürfnisse heute zum Teil anders aus als noch vor wenigen Monaten. Deshalb schauen wir ganz genau hin, wo und wie wir unsere Kunden nun bestmöglich dabei unterstützen können, ihr Geschäft am Laufen zu halten. Viele Unternehmen brauchen jetzt schnelle, flexible und kostengünstige Lösungen. Deshalb sind beispielsweise unsere Mietexperten derzeit besonders gefragt. Sie erarbeiten momentan rund um die Uhr kundenindividuelle Lösungen und sorgen dafür, dass die benötigten Fahrzeuge schnellstmöglich vor Ort sind. B+L:Inwiefern spielen dabei auch die Intralogistik-Lösungen von Still eine Rolle? H. Puhl: Unsere Intralogistiklösungen spielen während der aktuellen Pandemie eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung der öffentlichen Versorgung: Sie helfen dabei, den Grundbedarf zu sichern, die Lieferketten am Laufen zu halten und den Gesundheitssektor zu versorgen. Dies gilt auch für den Service und die Ersatzteilversorgung, die gerade in der Ausnahme-Situation höchste Bedeutung für die Kunden und damit für die gesamte Gesellschaft hat. H. Puhl: "Die Corona-Pandemie wird sowohl unsere Gesellschaft als auch unsere Wirtschaftswelt verändern. Es wird ein „weiter, aber anders“ geben. " (Foto: Still) B+L: Was stimmt Sie heute optimistisch für die Zukunft? FOTO: STILL.DE H. Puhl: Mich stimmt optimistisch, dass die Menschen gerade jetzt trotz Social-Distancing so eng zusammenrücken, sich solidarisieren und gemeinsam zum Teil sehr kreative Lösungen finden, sowohl privat als auch beruflich. Vom Enkel, der seiner Oma einen Podcast aufnimmt, damit sie sich nicht so alleine fühlt, bis hin zum von unseren Produkttrainern umgesetzten Virtual Training. Eine Kombination aus Videochat, Screensharing, Gruppenarbeiten, Chatrooms und einem Live-Kamera-Stream direkt aus der Trainingshalle am Fahrzeug. Diese virtuellen Schulungen haben bereits mit Teilnehmern aus über 10 Ländern stattgefunden. B+L: Hinterfragen Sie auch Ihre logistischen Prozesse? H. Puhl: Ja natürlich. Auch so mancher logistische Prozess wird zu hinterfragen sein. Ich kann mir beispielsweise vorstellen, dass der Lagerung von Teilen wieder eine größere Bedeutung zukommen wird. Denn bei allen Vorteilen, die eine Just-in-Time-Produktion uns bietet, erleben wir doch gerade in verschiedensten Wirtschaftszweigen, welche Auswirkungen es haben kann, wenn Teile der globalen Lieferketten ins Wanken geraten und wie schnell es zu Domino-Effekten kommt. B+L: Wird es ein “weiter so” geben? Wenn nein, wie sieht die Zukunft der Intralogistik für Sie als ein Opinion Leader in der Logistik aus? H. Puhl: Die Corona-Pandemie wird sowohl unsere Gesellschaft als auch unsere Wirtschaftswelt verändern. Es wird ein „weiter, aber anders“ geben. Jede Krise birgt Chancen. Wir haben jetzt die Chance, den Sinn vieler, über Jahrzehnte festgewachsener Verhaltensmuster auf den Prüfstand zu stellen: Wie viele Geschäftsreisen braucht es wirklich? Wo müssen wir physisch zusammenkommen und wo lassen sich Absprachen mit welchen digitalen Tools einfacher und effizienter tätigen? Wir erleben aktuell, dass sich viele Dinge auch anders als bisher lösen lassen. Dieses Wissen wird uns nach der Krise dabei helfen, viele Dinge neu und besser zu denken. B+L: Corona hat zu einer teilweise erheblichen Disruption der Wirtschaft weltweit geführt, die auch noch nicht beendet ist. Viele sehen darin aber auch eine Chance. Wo sehen Sie die Chancen für Sie persönlich? Wo liegen sie für Still? H. Puhl: Intralogistik ist ein wichtiger Faktor, der unsere Wirtschaft in Bewegung hält. Gerade jetzt, wo es darum geht, lebensnotwendige Branchen, wie beispielsweise die Lebensmittel- oder Pharmabranche am Laufen zu halten. Ist die Corona-Pandemie überstanden, wird es darum gehen, unser Wirtschaftssystem wieder in Schwung zu bringen. Auch dabei wird der Intralogistik eine Schlüsselrolle zukommen. Es ist eine große Chance für uns, unseren Teil dazu beizutragen, indem wir die aktuell gewonnenen Erfahrungen in neue Lösungen ummünzen. BUSINE$+LOGISIC 33 JOURNAL 2/2020

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