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LOGISTIK express Fachzeitschrift | 2018 Journal 2

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LOGISTIK express 2/2018 | S16 One-Stop-Shopping auf der LogiMAT Der Logistikmarkt blüht wie nie zuvor und animiert die Kauflust großer Konzerne. Wer genauer hingeschaut hat, konnte sich Mitte März auf der Intralogistikmesse LogiMAT ein eigenes Bild von der zunehmenden Marktkonzentration machen. REDAKTION: KARIN WALTER gleich von Anfang an in den Bann der Messe zu ziehen. Zum riesigen Erfolg der Ausstellung hat dem Holländer sicherlich auch der Zeitgeist verholfen. Industrie 4.0, Digitalisierung, Automatisierung, Robotik, Künstliche Intelligenz und Internet der Dinge (IoT) gehören längst zum Standardvokabular der Intralogistikszene. Die Logistikbranche boomt wie nie zuvor und wird seit einigen Jahren zu einem immer attraktiveren Feld für Firmenübernahmen. Auch diese Entwicklung war auf der LogiMAT 2018 deutlich zu erkennen. KARIN WALTER Aufhören, wenn der Höhepunkt erreicht ist. Nicht jeder Künstler oder Spitzensportler besitzt das Gespür, den richtigen Zeitpunkt für den Rückzug aus dem Rampenlicht zu erwischen. Peter Kazander, der Macher der Erfolgsmesse LogiMAT hat genau den richtigen Zeitpunkt gewählt, um auf Wiedersehen von der großen Logistikbühne zu sagen. Denn mit über 1 500 Ausstellern, mehr als 55 000 Fachbesuchern und einer bis auf den letzten Platz ausgebuchten Ausstellungsfläche ist die LogiMAT in ihrer 16. Ausgabe Mitte März auf dem ultimativen Höhepunkt angekommen. Kazander hat einen wichtigen Anteil daran. Er hat die Messe genau am richtigen Ort platziert. Und er hat es mit seiner sympathischen Art geschafft, wichtige Player der Branche Staplerbranche in Kauflaune Ein besonders schillerndes Beispiel: Die Kion Group, die mit den Ausstellungsplattformen der Staplerhersteller Linde und Still sowie dem 2016 dazugekauften Automatisierungsspezialisten Dematic auf der Stuttgarter Messe die wohl größte Ausstellungsfläche besetzte. Kion hatte sich vor zwei Jahren zu der Übernahme entschieden, um seine Stellung als One-Stop-Shopping-Anbieter für intelligente Lieferketten- und Automatisierungslösungen auszubauen. Das Ziel: Perfekte Positionierung, um am profitablen Wachstum der durch Megatrends wie Industrie 4.0, Digitalisierung und E-Commerce getrieben wird, teilzuhaben. Der Konzern ließ sich den Deal rund 2,1 Milliarden US-Dollar kosten. Etwas kleiner, aber dennoch beachtlich groß: Die Präsenz der japanischen Toyota Industries Corporation (TICO) auf dem Stuttgarter Messegelände. Der Konzern war auf der LogiMAT in diesem Jahr nicht nur wie gewohnt mit dem Flurförderzeug-Portfolio der Konzerntochter Toyota Material Handling vertreten. Erstmals präsentierte sich auch der niederländische Logistikautomatisierer Vanderlande Industries unter japanischer Flagge. Toyota hatte das

Unternehmen 2017 aus ähnlichen Beweggründen dazugekauft, wie Kion den Automatisierungsspezialisten Dematic rund ein Jahr zuvor: Für den japanischen Konzern war die Verlockung groß, ein vergrößertes Standbein auf dem Wachstumsmarkt Logistik zu besetzen. Logistik aus einer Hand Ein ähnliches Interesse ist auch dem Hamburger Mischkonzern Körber AG zuzuschreiben, der sich dem Portfolio seiner in den vergangenen Jahren stark gewachsenen Logistiksparte auf der Stuttgarter Fachmesse gleich in zwei Hallen positionierte. Unter dem Dach von Körber Logistics arbeiten mittlerweile die Systemintegratoren Aberle und Consoveyo, die Produktlösungsanbieter Langhammer und Riantics sowie die Software-Entwickler Inconso, Aberle Software, Highjump und DM- Logic zusammen. Der Technologiekonzern hatte die Unternehmen in den vergangenen Jahren Stück für Stück dazugekauft, um seine im hessischen Bad Nauheim angesiedelte Logistiksparte breiter aufzustellen. Das Produkt- und Serviceangebot der Körber Logistics umfasst mittlerweile ein Portfolio, das von der Systemintegration über Lager-, Palettier-, Depalettier- und Fördertechnik bis hin zur Software reicht. Die wenige Tage vor Beginn der LogiMAT bekanntgegebene Minderheitsbeteiligung am Münchener Robotik-Start-up Magazino erweckt den Anschein, als wolle der Konzern seine Einkaufstour weiter fortsetzen. Automation Powerhouse Mit Swisslog präsentierte sich auf der LogiMAT ein weltweit agierender Automatisierungsspezialist, der schon im Jahr 2014 perfekt zum Produktportfolio des Augsburger Roboterbauers KUKA passte. Die Idee hinter dem Übernahme- Deal: Ein global agierendes „Automation Powerhouse“ zu werden von der Komponente – dem Roboter – über die Zelle bis hin zur vollautomatisierten Anlage. Ein Einstieg in den Wachstumsmarkt Logistik passte für den Augsburger Roboterhersteller gut ins Bild, um sich durch Diversifizierung breiter aufzustellen zu können. Auch der chinesische Haushaltswaren-Konzern Midea fand Gefallen an dem Konzept, als er sich 2017 eine Mehrheitsbeteiligung an KUKA sicherte. Klares Ziel des Übernahme-Deals: Die Robotik-Pole-Position im Reich der Mitte zu sichern. Auch Swisslog profitiert übrigens von der Zusammenarbeit mit Midea. Denn der Haushaltswarenkonzern bringt in China selbst bereits Know-how in der Logistik mit. In gemeinsamen Joint Ventures mit Gesellschaften der Midea-Gruppe lässt sich das Swisslog-Geschäft gut ergänzen. Zugang zum asiatischen Markt Der österreichische Intralogistikanbieter Knapp AG aus Hart bei Graz steht zurzeit weniger im Rampenlicht der internationalen Übernahmepokerwelle. Wer auf der Messe meinte, der Logistikautomatisierungsspezialist würde sich noch vollends eigenständig auf dem Weltmarkt bewegen, musste sich auf Nachfrage hin jedoch eines Besseren belehren lassen. Knapp kooperiert schon seit 2010 mit dem japanischen Unternehmen Daifuku Co. Ltd., Osaka, einem Anbieter von Material- Handling-Systemen. Die Beteiligung des japanischen Konzerns wurde über die Jahre hinweg von anfangs sechs auf mittlerweile sogar schon 30 Prozent erweitert. Für die Österreicher lohnt sich die Zusammenarbeit im doppelten Sinne: Sie erhalten Zugriff auf das Produktportfolio von Daifuku, auf das sie im Rahmen der Kooperation jederzeit auch bei der Umsetzung von Kundenprojekten zugreifen können. Außerdem haben sie die Möglichkeit, leichter an gute Geschäfte in Zukunftsmärkten wie Japan und China zu kommen. Bleibt die Frage, welcher Automatisierungsspezialist als nächstes ins Visier übernahmewilliger Großkonzerne gerät. SSI Schäfer, die TGW Logistics Group und Witron - allesamt Familienunternehmen - beharren darauf, ihre Eigenständigkeit in Zukunft bewahren zu wollen. LTW Intralogistics, der österreichische Anbieter von Regalbediengeräten und Fördertechnikkomponenten ist beim Seilbahnbauer Doppelmeyer in festen Händen. Aber vielleicht wird die LogiMAT 2019 zeigen, in welche Richtung sich das Karussell bewegt. (WAL)

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