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LOGISTIK express Fachzeitschrift | 2018 Journal 4

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LOGISTIK express 4/2018 | S46 Mexiko: Logistikdrehscheibe zwischen Nord- und Südamerika Mexikos Automobilproduktion boomt und liegt weltweit bereits auf dem sechsten Platz. Die Wirtschaft des Landes könnte von einer besser entwickelten Infrastruktur stark profitieren. Allerdings stehen nach der Wahl des neuen Präsidenten López Obrador, trotz erklärter Erhöhung der Infrastrukturausgaben, einige wichtige Projekte auf der Schippe. REDAKTION: DIRK RUPPIK Dirk Ruppik Fachjournalist LOGISTIK express Mexiko gehört offiziell zu Nordamerika und gilt als aufstrebendes Land mit einer geografisch günstigen Lage zwischen Nordund Südamerika. In den letzten Jahren haben sich in den Vereinigten Mexikanischen Staaten zunehmend Fertigungsbetriebe insbesondere aus der Automobil- und Elektronikbranche niedergelassen. Seit der Wahl des neuen Regierungschefs Andrés Manuel López Obrador Anfang Juli 2018 (Amtsübernahme am 1. Dezember) herrscht große Hoffnung im Land. López Obrador erklärt nicht nur den Krieg gegen die Korruption und Drogenkartelle im Lande, sondern will auch die dringend benötigten Infrastrukturausgaben erhöhen und die Wirtschaft stärken. Denn laut der G20-Initiative „Global Infrastructure Hub“ klafft eine riesige Lücke von 544 Mrd. US-Dollar (470 Mrd. Euro) zwischen den Istund Sollausgaben für Infrastruktur. Für 2018 sind gemäß Weltbank rund 2,3 Prozent, für 2019 bereits 2,5 Prozent und für 2020 dann 2,7 Prozent Zuwachs für das Bruttoinlandsprodukt prognostiziert. Das Land entwickelt sich zunehmend zur Drehscheibe zwischen Nord- und Südamerika. Allerdings ist die Abhängigkeit vom US-Markt ein zweischneidiges Schwert, da u. a. 80 Prozent der mexikanischen Ölförderung von den USA abgenommen werden. Mexiko ist nach Kanada zweitwichtigster Öllieferant für die USA. Wenn die US-amerikanische Wirtschaft schwächelt, hat dies sofort negative Auswirkungen auf Mexiko. Zudem verhängte der amerikanische Präsident Donald Trump 25 Prozent Importzuschlag auf Stahl und zehn Prozent auf Aluminium aus der EU, Mexiko und Kanada. Laut der britischen „The Offshore Group“ ist Mexiko der wichtigste Fahrzeuglieferant für die USA und der viertgrößte Autoexporteur weltweit. Bei der Produktion liegt das Land auf dem sechsten Platz (China Platz 1, USA Platz 4). Die Fertigung von Automobilen und Leichtlastkraftwagen soll bis 2020 auf vier Millionen Einheiten zunehmen. Im Jahr 2017 stieg die Automobilproduktion im Lande um 16,9 Prozent gegenüber 2016, während sie in den USA um 11,5 Prozent sank. Um die Wirtschaft des Landes und den Tourismus zu fördern sowie dem Potenzial einer Logistikdrehscheibe gerecht zu werden, hatte die mexikanische Regierung das Nationale Infrastrukturprogramm (PNI 2014-2018) ins Leben gerufen. Viele der geplanten Projekte im Hafen-, Eisenbahn- und Autobahnausbau leiden jetzt unter Haushaltskürzungen. Beim „World Logistics Performance Index 2018“ der Weltbank nimmt Mexiko Platz 53 von 167 untersuchten Ländern ein. Deutschland liegt auf Platz 1, während Thailand auf Platz 34 und Chile auf Platz 40 liegen. Gegenüber 2014 (50) hat sich das Land damit sogar verschlechtert. Nationales Infrastrukturprogramm 2014/2018 Der „National Infrastructure Plan“ (PNI) fokussiert auf Ziele wie ein „Gedeihendes Mexiko“ und die Förderung der Wettbewerbsfähigkeit. Er fordert eine langfristige Vision für die Infrastrukturentwicklung basierend auf einer ausgeglichenen regionalen Entwicklung und Stadtentwicklung sowie logistischer Vernetzung. Erstmals bezieht sich das Programm auch auf die Bereiche Kommunikation und

Transport, Energie, Wasser, Gesundheit, Stadtentwicklung und Wohnungsbau sowie Tourismus zusammen. Weiterhin legt es den Schwerpunkt auf die nördliche, zentrale und Süd-Südost-Region des Landes, wobei die Süd-Südost-Region (Yucatán) aufgrund der Unterentwicklung eine spezielle Aufmerksamkeit erhält. Im Bereich Kommunikation und Transport sind folgende Ziele festgeschrieben: - Die Entwicklung Mexikos zu einer Logistikdrehscheibe mit multimodaler Transportinfrastruktur, die wettbewerbsfähige Kosten, Produktivität und soziale sowie ökonomische Entwicklung generiert. - Aufbau einer Infrastruktur, die modern, flächendeckend, beweglich, sicher, nachhaltig und frei zugänglich ist. - Entwicklung einer Kommunikationsinfrastruktur mit großer Abdeckung. Ein Gesamtinvestment von 101 Mrd. US-Dollar (89 Mrd. Euro) für insgesamt 223 Projekte ist vorgesehen. Davon fließen über die Hälfte in Straßeninfrastrukturprojekte im Wert von 26,8 Millionen Euro. 9,7 Millionen Euro fließen in Eisenbahninfrastruktur. Die Hafeninfrastruktur erhält 4,6 Millionen Euro. Im Flughafenbereich sind 20 Projekte mit einer Gesamtinvestition von 246 Millionen Euro vorgesehen. Im Programm ist nicht der geplante neue Flughafen von Mexico City enthalten. Ab 2015 gab es wegen des starken Ölpreisverfalls auch Kürzungen im Infrastrukturbereich (2015 Budgetkürzungen von 0,7 Prozent des BIP). Anfang 2018 war das Programm gemäß „Business News Americas“ nur zu 84 Prozent vollendet. Es ist unwahrscheinlich, dass das Vorhaben unter dem neuen Regierungspräsidenten López Obrador weitergeführt wird. Lkw-Transport nimmt Spitzenstellung ein Im Jahr 2017 wurden laut Kommunikationsund Verkehrsministeriums 85 Prozent der gesamten Fracht von 900 Millionen Tonnen per Lkw, zwölf Prozent mit Zügen sowie drei Prozent auf Schiffen und Flugzeugen transportiert. Gemäß dem mexikanischen Transportminister Gerardo Ruiz Esparza sollen nach dem PNI insgesamt 19 000 km an Schnell- und Stadtstraßen modernisiert und gebaut werden. 5 410 km davon werden neue Straßen sein. Insbesondere der Bau von mautfreien Straßen soll forciert werden. Allerdings ist bisher nicht klar, inwieweit sich die Sparmaßnahmen der Regierung auf die geplanten Projekte auswirken werden. Vorzeigeprojekte: Häfen Manzanillo und Veracruz Der Infrastrukturplan sieht bis 2018 beinahe eine Verdopplung der Hafenkapazitäten von 280 000 Tonnen im Jahr 2014 pro Jahr auf 500 000 Tonnen vor. Eines der wichtigsten Vorhaben ist der Ausbau des wichtigsten mexikanischen Hafens Manzanillo an der Pazifikküste im Bundesstaat Jalisco. Im November 2009 hatte der philippinische Hafenbetreiber International Container Terminal Services, Inc. (ICTSI) eine Konzession über 34 Jahre für die Entwicklung und den Betrieb des zweiten Specialized Container Terminal (SCT) des Hafen Manzanillo erhalten. Im Rahmen des Tiefwasser-Projektes werden bis 2021 1,35 Millionen TEU an Boxenkapazität hinzugefügt, sodass die Gesamtkapazität laut ICTSI bei 1,7 Millionen TEU liegen wird. Das Terminal wird ebenso Megacontainerschiffe der Tripple-E-Klasse empfangen können. Die ICTSI plant in den Mexiko City am nächsten gelegenen Hafen 250 Millionen US-Dollar (224 Millionen Euro) zu investieren. Mexikos wichtigster Umschlaghafen für Automobile mit einem Anteil von mehr als 60 Prozent am Im- und Export ist der Hafen Veracruz. Gerardo-Ruiz-Esparza Transportminister Mexikos

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