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BINNENSCHIFF JOURNAL 5/2020

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BINNENSCHIFF JOURNAL 5/2020

BINNENSCHIFF Journal 5/2020 | S20 Die Binnenschifffahrt will mehr Tiefgang Quelle IBBS an Bayerns letztem Stück frei fließender Donau keine Staustufe geben“. Die Freude bei den Ausbaugegnern dauerte nur kurz. Schon wollten sie Seehofer mit einem nach ihm benannten König-Horst-Donauabschnitt adeln, als sie merkten, dass der alte Fuchs nur von einem Teil der besagten Strecke zwischen Straubing und Vilshofen gesprochen hat. Die sehr niedrigen Wasserstände am Pegel Pfelling sorgen dafür, dass Binnenschiffe auf der Donau nur ein Viertel der Ladung aufnehmen können. Quelle WSA Donau MDK Ausbauzustand gar nicht das Problem ist. Da hatte er zwar nicht ganz Unrecht. Zumindest gab er die Polizeiberichte richtig wieder. Dennoch fühlten sich auch die deutschen Kapitäne angegriffen und protestierten lautstark. 2008 wird entschieden – dass weitere Ausbauvarianten untersucht werden sollen. Jetzt ist auch Umweltminister Markus Söder nicht mehr von der wirtschaftlichen Relevanz überzeugt Staustufen zu bauen. 2012 sprach CSU-Landesvater Horst Seehofer bei einer Donaubereisung ein Machtwort: „Mit mir wird es 2017 wird dann ein Masterplan vorgestellt. Dann geht es ganz „rasch“. Im Juli 2020 rollen die Bagger, es beginnt der sanfte Donauausbau zwischen Straubing und Vilshofen – ohne Kraftwerke. Markus Söder, jetzt Ministerpräsident, darf die frohe Botschaft verkünden und die Umweltschützer feiern den „Sieg“ nach 46 Jahren Krieg. Ende gut, alles gut? Mitnichten! Schon im September regte sich neuer Bürgerwiderstand, weil einige Gemeinden an der Donau mit den geplanten Hochwasserschutzmaßnahmen nicht einverstanden sind. Und leider bekommt die Binnenschifffahrt jetzt auch langsam den Klimawandel zu spüren. „Die Häufung von signifikanten Niedrigwasserperioden in den letzten Jahren zeigt, dass der Klimawandel auch vor den Wasserstraßen und somit auch der Donau nicht Halt macht. Eine Entschärfung dieser Situation muss mit entsprechenden flussbaulichen Maßnahmen nun schnellstmöglich vorgenommen werden, damit die Unternehmen in der Binnenschifffahrt langfristige Planungssicherheit für ihre Transporte bekommen und die Versorgungssicherheit der Industrie durch die Binnenschifffahrt nicht gefährdet wird. Die Tatsache, dass die Pegelstände an der Donau sich nach dem extremen Niedrigwasser 2018 nun wieder ihrem Rekordtief nähern, verdeutlicht, wie dringend der Handlungsbedarf ist“, so Vizepräsident Friedrich Weigert vom Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt (BDB). Was wird die Bayerische Staatsregierung, was wird der Bund jetzt tun? Bekommen die schon aktiven Bagger einen neuen Auftrag? Beginnen neue Planungen im laufenden Ausbau? Fragen über Fragen und der von Söder gelobte „richtige Weg des sanften Donauausbaues“, könnte bald wieder überholt sein. Vielleicht wird sich die Binnenschifffahrt nach Jahrzehnten Warten und Hoffen auch damit abfinden, dass 25 Dezimeter Abladetiefe ein Traum bleiben werden. (PB)

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