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BUSINESS+LOGISTIC 02/2020

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Liebe Freunde von BUSINESS+LOGISTIC. Die neue Ausgabe BUSINESS+LOGISTIC 2/2020 widmet sich ganz den Auswirkungen der Corona-Krise. Wir geben einen Überblick darüber, was auf Europa als Okonomie im allgemeinen und die Ökonomien in Deutschland und Österreich im besonderen zukommt. Wir behandeln die wesentlichen Gründe, weswegen diese Krise in Europa überhaupt so dramatisch werden konnte und denen medial kaum Beachtung geschenkt wird: Die Nationalstaaterei der Regierungen und damit ihre geringe Bereitschaft zur Kollaboration. Die Logistikwirtschaft ist, ebenso wie viele andere Branchen, von den Shutdowns der Nationalstaaten hart getroffen. Dennoch sehen ihre Macher optimistisch der Zukunft entgegen. Lesen Sie in exklusiven Interviews in unserem HJS SPECIAL CORONA , wie die CEOs (vom Großkonzern bis zum KMU) in der DACH-Region mit der Krise fertig werden, welche Akzente sie setzen und wohin für sie die Reise geht. Lesen Sie aber auch, welche Knackpunkte es für sie zu bewältigen gilt. Darüber hinaus gibt es aber auch tolle Best Practise-Beispiele für den Erfindungsreichtum der Unternehmen, Lösungen für die Gesellschaft zu kreieren. Wir wünschen Ihnen viel Spaß bei der Lektüre, Ihr BUSINESS+LOGISIC-Team HaJo Schlobach (Herausgeber und Chefredakteur)

SPECIAL CORONA Die

SPECIAL CORONA Die Nationalisten haben die Spaltung Europas vorangetrieben und lassen die nationalstaatliche Denke als einzige Alternative politischen Handelns erscheinen. (Petra Schmidt / www.pixelio.de) Frankreich, Spanien usw. ausbreite. Skandalös ist dabei, dass die Regierungsvertreter der Gesundheitsministerien die Hilfe aus Brüssel bei ihren Sitzungen explizit ablehnten. Diese Ablehnung führte wenige Wochen später zum europaweiten Mangel an medizinischer Ausrüstung. Der Effekt dieser Ablehnung: der Kollaps der Gesundheitssysteme in Italien, Frankreich und Spanien und ein Mehr an Coronavirus-Toten sowie Billionen Euro schwere Shutdowns in der EU. Die schweren Belastungen der Ökonomien wären somit zu einem Teil zu verhindern gewesen und die Spätfolgen der Krise wären nicht so gravierend. Viel gravierender ist jedoch, dass viel mehr Corona- Tote zu verhindern gewesen wären, hätten die EU-Gesundheitsminister das Angebot der EU-Kommission angenommen. Corona als Rechtfertigung für den Abbau der Rechtsstaatlichkeit. Damit wird aber deutlich, dass in der Corona-Krise die Regierungen der EU-Nationalstaaten mit ihrer Nationalstaaterei komplett versagt haben. Und sie versagen noch immer, denn jede Regierung in Europa, also in Österreich, Italien, Deutschland, Frankreich etc. versucht noch immer, die Krise im Alleingang zu bewältigen. Manche Regierungen, wie etwa die illiberal-nationalistische in Budapest unter Regierungschef V. Orban, missbrauchen dabei sogar die Krise, um die Demokratien in ihren Ländern auszuhebeln. Auch die Regierung Polens versucht, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit im Zuge der Krise zu unterminieren und bespielt dabei, wie Ungarn auch, fremdenfeindliche Ressentiments. Auch der österreichische Bundeskanzler steht in diesem Zusammenhang unter Kritik. Er hält die Einmahnung verfassungskonformer Gesetze und Verordnungen für „juristische Spitzfindigkeiten“ und erweckt den Eindruck, für ihn sei die Österreichische Verfassung nur eine Empfehlung für die Regierung. Das Recht soll offenbar der Politik folgen und nicht die Politik dem Recht. Überlastung der Gesundheitssysteme. Gleichzeitig überlastet jede einzelne Regierung der EU die nationalen Systeme bis zur völligen Erschöpfung - bis auf Deutschland und Österreich. Erst dann, wenn diese dem Zusammenbruch nahe sind bzw. zusammenbrechen, wie das etwa in Italien, Frankreich oder Spanien der Fall war, kommen die flehentlichen Hilferufe nach der EU und wird die Solidarität der EU-Staaten mit nationalistischer Verve eingefordert. Jede EU-Regierung entscheidet willkürlich für sich Die Hilfe der EU kommt also nur so gut, wie es die EU-Regierungen zulassen. Und die Nationalstaaten geben nur die Hilfestellung, soviel Regierungen willkürlich entscheiden, dass Hilfe gewährt werden kann. Das dürfte etwa Deutschland besser können, Griechenland, das mit einer tickenden Corona-Zeitbombe in den Flüchtlingslagern beispielsweise auf Lesbos konfrontiert ist, kann hingegen keine Hilfestellung leisten. Immerhin FOTO: PETRA SCHMIDT / PIXELIO.DE JOURNAL 2/2020 22

BUSINE$+FINANZEN „ DIE REGIERUNGEN KÖNNEN SIE SICH NICHT ALLEINE DARAUF BESCHRÄNKEN, SICH ALLEINE NUR FÜR DIE BÜRGER IHRER LÄNDER EINZUSETZEN UND LEDIGLICH SO VIEL WIE MÖGLICH AUS INTERNATIONALEN ALLIANZEN HERAUS ZU HOLEN. “ Kollaboration: Corona ist somit der Offenbarungseid der Nationalstaaterei und der Nationalisten. Das Virus zeigt das Totalversagen derselben. (Foto: Lucie Gerhardt / www.pixelio.de) fliegen Deutschland oder Österreich mittlerweile Intensivpatienten aus Frankreich und Italien ein, um die kollabierten Systeme der europäischen Nachbarländer zu entlasten. Aber dennoch: die Hilfe kommt nicht im benötigten Maße, für niemanden. Das fordert letztendlich weiter unnötig Menschenleben. FOTO: LUCIE GERHARDT / PIXELIO.DE Enttäuschung macht für Diktaturen empfänglich. Der italienische Regierungschef Guiseppe Conte und Italien sind somit zurecht enttäuscht von der europäischen Solidarität. G. Conte übersieht dabei jedoch, dass alle anderen Regierungen in der EU genauso handeln wie er und seine Regierung: egozentrisch und nationalistisch. Vor diesem Hintergrund konnte sich dann der russische Diktator W. Putin vor den Italienern als „Retter“ präsentieren, der die Krise voll im Griff hat. Geliefert hat er unter anderem eine ABC-Militäreinheit. Dass diese für die Bewältigung der akuten Probleme des italienischen Gesundheitssystems unbrauchbares Zeugs mitschleppte wie etwa ein Dekontaminierungsgerät für Panzer und schweres Gerät auf der Basis einer MiG-Düse, spielt dabei keine Rolle. Was zählt, ist der Propagandaeffekt. Selbiges gilt für Xi Jinping oder die Chunta auf Kuba. Das nationalstaatliche Vorgehen führt somit auch zu einem demokratiepolitischen Problem. Der Ruf nach dem „starken Mann“ wird auch in Europa immer lauter und wird von Diktatoren wie W. Putin oder Xi Jinping gerne bedient. Mittlerweile bricht allerdings das russische Gesundheitssystem zusammen, sterben die Patienten in sehr großer Zahl und legen den schlechten Zustand des russischen Gesundheitssystems klaffend offen. Nicht fragen, was die EU für die einzelnen Nationen tun kann Den Gründervätern der EU schwebte ein Europa der Vaterländer und nicht der Nationen vor. Sie verwendeten bewusst den patriotischen Terminus „Vaterländer“, weil dieser einerseits neutral ist und andererseits historisch nicht vorbelastet war. Zudem liefert der Begriff „Nation“ die Steilvorlage für jede Form des Nationalismus und ihren Folgen, bis hin zum Holocaust. Deswegen steht die Frage von Anfang an im Zentrum der Gemeinschaft, was die Vaterländer für Europa tun können für ein gedeihliches Zusammenleben der Völker. Zu keinem Zeitpunkt beschäftigte „ DER EUROPÄISCHE GEDANKE HAT DERZEIT KEINERLEI KONJUNKTUR. WAS ALLEINE ZÄHLT, IST DER EIGENE STAAT, DAS NATIONALE GESUNDHEITSSYSTEM, DAS NATIONALE SOZIALSYSTEM UND DER NATIONALE SCHREBERGARTEN. “ die Gründerväter, was sie aus dem Europa der Vaterländer, heute der „Regionen“, für ihre Nation herausholen könnten. Die Gemeinsamkeiten und die Beseitigung von Trennendem durch Integration sind der Gewinn. Das Ziel ist die Bekämpfung des Nationalismus, Friede, die unantastbare Menschenwürde, Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit in einem geeinten Europa. Das hat die EU zur prosperierenden und wohlhabendsten Region der Welt gemacht, nicht die Nationalstaaterei und schon gar nicht irgendwelche Ausformungen des Nationalismus. Einzellösungen führen ins Nichts. Wohin die Abkehr vom Weg der Gründerväter führt, zeigt sich heute sehr deutlich bei der Bekämpfung von COVID 19 und der Bewältigung der Krise. Rom, Paris, Madrid und anderen Hauptstädten fiel es bis heute zu keinem Zeitpunkt der Pandemie ein, eine internationale oder gar europäische Initiative zu ergreifen. Im Gegenteil: Italien lehnte die Hilfe Europas zunächst sogar ab und präferiert eher bilaterale Lösungen, welche vor allem die Netto-Einzahler der EU belasten. Auch die Regierung in Österreich sucht lediglich bilaterale Lösungen, wie etwa die Öffnung der Grenzen zwischen Deutschland und Österreich für deutsche Urlauber. Für die Ökonomie in Österreich führt dererlei bilateraler Aktionismus ins Nichts. Die zweite Welle kommt bestimmt. Genauso wenig fällt es den Regierungen der EU bis heute ein, das Potenzial der Gemeinschaft bei der Bekämpfung der Ausbreitung des Coronavirus zu nutzen, um wenigstens die zweite Pandemie-Welle, welche die meisten Virologen im Herbst für wahrscheinlich halten, rasch zu stoppen. Diese Vorgehensweise ist zwar einerseits verständlich, denn letztlich wurden die Regierungschefs und ihre Minister von ihren Parlamenten dafür eingesetzt und verpflichtet, von den Bürgern des Landes Schaden abzuwenden. Doch können sie sich andererseits nicht alleine darauf beschränken, den vollen Einsatz für die Bürger ihrer Länder zu geben und lediglich so viel wie möglich aus internationalen Allianzen heraus zu holen. Der Schutz eines Landes und seiner Bürger wird gerade in einer internationalen Krise wie die durch das BUSINE$+LOGISIC 23 JOURNAL 2/2020

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