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LOGISTIK express Fachzeitschrift | 2018 Journal 2

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LOGISTIK express 2/2018 | S10 könnte, war Thema der Replik von Fairtrade CEO Hartwig Kirner. "Die Blockchain ist auch abseits von Kryptowährungen mit Sicherheit ein spannender Lösungsansatz, allerdings ist in vielerlei Hinsicht noch nicht ganz klar, für welches Problem", so das erste Fazit von Kirner. "Trotzdem ist es aus unserer Sicht wichtig, die Anwendungsmöglichkeiten im Auge zu behalten, insbesondere was den Bereich der Produktrückverfolgbarkeit betrifft." Auch wenn Fairtrade das Thema DLT noch skeptisch bewertet, entwickelt die Organisation bereits erste Pilotanwendungen im Bereich Supply Chain Management. BERNHARD LINEMAYR technische Infrastruktur mittelfristig geringere Anforderungen als die vorherrschenden standardisierten Datenbanksysteme erfordert, um beispielsweise alle Bauern und Zwischenhändler einzubeziehen", bestätigte Ross King. Die in der Studie untersuchten Anwendungsfälle setzen auf sog. "Permissioned Blockchains". Bei diesen können - im Gegensatz etwa zu Bitcoin - bewusst nur bestimmte Akteure teilnehmen, wodurch der Zugang zu den Daten gezielt eingeschränkt werden kann. Das ist laut Studie auch sinnvoll, da in manchen Fällen zu viel Transparenz Mitbewerbern Wettbewerbsvorteile verschaffen könnte. Andere Entwicklungen setzen auf offene Blockchains als "Infrastruktur", um darauf aufbauend Geschäftsprozesse abzubilden, die anonym durchgeführt werden sollen. Blockchain aus entwicklungspolitischer Perspektive Welche Möglichkeiten, Potenziale die Distributed Ledger Technologie (DLT) aus einer entwicklungspolitischen Sichtweise bieten Das Problem der Schnittstelle Im Anschluss nahmen Hartwig Kirner und Ross King neben Christoph von Lattorff, Country Manager von Mercateo und Bernhard Linemayr, Head of Product Management der Wirtschaftsauskunftei CRIF, ihre Plätze auf der Bühne ein, um direkt in eine überaus spannende Podiumsdiskussion einzusteigen. Unter der Leitung von Moderator Rainer Will sprachen die Diskutanten u.a. über Smart Contracts, Kryptowährungen, Initial Coin Offerings (ICOs), die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) sowie über "Cut out the Middleman" - das Credo der Blockchain-Community. Auch die Problematik der Schnittstellen wurde thematisiert. "Natürlich kann die Blockchain das Supply- Chain-Management oder die Bonitätsbewertung verbessern. Das zentrale Problem ist jedoch die Schnittstelle zwischen der physischen und der digitalen Welt", so Bernhard Linemayr, einer der Blockchain-Experten von CRIF. So müsse etwa jeder Vorgang von einem Menschen oder einer Maschine außerhalb der Blockchain protokolliert werden, erst dann kann er in der Blockchain unveränderbar und nachvollziehbar festgehalten werden. Wenn man diesen Einheiten außerhalb der Blockchain ohnehin vertrauen könne, dann bräuchte man in vielen Fällen gar keine Blockchain. "Oft ist eine zentrale Datenbanklösung mit gemeinsamen Lese- und Schreibrechten völlig ausreichend. Denn wenn man den externen Einheiten nicht vertrauen kann, kann leider auch die Blockchain das Vertrauensproblem nicht lösen", so Linemayr.

Ähnlich äußerte sich auch Christoph von Lattorff, Country Manager von Mercateo, der Beschaffungsplattform für Geschäftskunden: "Derzeit herrscht ein riesen Hype um die Blockchain Technologie, aber Achtung: Die Blockchain ist kein Selbstläufer. Die Frage, die man sich als Unternehmen stellen sollte, ist: Welche Herausforderungen und Probleme habe ich derzeit mit dem klassischen Geschäftsmodel und kann ich diese mit der Blockchain Technologie lösen oder optimieren." Sein Fazit: "Die Blockchain Technologie ist vielversprechend und hat bestimmt großes Potential auch im Handel. Sie steht aber noch ganz am Anfang und es gibt aktuell wenig echte, erfolgreiche, praxisnahe End2End-Anwendungsfälle." Rechtssicherheit gefordert Über den Fortschritt der Standardisierungsaktivitäten im Blockchain-Umfeld berichtete u.a. Alexander Peterlik, Business Development Manager bei GS1 Austria. GS1 arbeite bereits seit einiger Zeit mit namhaften Teilnehmern aus Handel, Industrie, Logistik und IT an verschiedensten vielversprechenden Blockchain- Pilotprojekten, so Peterlik, einer der zahlreichen prominenten Besucher im Handelsverband. Ein potenzieller heimischer Blockchain-Front Runner ist das lab10 collective - "eine auf Blockchain konzentrierte Genossenschaft, die den Übergang zu einer freien, gebildeten und gerechten Gesellschaft unterstützt", wie Co-Initiator Bernhard Wladkowski erklärte. "Mit unserer Blockchain-Initiative ARTIS, die auf einem robusten Ethereum-Code basiert, einem starken Partnernetzwerk, bereits getesteten Anwendungsfällen und einer hochverfügbaren App, ermöglichen wir echte Peer-to-Peer-Transaktionen. Wir möchten, dass jeder im fairen und effizienten ARTIS- Ökosystem agieren kann", so Wladkowski. "Um das volle Potential der Blockchain und möglicher Folgetechnologien, die wie Hashgraph oder IOTA ohne Verkettung von Blöcken funktionieren, ausschöpfen zu können, braucht es für Unternehmen vor allem Steuerund Rechtssicherheit", erläuterte wiederum Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will. Der Handelsverband empfiehlt daher sogenannte "regulatory sandboxes", um junger Startups auch für die Umsetzung im Land zu halten. (RED)

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