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LOGISTIK express Fachzeitschrift | 2018 Journal 3

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LOGISTIK express 3/2018 | S24 E-Commerce Südostasien: Startschuss zur Expansion Die Region besitzt den weltweit am schnellsten wachsenden E-Commerce-Markt. Alibaba hat sich in den regionalen Onlinehändler Lazada und in die indonesische Handelsplattform Tokopedia eingekauft. Amazon bietet seine Prime Services in Singapur an. Auch wenn der Eintritt für weitere Internetgiganten beschränkt scheint, werden wohl noch viele Nischenplattformen entstehen. Die Entwicklung ist noch am Anfang und viele logistische Probleme sind zu lösen. REDAKTION: DIRK RUPPIK DIRK RUPPIK Südostasien ist zunehmend ein Hotspot für das E-Commerce-Geschehen. Im März dieses Jahres gab der chinesische Internet-Gigant Alibaba bekannt, dass weitere zwei Milliarden US-Dollar (1,7 Milliarden Euro) in die südostasiatische Lazada Group investiert werden und die Leitung der Top-Managerin Lucy Peng aus dem Alibaba-Konzern übergeben wird. Schon 2016 kaufte Alibaba einen Mehrheitsanteil (51 Prozent) an Lazada. Dieser liegt nun bei 83 Prozent. Das Engagement der Alibaba Group gilt als Startschuss für andere Internetunternehmen nun ebenfalls in den südostasiatischen Markt einzutreten. Jack Ma, Gründer von Alibaba, investierte im Jahr 2017 zudem 930 Millionen Euro in den indonesischen Internethändler Tokopedia. Fachkreise gehen davon aus, dass Lazada und Tokopedia als Tmall und Taobao von Südostasien positioniert werden sollen. Indonesien ist die größte Wirtschaft in Südostasien. Gemäß dem Bericht „Unlocking the 200 billion USD digital opportunity in Southeast Asia“ des Singapurer Staatsfonds Temasek und Google werden die jährlichen Ausgaben im E-Commerce-Bereich in Südostasien von 4,7 Milliarden Euro im Jahr 2015 auf 74,8 Milliarden Euro im Jahr 2025 emporschnellen. Es wird geschätzt, dass das weltweit viertgrößte Land Indonesien rund die Hälfte davon beitragen wird. Anfang 2018 hatte die Region rund 370 Millionen Internetnutzer. Bis 2020 werden es rund 480 Millionen sein. D. h. der Markt expandiert um rund vier Millionen Nutzer pro Monat (!) und ist damit weltweit der am schnellsten wachsende E-Commerce Markt. Goldrausch in Südostasien Für die chinesischen Internetgiganten Alibaba und Tencent ist die Region zum Eldorado geworden, um ihr Imperium über die chinesischen Grenzen auszudehnen. Tencent hat im südostasiatischen Markt die gleiche dreiteilige Strategie angewandt, die auch im Land der Mitte gegen die Dominanz Alibabas ins Feld geführt wurde: Anstreben der Marktführerschaft in den Bereichen Gaming, Mobile Apps und Payment. Tencent wurde zum größten Teilhaber im Singapurer Startup Sea Group (zuvor Garena), das die E-Commerce-Plattform Shopee betreibt und zudem Spielehersteller und Payment-Provider (Airpay) ist. Weitere Investments wurden u. a. in die Transport-App Go-Jek, den Internethändler JD (Thailand) und die indonesische Ticket- und Hotelbuchungs-Webseite Traveloka getätigt. Im Juli 2017 führte Amazon einen Softlaunch von Amazon Prime in Singapur durch. Der südostasiatische E-Commerce-Serviceanbieter aCommerce geht davon aus, dass Amazon in Südostasien noch heuer zumindest eine Großinvestition tätigt. Zudem soll Tencent die Führungsrolle beim mobilen Bezahlen in der Region übernehmen. „Die Firmen, die 2018 überleben, müssen eine Nische finden, da kaum noch Raum für einen weiteren breitangelegten Internethändler existiert. Einige Unternehmen werden versuchen, die risiko-

eichen Abkürzungen z. B. Über die Generierung von Wagniskapital durch Initial Coin Offerings bzw. Crowdfunding zu gehen“, erklärte aCommerce. Inkohärente Herausforderungen in der Region E-Commerce steht in Südostasien vor großen Herausforderungen. Dazu gehört der Mangel an Fachpersonal besonders an Programmierern. Zur Beseitigung müssten flächendeckend neue technologieorientierte Ausbildungsprogramme ins Leben gerufen werden. Bisher existieren auch kaum skalierbare E-Payment-Lösungen. In vielen Ländern, wie beispielweise in Thailand, besitzen die Kunden keine Scheck- bzw. Visakarten oder gar ein Konto. Dies führt zu einer hohen Rate an Cash-on-Delivery-Transaktionen und damit zu einem hohen Risiko für Online-Händler. Zudem ist das Vertrauen der Konsumenten in Online-Transaktionen gering. Die Internetgeschwindigkeiten und -abdeckungsraten sind teilweise schlecht. Die Philippinen und Indonesien besitzen das langsamste Internet in der Asien-Pazifik-Region, während Malaysia und Thailand recht moderne Technologie vorweisen. Google hat daher das Projekt „Loon“ ins Leben gerufen, in dessen Rahmen via Ballons in 18 000 km Höhe schnelles Internet übertragen werden soll. Indonesien ist eines der Pilotländer, um das Projekt zu testen. Die logistische Infrastruktur ist in den Ländern der Region teilweise schlecht. Man denke wieder an Indonesien und die Philippinen mit tausenden von Inseln sowie schlechten Straßen- und Schienen-Netzwerken. Temasek und Google glauben aber gemäß dem Bericht das Investitionen von 40 bis 50 Milliarden US-Dollar (34 bis 42 Milliarden Euro) ausreichen, damit die Region innerhalb der nächsten Dekade einen enormen Fortschritt durchläuft. Ungelöste Aufgaben auf der letzten Meile Trotz der guten Zukunftsprognosen für den Internethandel in Südostasien bereiten vor allem logistische Herausforderungen Kopfzerbrechen. Marode Infrastruktur, nicht zeitgemäße Zollverfahren und die schwierige Geografie mit sehr abgelegenen Gebieten stehen hier vorne an. In Thailand kommt noch die zweithöchste Unfallrate der Welt (nach Libyen) hinzu. Durch E-Commerce ist die Lieferung innerhalb von 24 Stunden zum neuen Standard geworden. Die logistischen Prozesse müssen darauf neu abgestimmt werden. Insbesondere die günstige Lage von Lagerhäusern und Logistikhubs ist hier von Bedeutung. In Bangkok hat sich ein Gebiet an der Schnellstraße Bang Na- LUCY PENG

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