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LOGISTIK express Fachzeitschrift | 2019 Journal 1

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LOGISTIK express 1/2019 | S22 Forschungsinstitut für praxisnahe KI- Entwicklungen für den Einzelhandel Den abstrakten Begriff KI mit für den Handel relevanten Einsatzszenarien zu beleben, ist die Aufgabe des am Deutschen Forschungsinstitut für Künstliche Intelligenz (DFKI) angesiedelten Innovative Retail Lab (IRL). REDAKTION: DUNJA KOELWEL DUNJA KOELWEL FACHJOURNALISTIN Das im Oktober 2007 gestartete Innovative Retail Laboratory (IRL) ist ein an das Deutsche Forschungsinstitut für Künstliche Intelligenz (DFKI) angedocktes Forschungszentrum, das in einem engen Verbund mit der Globus Warenhauskette zum Thema Künstliche Intelligenz und Handel forscht, „immer mit der Aufgabe, zu sehen, welche allgemeinen Entwicklungen abzusehen sind, welche Trends sich daraus ableiten lassen und welche Innovationen für den Handel daraus möglich sind“, erklärt Dr. Gerrit Kahl, Leiter des IRL und Globus Koordination, die Ziele des Labs. In diesem Lab werden also neue Wege der Kundeninteraktion mit Produkten in einer Handelsumgebung untersucht. Darauf aufbauend werden verschiedene Typen der Interaktion und neue Schnittstellen zwischen Kunden und Handel entwickelt, also die konkreten Fragestellungen des Einkaufens von morgen. Um den Supermarkt, aber auch den Einzelhandel der Zukunft zu unterstützen, entwickelt das Lab dafür Demonstratoren, die die unterschiedlichen Anwendungsbereiche von KI im Handel bereits jetzt aufzeigen können. Die Forschungsbereiche reichen dabei vom Heimbereich der Konsumenten (intelligenter Kühlschrank, semantisches Fernsehen), der intelligenten Einkaufsintelligenz (Digitales Haushaltsbuch, schnelles Bezahlen am POS oder einem Müsli-Berater), dem Marktleiterstand (interaktive Visualisierung von Marktdaten), über mobile Applikationen (Guerilla Marketing App, KI-basierte Produktanpassung, mobiles Bezahlen oder der mobilen Produktlupe) bis hin zum Nachhaltigkeitsmanagement (instrumentierter Abfalleimer , die Nachhaltigkeitslupe) oder der Navigation im Kaufhaus (Artikel finden, intelligenter Ein- kaufswagen, Aufmerksamkeitslenkung am Regal, Intelligente Frischtheke oder intelligente Obstschräge). Branchenexperten arbeiten eng zusammen Laut Dr. Kahl ist diese Art der Forschungseinrichtung dabei einzigartig in seiner Konstellation, da es sich um eine Einrichtung mit universitärem Bezug handelt, die ein Labor in der Zusammenarbeit mit einem Händler betreibt. Kahl: „So treffen zwei Branchenexperten zusammen und können gut zusammenarbeiten.“ Der Vorteil liegt auf der Hand: Anpassungen lassen sich schnell durchführen und so das Konzept eines „Living Lab“ aufrechterhalten – im Gegensatz zu einem einmal eingerichteten Showroom. An neuen Forschungsideen mangelt es dabei den Wissenschaftlern keineswegs, denn „zum einen ist jeder Forscher auch Konsument und damit Einkäufer, dann erhalten wir Rückmeldung seitens Globus oder von den Besuchern des Labs bzw. aus der Überführung von wissenschaftlichen Ideen, etwa aus Dissertationen, in die Handelsdomäne“, erläutert Kahl. Aktuell forscht das IRL neben den Projekten Vicar (https://vicar-project.de) und Guided AL (http://guided-al.de). Bei Vicar beschäftigt sich das IRL mit der anonymisierten aber durchgängigen Erfassung der Kundenposition während des Einkaufsprozesses in einem Warenhaus. Dazu werden IP- Videokamerasysteme benutzt, bei denen einzelne Kameras die Videostreams per Netzwerk an eine zentrale Videomanagementsoftware übermitteln. Mit Hilfe automatisierter Analyseverfahren werden die Videostreams aller Kameras ausgewertet. Dabei ist der erste Schritt das Erkennen von (beweglichen) Personen im Videobild ei-

ner einzelnen Kamera. VICAR will damit dem Einzelhandel in Echtzeit exakte Informationen über die Kundenpfade in einem Kaufhaus zur Verfügung stellen, welche analytisch vorverarbeitet sind und Handlungsempfehlungen generieren oder Aktionen auslösen. Dem Einzelhandel sollen auf diese Weise exakte Informationen über Besucherströme/ Auslastung/etc. zur Verfügung gestellt werden - sowohl historischer Art als auch in Form einer aktuellen Momentaufnahme. Kunden auf der Suche nach bestimmten Produkten sollen identifiziert und freie Kaufhausmitarbeiter zur Beratung und persönlichen Hilfe zum Kunden gesendet werden. Basierend auf den Kundenwegen und der Warenverteilung, sollen personalisierte Werbung und individuelle Produktvorschläge an einzelne Kunden übermittelt werden. Bewegungsmuster potenzieller Ladendiebe sollen aber ebenfalls erkannt und gegebenenfalls das Sicherheitspersonal informiert werden. Einen sehr in die Tiefe gehenden Ansatz verfolgt das Projekt Guided AL. Ziel des Forschungsvorhabens „Guided Autonomic Locations (Guided AL)“ ist nämlich die Schaffung einer offenen, Internet basierten, standardisierten Datenaustausch- und Diensteplattform zur Realisierung neuartiger, teilweise gebäudeübergreifender und intelligenter Services im Kontext der Gebäudeautomation und den Lebensbereichen des Menschen. Hierzu wird untersucht, welche technischen Voraussetzungen notwendig sind, um auf Basis bestehender und neuer Automatisierungslösungen und Wearables gebäudeübergreifende, intelligente Dienste (Smart Services) erstellen und anbieten zu können. Neben der nötigen Plattforminfrastruktur für umfassendere Smart Service Lösungen wird auch Wert auf die leichte Realisierbarkeit kleinerer, thematisch fokussierter, intelligenter Anwendungen gelegt, die z. B. in Form von speziellen Apps auf der zu schaffenden Autonomous-Locations-Serviceplattform laufen sollen. Doch für 2019 gibt es bereits viele weitere Pläne, etwa mit dem Labor umzuziehen. Kahl: „Aktuell haben wir Fläche in der Globus Koordination angemietet. In wenigen Monaten werden wir Fläche im Markt in St. Wendel anmieten und das Labor dorthin übersiedeln. Auch dort wird das Labor nicht direkt in den Markt integriert, jedoch wird es über eine Treppe und eine Glaswand möglich sein, in das Labor zu schauen. Des Weiteren planen wir in regelmäßigen Abständen das Labor auch für die Kunden zu öffnen, um mit diesen in Kontakt zu treten und Feedback zu erhalten. In diesem Zusammenhang werden auch neue Demonstratoren umgesetzt.“ (DK) Autorin: Dunja Koelwel ist freie Journalistin in München und Leitung Content EXPO und Conferences der Ebner Media Group, die die eLogistics World Conference am 16. und 17. Juli 2019 in München ausrichtet. https://www.elogistics-world.de GERRIT KAHL LEITER DES IRL UND GLOBUS KOORDINATION

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