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LOGISTIK express Fachzeitschrift | 2018 Journal 3

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LOGISTIK express 3/2018 | S44 ÖBB wälzt im Güterverkehr ambitionierte Pläne Die ÖBB sind nicht nur in Österreich, sondern europaweit einer der großen Player im Bahngüterverkehr. Hierzulande hat die Rail Cargo Group (RCG) als Teilkonzern der ÖBB Holding AG einen Marktanteil von 73 Prozent. BEITRAG: REDAKTION kehr mit Container. Sowohl in Europa als auch im Trade auf der neuen Seidenstraße von Europa nach China und vice versa. Das derzeitige von RCG gefahrene Kombi-Volumen von 1,2 Mio. Tonnen will man bis 2025 verdoppeln. Mehr Volumen sollen höhere Erträge bringen und den Gewinn stimulieren. Allerdings geht die Kostenschere immer weiter auseinander und der Druck auf die Margen wird immer massiver. Kargl: „Wir müssen die Kostenentwicklung im Griff haben, was nicht heißt, dass wir rigoros sparen. Wir müssen die operativen Prozesse optimieren.“ Derzeit nimmt sich der Anteil des Intermodal-Verkehrs mit 20 Prozent am gesamten Gütervolumen von 115 Mio. t noch bescheiden aus. Die restlichen 80 Prozent sind konventionelle Massenguttransporte, mit denen die RCG ordentlich Geld macht. THOMAS KARGL Diesen hohen Anteil verdankt Thomas Kargl, Vorstandsmitglied in der RCG der starken Marktpräsenz als Gesamtlogistikdienstleister, der im Vorjahr rund 115 Mio. t Güter auf der Schiene transportierte. Und das nicht nur in Österreich, sondern in ganz Europa. Zumal die RCG in 18 Ländern Europas kräftig Flagge zeigt und in 11 Ländern mit eigenen Ressourcen produziert. Das Ziel für 2025 ist ambitioniert: „Bis dahin wollen wir das Volumen um 40 Prozent steigern“, kündigt der Manager an. Dieser Zuwachs soll international passieren und wird nicht allein organisch gelingen, sondern mit Hilfe von passenden Firmenzukäufen, Beteiligungen beispielsweise an Terminals oder Zukauf von weiteren Ressourcen zur Produktivitätssteigerung. Die große Zukunft orten die ÖBB im schienengebundenen Intermodalver- Neue Seidenstraße: Normalspur - Breitspur Gutes Geld verdienen will die RCG auf der neuen Seidenstraße zwischen China und Europa. Hier haben die heimischen Eisenbahner ganz große Pläne. Das Projekt neue Seidenstraße wurde von China vor fünf Jahren im großen Stil initiiert und sieht eine Renaissance der einstigen antiken Wege zwischen China und Europa vor. Dabei geht es um landseitige Routen von China aus über Russland sowie Kasachstan nach Europa und übers Meer – die „maritime Seidenstraße“. Verschiedene Operateure, Spediteure, Logistiker entwickeln rege Tätigkeiten entlang der neuen Seidenstraße, zumal in der globalen Wirtschaft der Transport von Gütern über den Landweg schneller geht als mit dem Schiff in 30 Tagen von Fernost nach Europa. Bis Ende dieses Jahres will RCG 400 Ganzzüge von China nach Europa zu fahren. Traktioniert werden die Züge primär über Russland, wo-

ei hier fünf verschiedene Leitungswege in Frage kommen. Da in China die Bahn wie in Europa auf Normalspur fährt (1 435 mm) und Russland auf breiter Spur (1 520 mm) erfolgt an den Grenzen die Umladung bzw. Umspurung der Waggons. Zu 99 Prozent fahren die Züge über Weißrussland/Polen nach Europa, doch gibt es hier Engpässe, zumal umfangreiche Bauarbeiten auf der Bahninfrastruktur stattfinden und die RCG nach Alternativrouten Ausschau hält. „Wir haben gute Kontakte zu den Ukrainischen Eisenbahnen und routen die Züge über die Ukraine und Chop/Dobra Richtung Europa“, so Kargl. RCG übernimmt die Züge aus China an den Breitspurgrenzen und kümmert sich um die Traktion in enger Zusammenarbeit mit dem russischen Partner Transcontainer. Transcontainer ist ein großer Player im russischen Intermodal-Business mit 30 000 Plattformen und 70 000 eigenen Containern sowie 47 in Eigenregie betriebenen Intermodal-Terminals. Im Osten viel Neues In China gibt es nicht weniger als 30 Projekte von Regionalregierungen, die Züge mit chinesischen Exportgütern zu den Grenzen zu bringen, wobei die Züge auf chinesischer Seite von der öffentlichen Hand subventioniert werden. Über staatliche Plattformen werden verschiedene Operateure beauftragt, die Traktion der Züge bis zur Grenze durchzuführen, wo RCG mit Transcontainer auf den Plan tritt. Die Grenzübergänge werden als Konsolidierungs- und Dekonsolidierungspunkte genutzt. Hier werden die Breitspurzüge gebildet. Die Zielpunkte in Europa sind verschiedene. „Wir wollen in Europa die Ladung der Züge verteilen bzw. im Verkehr nach China die Ladung in Europa einsammeln und mit unseren eigenen Produktionskapazitäten Verkehre entwickeln?“, betont Kargl. Preislich liegt der Bahntransport zwischen Fernost und Europa zwischen Flugzeug und Schiff, wobei ein Container per Bahn von China nach Europa zu befördern rund 20 bis 30 Prozent teurer ist als per Schiff. Westliche Firmen produzieren im großen Stil in China und diese splitten die Supply Chain. Weniger zeitsensible Güter oder Produkte für die Grundversorgung der Produktion werden per Schiff transportiert, die Reise auf See nimmt fünf bis sechs Wochen in Anspruch. Für schneller drehende Güter bietet sich die Bahn als idealer Verkehrsträger an, weil die Laufzeit China-Europa mit 15 Tagen deutlich kürzer ist als auf dem Seeweg. RCG wird noch in diesem Jahr in Shanghai ein Headoffice eröffnen, wo künftig die Kommunikations-Fäden für das Operating der Züge zusammenlaufen. Bis 2022 rechnet man bei der RCG mit einem Transportvolumen von einer Mio. TEU im Handel China-Europa-China, davon will RCG ein Drittel transportieren. Die derzeit leistungsfähigste Seidenstraße ist die nördliche via Russland und Weißrussland, weil die Route weitgehend elektrifiziert und zweigleisig befahrbar ist. Die mittlere Route via Kasachstan ist noch eingleisig und hat Entwicklungspotenzial nach oben, auch wenn in Korgos in Kasachstan an der Grenze zu China eifrig moderne Terminalstrukturen hochgezogen werden. Blickt Kargl auf das Jahr 2017 zurück, so war es aus seiner Sicht eines, in dem Kapazitätsprobleme auf Schiene und Straße offensichtlich wurden. Es mangelt an Lkw-Fahrern und es zeichnet sich ein Engpass bei den Lok-Führern ab. Vor diesem Hintergrund müsse RCG die Chance nutzen und mit schnellen und hochfrequenten Zugsystemen bei der Verladerschaft punkten. Immerhin sei die RCG die zweitgrößte Bahngesellschaft in Europa was deren jährliche Tonnenkilometer-Transportleistung betrifft. Als Gesamtkonzern hat der ÖBB-Konzern im Vorjahr positive Zahlen vorgelegt und haben alle ÖBB-Teilkonzerne betriebswirtschaftlich das Jahr positiv abgeschlossen. Bei einem Umsatz von 5,5 Mrd. Euro wurde 2017 mit den 40 000 Mitarbeitern ein EBT von 176 Mio. Euro erwirtschaftet. Das waren um 10 Mio. Euro oder sechs Prozent als im Jahr zuvor. Mit dem Güterverkehr machte die RCG einen Umsatz von über 2 Mrd. Euro und das EBT sank geringfügig um zwei Mio. Euro Prozent auf 42,3 Mio. Euro. (RED)

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