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Binnenschiff Journal 4/2020

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Ferienzeit ist Zeit für Binnenschifffahrt, Wassersport, Öffentlicher Verkehr und Transport

BINNENSCHIFF

BINNENSCHIFF Journal 4/2020 | S26 Leserbrief: Wer bietet mehr? 100 Mio. Tonnen will Landesrat Schleritzko/NÖ auf der Wasserstraße Donau transportieren. Dafür wurde wieder einmal ein EU-Projekt ins Leben gerufen. „Danube-Black Sea Gaterway Region“ lautet der klingende Titel und das Land Niederösterreich rühmt sich, Initiator des seit 2017 laufenden Projektes zu sein, das mit fürstlichen Fördergeldern der EU ausgestattet ist. LESERBRIEF: PETER WERNER Quelle: Peter Werner Eigentlich ist das Projekt Ende Juni 2019 ohne sichtbaren Erfolg bereits abgelaufen, aber wie das bei geförderten Projekten so ist, „A bisserl was geht immer“. Und weil es bisher so nett war, hat sich Niederösterreich entschlossen, die Trägerschaft der Kooperationspartnerschaft bis 2022 zu verlängern und gleich selber zu übernehmen. Kost ja nix. Nur blöd, in Zeiten von Corona ist der Konferenztourismus arg eingeschränkt. Auf meine konkrete Anfrage im Land, wie man auf die 100 Mio. Tonnen konkret kommen möchte, gab es zunächst beredtes Schweigen. Aber dann erfolgte eine Aufzählung von Maßnahmen von schier galaktischen Ausmaßen. 300 Maßnahmen allein im Infrastrukturbereich. 59 Maßnahmen im Bereich rechtlicher Rahmenbedingungen, 19 notwendige Wirtschaftsentwicklungen, unzählige organisatorische Maßnahmen und Dienstleistungen und natürlich eine schöne Portion Marketingmaßnahmen. Man wundert sich, dass bei all dem Handlungsbedarf bisher überhaupt etwas auf der Donau transportiert wurde. Zum Schluss dürften die Stakeholder selber, ob der hochtrabenden Ziele, etwas ins Zweifeln geraten zu sein. Denn erreichen will man die visionären Pläne erst 2040. Da wird das schöne Projekt schon am Friedhof der erfolglosen Projekte liegen und die Initiatoren längst in der Hängematte.

Donauwelt Engelhartszell Derweil wird, wie jüngst im Zusammenhang mit dem Hafen Krems, munter mit statistischen Daten getrixt. Aber das regt eh niemand auf, weil man weiß: Traue keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast. Es ist allerdings offensichtlich, dass weder der Herr Schleritzko von dem Thema, dass er sich auf die Agenda geschrieben hat, noch seine Flüstertüte ORF, etwas versteht. Denn wenn man im Verkehr und Transport tätig sein will bzw. dessen politischer Vertreter sein will, sollte man mehr als bedrucktes Papier produzieren. Ein beliebtes Familien Ausflugsziel, die Engelhartszeller Donauwelt hat wieder geöffnet. Erreichen kann man die Erlebniswelt voraussichtlich ab 14. Juni auch mit dem neuen „Barefoot boat by Til Schweiger“ von Passau aus (www.donauschifffahrt.eu/). Das Schiff legt in Engelhartszell direkt bei der Mini-Donau an. Heuer steht das Programm unter dem Motto „Die Aliens kommen – neue Tier- und Pflanzenarten in unserer Heimat“. Zu sehen ist auch der „Gigant der Donau“, ein Hausen und natürlich der Donaustör. Wer sich weniger für seltene Fische interessiert, der kommt bestimmt im Wassererlebnis Mini-Donau bei aktiven Spielerlebnissen auf seine Rechnung. Abstand halten ist in dem weitläufigen Areal kein Problem (www.donau-welt.at). Gleiches gilt für die Berichterstattung eines öffentlich-rechtlichen Rundfunks, dessen Redakteure und Berichterstatter sich ihrer Verantwortung über Jubelberichte bewusst sein sollten. Letztlich gilt noch anzumerken, dass die Idee des Landes Niederösterreich, 100 Mio. Tonnen auf der Donau transportieren zu wollen, eigentlich nicht verkehrt, ja sogar erreichbar ist. Dazu wäre es allerdings zunächst notwendig, Fehler der Vergangenheit und deren Verursacher zu benennen. Und irgendwer muss sich dazu bekennen, die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholen zu wollen. Österreich hatte eine leistungsfähige Binnenreederei, die wurde trotz hervorragender Leistungen versenkt. Und Österreich hat viel Geld in die nasse Infrastruktur investiert. Der durchschlagende Erfolg bleibt weiterhin aus. Kein Grund also, um große Töne zu spucken und anderen zu erklären, was sie besser machen sollen. Besser ist, sich der eigenen Stärken bewusst zu werden, um internationale Vorbildwirkung zu erreichen. Stattdessen denkt der grüne Vizekanzler über die Besteuerung des Schiffsdiesels nach. Wieder ohne zu differenzieren, wird auch diese „Idee“ ein Schlag ins Wasser. Wenn man wirklich grün denkt, sollte man solche Vorschläge dann doch zumindest mit dem Koalitionspartner abstimmen. Der will ja, wie oben angemerkt, den Transport aufs Wasser verlagern. FORUM INLAND SHIPPING (FIS) Das Kompetenzforum FIS ist ein unabhängiger Zusammenschluss von Experten aus unterschiedlichen Bereichen der europäischen Binnenschifffahrt. Alle Experten haben langjährige Berufserfahrung in der europäischen Binnenschifffahrt und sind bereit, mit allen Gruppierungen zusammenzuarbeiten und ihr Fachwissen einzubringen, um die Binnenschifffahrt nachhaltig zu stärken. Ansprechpartner für FIS sind insbesondere Interessensvertretungen, die Juristerei, Politik und Medien, die sich mit dem Thema Binnenschifffahrt beschäftigen. Darüber hinaus sind alle Stakeholder die sich mit Fragen zur Binnenschifffahrt beschäftigen eingeladen, die Expertise von FIS anzunehmen. Die Motivation hinter FIS ist, dass mehr Fakten, Sachkunde und Kompetenz in Diskussionen und Entscheidungen rund um die Binnenschifffahrt Platz greifen müssen. Sonntagsreden und Wohlfühlaktionen haben im Kompetenzforum jedoch keinen Platz. FORUM INLAND SHIPPING (FIS) erwartet von allen Personen die einen Kontakt mit FIS suchen, eine sachliche, völlig transparente und unpolitische Kommunikation. Ansprechpartner: Peter BAUMGARTNER Kapitän/CR Binnenschiff-Journal Tel.: 0664 2634362 E-Mail: ibbs@a1.net Peter Werner / Krems

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