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LOGISTIK express Fachzeitschrift | 2018 Journal 4

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LOGISTIK express 4/2018 | S16 Welche Logistik-Prozesse sollten nach dem „Kaufen“-Klick ablaufen Die Welt hinter dem Online-Shop? Reibungslose logistische Abläufe gehören zu den Kernkompetenzen eines Online-Business. Schon kleinste Fehler in diesem Bereich bemerkt der Kunde direkt. Denn sowohl der Warenfluss, als auch der Informationsfluss müssen pünktlich, fehlerfrei und zuverlässig verlaufen. BEITRAG: DIRK HASCHKE Laufwegoptimiertes Kommissionieren sorgt für kurze Versandzeiten! Bestellung 1 Bestellung 2 Bestellung 1 Bestellung 2 Bestellung 3 Bestellung 3 Pickliste Lager Versandplatz & Versandstraße Dirk Haschke pixi Descartes Um dies zu gewährleisten, wählen Online-Händler anhand unterschiedlicher Kriterien, wie Artikelgröße, Bestellvolumen und Warenkorbgröße, die dazu passenden logistischen Prozesse aus, um Versandprozesse auf dem optimalen Stand und die Retourenquote gering zu halten. Gekauft! Kreditkarte gezückt oder PayPal-Button geklickt! Der Kunde hat seine Bestellung im Online-Shop getätigt. Hat der Kunde seine obligatorische Bestellbestätigungs-E-Mail erhalten, ist für ihn alles erledigt. Für den Online-Händler geht es jetzt um Schnelligkeit. In Zeiten von Same-Day-Delivery erwartet der Kunde standardmäßig, dass seine Bestellung innerhalb weniger Stunden das Lager verlässt. Zudem hat ein schneller Versand auch Einfluss auf die Höhe der Wahrscheinlichkeit, mit welcher der Kunde die Ware behält. Kommt das Paket zu spät, sinkt diese signifikant. Das Abarbeiten der Bestellungen aus dem Online-Shop kann manuell erfolgen. Hierbei werden Zahlungseingänge manuell abgeglichen, Lieferscheine ausgedruckt und anhand dieser die Bestellungen kommissioniert. Das führt zu langen Prüfprozessen und kostspieligen Laufzeiten im Lager. Doch was passiert, wenn mehr und mehr Bestellungen eingehen oder ein sogenannter Bestell-Peak vor der Tür steht? Ab einem Aufkommen von etwa 30 Bestellungen am Tag lohnt sich der Blick über den manuellen Tellerrand auf ein intelligentes Warenwirtschafts- oder Lagerverwaltungs-

system, das Aufträge automatisiert zusammenfasst und Mitarbeiter laufwegoptimiert durch das Lager führt. Zudem wird die Verfügbarkeit der Artikel im Online-Shop in Echtzeit angepasst, so dass es nicht zu Überverkäufen kommen kann. Damit die Bestellungen schnellstmöglich an den Mitarbeiter im Lager gehen können, werden Aufträge ohne manuelles Zutun importiert und verarbeitet. Das System prüft automatisch die eingegangenen Zahlungen und sendet diese bei Freigabe ins Lager weiter. Diese acht Prozesse sollten dank IT-Unterstützung im Lager eines Online-Händlers ablaufen: 1. Chaotische Lagerhaltung In vielen Lagern von Shopbetreibern ist das Festplatzsystem bereits durch die sogenannte Chaotische Lagerhaltung ersetzt worden. Dieses „Chaos mit System“ erfordert eine Systemunterstützung, spart jedoch Kosten in der Lagerhaltung ein. Bei diesem Verfahren ist dem Artikel kein fester Lagerplatz zugeordnet. Die Lagerplätze werden digital im Warenwirtschaftssystem/Lagerverwaltungssystem erfasst und gekennzeichnet. Das System definiert, an welchem Lagerplatz der Artikel bestmöglich gelagert werden kann. 2. Pick-Prozess Generell bedienen sich die meisten Händler der klassischen Sammelkommissionierung. Bei diesem IT-gestützten Verfahren wird eine bestimmte Anzahl an Bestellungen gemeinsam kommissioniert. Dies geschieht mittels einer laufwegoptimierten Pickliste. Hierbei werden die Artikel unterschiedlichster Bestellungen in der optimalen Reihenfolge aufgelistet, sodass jeder Lagerplatz vom Mitarbeiter mit dem Kommissionierwagen nur einmal angesteuert werden muss. Nach der Lagerentnahme werden alle Artikel per Bar-Code-Scan erfasst und mittels eines Boxensystems wieder auf die einzelnen Bestellungen aufgeteilt. Ist eine Box vollständig, werden automatisch die Versanddokumente wie Lieferschein, Retourenschein und Rechnung gedruckt. Die fertiggestellte Bestellung wird verpackt, das Versandlabel ebenfalls ausgedruckt und die Sendung an den Versanddienstleister übergeben. Das Warenwirtschaftssystem/Lagerverwaltungssystem informiert den Kunden automatisch per E-Mail über den aktuellen Status der Sendung und übermittelt eine entsprechende Tracking-ID. 3. Intelligente Spezialprozesse 1-Artikel-Bestellungen: Wird ein hoher Anteil an Bestellungen mit nur einem Artikel verzeichnet, bietet es sich an, diese Artikel gemeinsam zu kommissionieren und anschließend an den Versandplatz zu bringen. Hier wird die zweite Stufe der Kommissionierung, d. h. die Verteilung aller Artikel auf die einzelnen Bestellungen eingespart, da jede Bestellung aus nur einem Artikel besteht. Die 1-Artikel-Bestellungen können direkt verpackt und versendet werden. 4. Kommissionierung nach Profilen Die Kommissionierung nach bestimmten Eigenschaften kann auch über die 1-Artikel-Bestellungen hinausgehen. Je nach Bestellaufkommen und Volumen der Artikel kann es hilfreich sein, die Bestellungen nach speziellen Kriterien in Profilen vorzufiltern, danach zu kommissionieren und weiter zu verarbeiten. So werden Bestellungen beispielsweise nach Gewicht und Volumen getrennt, um die Nutzung ausschließlich einer Größe von Kartonagen zu ermöglichen. Auch ist es möglich, dass ein Lagermitarbeiter nur spezifische Artikel pickt, zum Beispiel die der Express-Sendungen. Spezialprozesse können sich auch ergeben, wenn ein Online-Shop personalisierte Artikel anbietet. In diesem Fall sollte die Bestellung eines zu personalisierenden Artikels aus dem normalen Versandprozess ausgegliedert werden. Nach der Veredelung trifft der Artikel wieder im Versandbereich ein und kann mit anderen Artikeln der jeweiligen Bestellung verschickt werden. EINFACH LAGERTECHNIK E-COMMERCE Vom Behälter bis zum Hochregal – von der Planung bis zur Inbetriebnahme. BITO – Ihr Partner für Lagerlösungen. www.bito.com

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