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Binnenschiff Journal 3/2020

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Binnenschiff Journal 3/2020

BINNENSCHIFF

BINNENSCHIFF Journal 3/2020 | S8 80 Tage gefangen im Paradies Corona hat den Alltag aller Menschen und die Wirtschaft gehörig aus dem Gleichgewicht gebracht. Über die Verluste der Reedereien, deren Schiffe, die im Hafen liegen müssen, wurde ausgiebig berichtet. Wie aber geht es den Binnenschiffern, die auch von der Pandemie betroffen sind? REDAKTION: PETER BAUMGARTNER Wir wollen nach Hause Quelle: Heerenschip Zwei Binnenschiffer, die mit ihren kleinen Schiffen am Anfang des Jahres von den Niederlanden nach Frankreich gefahren sind, dachten zu Beginn der Reise noch nicht daran, dass es für sie diesmal anders laufen wird. Man wollte eine Ladung in Frankreich abliefern und danach gleich wieder mit dem leeren Schiff nach Hause fahren - eine Standardaufgabe. Mitte Februar, die Binnenschiffer waren bereits auf dem Heimweg, kam Corona in Form der französischen Wasserstraßenverwaltung VNF an Bord - Ende der Reise. Beide Schiffe mussten sofort am Ufer festmachen und bis zur Weiterfahrterlaubnis dort liegen bleiben. Dann verging ein Tag nach dem anderen. Keine Fahrterlaubnis, keine Informationen, keine Hoffnung. Am 50. Tag vor Anker, beschlossen die Binnenschiffer zu protestieren. Ein provisorisch angefertigtes Transparent am Schiff diente als sichtbarer Protest an die Wasserstraßenverwaltung gerichtet. „VNF NOUS VOULONS RENTRER“, stand auf dem Transparent. „Wir wollen nach Hause“. Der Hilferuf wurde sogar gehört, aber nicht vom VNF, sondern von den Medien in Frankreich und in den Niederlanden, die aber nur darüber berichten konnten. Das Leben für die beiden Binnenschiffer im französischen Paradies bei Wein und gutem Essen, dauerte noch 30 Tage. Nach 80 Tagen endlich – Anfang Mai – ab nach Hause! Man feierte den Tag mit Champagner und einer Torte im Gefängnisformat. So „gut“ haben es aber längst nicht alle Binnenschiffer getroffen. Für viele Kapitäne ist der Lockdown noch immer nicht zu Ende. Besonders hart betroffen sind die Kapitäne der Flusskreuzfahrt. Sie sind praktisch von der Winterpause nahtlos in die Corona-Pause getaumelt. Für sie könnte der Lockdown durchaus gar kein Ende nehmen, denn die Mehrzahl der Flusskreuzfahrer in Europa hat ausländische Passagiere aus Australien, USA oder anderen Ländern außerhalb Europas. Sie sind also abhängig von den Grenzöffnungen und Reisebedingungen. Wann und ob wieder

Aushalten und durchhalten Quelle: IBBS Gäste nach Europa und an Bord kommen, ist eine unbeantwortbare Frage. Einer der betroffenen Kapitäne ist Peter Werner (57), der in der Ukraine und in Österreich lebt. Eigentlich hätte er in der ersten Märzwoche wieder an Bord gehen können. Aber dann wurden alle Termine abgesagt. Seither ist der Kapitän zu Hause. Zum Glück wurde er noch nicht infiziert. Auch im familiären Umfeld gibt es nur einen schwach positiv getesteten Fall. Wie lange er noch zu Hause bleiben muss, kann niemand sagen. Auch seine Reederei ist von ausländischen Passagieren abhängig und vorerst sind für diese Saison alle Reisen abgesagt. Ökonomisch hat das für ihn und seine Familie momentan noch keine großen Auswirkungen, weil er die Kurzarbeitsregeln nützen kann. Goran Stanimirov (34), der ebenfalls Kapitän auf einem Kreuzfahrtschiff ist und in seiner Heimat Belgrad festsitzt, weiß wie alle seiner Kollegen nicht, wann er wieder an Bord gehen kann. Seine Hoffnung ist, dass es wenigstens ab September wieder Arbeit geben wird. Bis dahin gilt es für ihn sparsam mit dem verfügbaren Kapital umzugehen. Das heißt, zuerst müssen Rechnungen und Bankkredite bezahlt werden. Seine Frau und sein einjähriger Sohn profitieren derzeit wenig vom Gehalt eines Kapitäns. Zum Glück, im Unglück, gibt es in seiner Familie noch keine Infizierten. Auf die Frage, welche Änderungen er aus der Corona Erfahrung heraus im Bordbetrieb empfehlen würde, meinte Goran, dass in der Passagierschifffahrt vielleicht eine Art „Einbahnstraße“ für alle an Bord helfen könnte, damit enge Kontakte tunlichst vermieden werden. Aber auf Grund der baulichen Gegebenheiten würde das wohl ein größeres Umdenken erfordern.

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