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Binnenschiff Journal 3/2020

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Binnenschiff Journal 3/2020

BINNENSCHIFF

BINNENSCHIFF Journal 3/2020 | S22 Zwischen den Schiffen gibt es kaum noch Raum Quelle: IBBS Der friesische Hotelchecker, Hygienesachverständige und Sicherheitsexperte Ulrich Jander hält Ozon im Zusammenhang mit schlechter Luft, für eine gute Sache. Spezielle Luftreinigungsgeräte, wie sie in Hotels schon vielfach zur Anwendung kommen, können zur Luftentkeimung und Reinigung betrieben werden. Alle Experten unterscheiden zwischen modernen Frischluftanlagen und alten Dreckschleudern oder schlecht gewarteten Anlagen. Bei Umluftanlagen, bei denen die Luft mit Ventilatoren innerhalb des Raumes im Kreis transportiert wird, ist eine Viren Vertragung von Raum zu Raum grundsätzlich nicht auszuschließen. Viele angekündigte Änderungen an Bord werden ohne schiffbauliche Maßnahmen - wie das zum Beispiel Manor Marine schon gemacht hat - nur schwer durchführbar sein. Auch organisatorische Änderungen und bessere legistische Vorgaben werden notwendig werden. Die Einhaltung von Abstandsregeln, die nicht nur unter Corona wichtig sind, können in engen Gängen/Treppen etc. nicht eingehalten werden. Das wird man bei künftigen Schiffsbauten berücksichtigen und sich an alte Entwürfe erinnern müssen. Zu einer Zeit, als Bewegungsfreiheit und vor allem offene Räume an Bord noch nicht als totes Kapital verstanden wurden, hatten die Leute auch mehr natürliche Luft. Hygienebestimmungen an Bord sind ein uraltes Thema. Man wusste in der Seefahrt schon sehr früh, dass Gesundheit ohne Hygiene nicht funktioniert. In jüngerer Zeit hat man das offensichtlich vergessen, weil sich die Schifffahrt selber von ihrem ursprünglichen Zweck entfernt hat. Man spricht heute ja auch nicht mehr von einem „Kabinenschiff“, sondern von einem „schwimmenden Hotel“. Aber es gibt professionelle Angebote, die abgestimmt auf den Bordbetrieb, Verbesserungen möglich machen. Dabei hilft die langjährige Erfahrung mit dem Gewerbe Schifffahrt in allen Bereichen, wie sie beispielsweise DNV-GL (My Care oder CIP-M certification), oder Bureau Veritas (Restart your Business) vorweisen können. Auch das Marinearchitektur- und Marinetechnikunternehmen Foreship nützt beim Project Hygiea die Erfahrung im Umgang mit Schiffen. Eine kurze Umfrage unter den Schiffsbetreibern zeigt, wie unterschiedlich der Zugang zum Thema Klimaanlagen/Hygiene sein kann. Auf die Fragen, wie man bisher mit der Wartung der Klimaanlagen auf den Schiffen umgegangen ist, nach welchen Richtlinien die Wartung durchgeführt wurde und ob diesbezüglich jetzt Änderungen geplant seien, antwortet die Reederei A-ROSA, dass sie alle Schiffe mit einer Raum-Luft-Anlage bestehend aus Frischluft, Umluftkonditionierung und Abluft ausgestattet hat. In den Kabinen wird Frischluft von außen nach innen angesaugt, gefiltert und zugeführt. Jeder Bereich und jede Kabine haben ihre eigene Abluft und Frischluftzufuhr. Zusätzlich sind an den Lüftungsgeräten F7-Feinfilter verbaut, welche die Partikel zwischen 0.5-50μm herausfiltern. Über die Lüftung sind einzelne Bereiche nicht miteinander verbunden. Die Anlagen werden in einem jährlichen Zyklus einer umfangreicheren Wartung durch speziell zertifizierte Firmen unterzogen. Bei dieser technischen Untersuchung werden insbesondere die Verdichter, Wärmetauscher, Verdampfer und Armaturen geprüft. Zudem findet eine umfangreiche Reinigung der gesamten Anlage statt, es wird nach Undichtigkeiten gesucht und beschädigte Isolierungen werden ausgebessert. Die genannten Maßnahmen dienen in erster Linie der effizienten und sicheren Funktionsweise der Anlage mit einem besonderen Hauptaugenmerk auf die Themen Umweltschutz und

Energieverbrauch. Ein Austausch der Filtersysteme fand bisher regelmäßig im laufenden Betrieb durch speziell ausgebildete Crew-Mitglieder statt. Den Zyklus für die Auswechslung haben wir nun auf eine Regelmäßigkeit von ca. zwei Monaten geändert, um denen von uns selbst auferlegten Hygieneanforderungen gerecht zu werden – sagt A-ROSA. RiverAdvice, Betreiber von rund 100 Flusskreuzfahrtschiffen, möchte festhalten, dass sie alle Anlagen durch zertifizierte Betriebe und Vertragshändlern der jeweiligen Hersteller warten und instandsetzen lassen. Die eigenen Mitarbeiter werden zudem von den jeweiligen Fachfirmen geschult und ausgebildet. Die jeweiligen Wartungsintervalle ergeben sich aus den Bedienungsanleitungen der Anlagen/Installationen. Die Fachfirmen müssen einen Nachweis erbringen, dass ihr Personal für die angefragten Arbeiten geschult und ausgebildet ist. Außerdem werden die Schiffe von den Firmen auch in der Saison besucht, um die Anlagen zu warten und das jeweils anwesende Personal zu schulen. Zudem werden nach den Wartungsarbeiten Zustandsberichte von den Firmen erstellt und an uns übermittelt. Die Lüftungskanäle (auch Küche) werden ebenfalls von einer Fachfirma gereinigt, auch diese muss uns einen Abschlussbericht inklusive Fotodokumentation übergeben. UNIWORLD, die US-Reederei mit Schiffen in Europa und anderen Ländern, deklariert “All air-conditioning filters are cleaned and disinfected on each embarkation day before rooming takes place”. Da die meisten Flusskreuzfahrtschiffe mehr als 60 Passagierkabinen, zusätzlich öffentliche Räume und mehr als 25 Mannschaftskabinen haben, dürfte der dafür notwendige Zeitaufwand beträchtlich sein. Uniworld versichert aber, „es dauert nicht allzu lange eine Klimaanlage zu reinigen und gleichzeitig zu desinfizieren. Mit genügend Personal ist das absolut machbar“. CESNI (Comité Européen pour l’Élaboration de Standards dans le Domaine de Navigation Intérieure), will das aktuelle Arbeitsprogramm 2019-2021 vor dem Hintergrund der Gesundheitskrise überprüfen. Auch sollten begründete Anpassungen (einschließlich Änderungen der Prioritäten) vorgeschlagen werden, um auf die dringenden Probleme im Zusammenhang mit der Covid-19-Krise einzugehen, ohne dabei jedoch die Sicherheits- und Nachhaltigkeitsziele zu behindern. Dies entspricht ebenfalls den Forderungen der Schifferverbände EBU/ESO. In ihrer Sitzung im Juni wird die CESNI/PT-Arbeitsgruppe (technische Vorschriften) die Maßnahmen erörtern, die der Binnenschifffahrtssektor im Zusammenhang mit der Pandemie ergriffen hat. Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Frage der Klimaanlagen in einer sanitären Logik erwähnt wird, in Analogie zum maritimen Sektor. Gegenwärtig sieht ES-TRIN in Artikel 15.06 (Unterbringung) Mindestanforderungen vor, aber keine besonderen Vorschriften für Fahrgastschiffe (außer 19.06(18) für Kabinen ohne Fenster). Das (CESNI)Sekretariat kann dem Wunsch der Mitglieder der Arbeitsgruppe, zusätzliche Maßnahmen in ES-TRIN zu verabschieden, jedoch nicht vorgreifen. Womit wir bei den maßgeblichen Vorschriften bezüglich Lüftung (Klimaanlagen) und Hygiene sind. Der Europäische Standard der technischen Vorschriften für Binnenschiffe (ES-TRIN) regelt wie CESNI schon angemerkt hat im Artikel 15.06 die Mindestanforderungen bei der Unterbringung an Bord. Das Wort Hygiene kommt jedoch nur im Zusammenhang mit den hygienischen Anforderungen an Arbeitsplätzen im Schiffsinneren (Artikel 14.08) vor. Wohl deshalb, weil die Grundregel Müllentsorgung auf Flusskreuzfahrtschiffen ist eine hygienische Herausforderung für die gesamte Besatzung Quelle: IBBS

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