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LOGISTIK express Fachzeitschrift | 2018 Journal 1

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LOGISTIK express 1/2018 | S50 Cargo Center Graz expandiert im großen Stil Das größte Logistikzentrum südlich der Alpen bekommt einen zweiten Intermodal-Terminal und wird ein „Hinterlandhafen“ mit Fokus auf die Adria-Häfen. BEITRAG: REDAKTION Für die räumliche Expansion stehen 95 000 m2 zur Verfügung, drei Portalkrananlagen werden im Endausbau die Gleise überspannen, gepaart mit entsprechender Infrastruktur. Der jetzige Terminalbereich Graz Süd, der von den Steiermärkischen Landesbahnen (STLB) betrieben wird, ist künftig für maritime Intermodal-Verkehre, also Kombi-Verkehre zwischen Seehäfen und dem CCG, vorgesehen. Das bedeutet, dass das CCG zu einem sogenannten „Hinterlandhafen“ im österreichischen Hinterland mit ausstrahlender Wirkung auf die umliegenden Regionen und angrenzenden Länder wandelt. Wenn Steindl von Hinterlandhafen spricht hat er die Adria- Häfen Koper und Triest vor Augen, mit denen das CCG schon jetzt intensiv geschäftlich verbunden ist und künftig noch mehr sein will. 95 000 m2 stehen der räumliche Expansion zur Verfügung. Das Cargo Center Graz (CCG) in Werndorf bei Graz/A hat Großes vor: Die Planungen für den Bau eines zweiten Intermodal-Terminals laufen auf Hochtouren. Ab 2019 wird mit dem „Terminal Graz Süd Modul II“ ein zweiter Umschlagsterminal zur Verfügung stehen, auf dem künftig kontinentale Intermodal-Verkehre, also Kombi-Verkehre innerhalb Europas abgewickelt werden, kündigt Christian Steindl, Geschäftsführer des Cargo Center Graz gegenüber LOGISTIK express an. Auf dem jetzigen Terminal Graz Süd ist Platz für den Umschlag von 200 000 TEU pro Jahr, durch die Erweiterung um das Modul II kommen weitere Kapazitäten für 250 000 TEU p. a. dazu. Viel mehr Platz also für die prognostizierten steigenden Gütervolumina. Auf dem jetzigen Terminal wird bereits rund um die Uhr gearbeitet, betont Steindl, der mit dem Modul II der verladenen Wirtschaft und potenziellen Verladern das CCG künftig noch stärker als leistungsfähige Drehscheibe schmackhaft machen will. Reeder wie beispielsweise MSC sind schon jetzt mit dem CCG eng verbunden. MSC bietet seinen Kunden einen Zug an, den „MSC Graz-Runner“ an, der derzeit zwischen dem Hafen Koper und Werndorf fährt wird und bei den Verladern regen Zuspruch findet. Wovon das Cargo Center Graz im Hinterland stark beeinflusst wird, ist die Entwicklung in den Seehäfen. Die Schiffe werden immer höher, breiter, tiefer und länger. Mit den großen Schiffen schlagen immer mehr Container gebündelt in den Häfen auf und müssen so rasch wie möglich in das Hinterland gebracht werden. Steindl: „Das stellt an uns als Hinterland-Terminal vor große Herausforderungen. Aber auch an die Operateure, die diese Mengen bewältigen müssen.“ Es handelt sich dabei um schwankende Volumina, wofür mehr Platz für den Umschlag und die Container benötigt wird. In den Häfen wird die Infrastruktur bereits für die großen Schiffe adaptiert.

In Koper beispielsweise gibt es zwei Super-Post-Panamax-Kräne, mit denen 16 000 TEU-Schiffe abgefertigt werden können. Diese Schiffsgröße ist bei weitem noch nicht das Ende der Fahnenstange. Gerade erst hat die chinesische Reederei ein 20 000-TEU- Schiff ausgeliefert bekommen und gibt es schon gewaltige Pläne für den Bau von bis zu 25 000 TEU-Schiffen. Die Häfen brauchen leistungsfähige Hinterland-Terminals, weil viele en bloc hereinkommende Container möglichst schnell ins Hinterland kommen sollen. Das geht nicht mit dem Lkw, dafür braucht es leistungsfähige Intermodal-Konzepte auf der Schiene. „Wir sehen einen Trend zugunsten des Intermodal-Verkehrs, weil schärfere Lkw-Kontrollen und die Lkw-Maut eine Verlagerung Richtung Bahn bewirken, beobachtet Steindl. Neue Zugverbindung nach Triest Zwischen Koper und dem CCG rollen derzeit 7 bis 10 Containerzüge wöchentlich. Seit Mitte Februar dieses Jahres gibt es für die verladende Wirtschaft ein neues Angebot vom Hafen Triest in das CCG. Einmal wöchentlich rollt ein Ganzzug, bei dem das CCG als neutraler Zugoperator fungiert. Mittelfristig ist eine bedarfsgerechte Erweiterung des Angebots vorgesehen. Der neue Intermodal-Service unterstützt die Bestrebungen des CCG betreffend den Aufbau von hochfrequenten Bahnshuttle-Verkehren in die Häfen der nördlichen Adria. Neutraler Zugoperator soll heißen, dass die Verlader direkt im CCG die Stellplätze auf dem Zug buchen können. Der Zug nach Triest ist für alle potenziellen Verlader offen und wird von Werndorf bis Villa Opicina vom Bahnunternehmen Adria Transport und auf danach bis Triest von Inrail traktioniert. Der neue Triest-Zug ist für Spediteure und Reeder konzipiert, die Export- und Importcontainer über Triest verladen bzw. löschen und schnell ins Hinterland transportiert wissen wollen, betont Steindl. Koper ist für das CCG ein besonders wichtiges maritimes Gateway: Über diesen Hafen werden viele Güter aus Fernost für ein großes Handelsunternehmen umgeschlagen. Die meist in Containern verladenen Waren werden dann in den genannten Ganz- zügen zum CCG gefahren. Wie sich das Containergeschäft zwischen Österreich und Koper in den vergangenen drei Jahren entwickelt hat belegen Zahlen: Bei aktuell jährlichen 200 000 TEU liegt das österreichische Gesamt-Container-Volumen via Koper, davon werden rund 60 000 TEU über die CCG-Logistik-Plattform abgewickelt. „Wir haben in den letzten drei Jahren die Exporte via Koper verdoppelt“, freut sich Steindl. Die Container kommen aus den steirischen Wirtschaftsregionen, aus dem südlichen Burgenland, aber auch aus Oberösterreich, von wo sie u. a. mit dem von Roland Spedition vermarkteten Zug von Enns in das Cargo Center Graz rollen und von hier nach Koper reexpediert werden. Weitere 60 000 österreichische TEU Exportvolumen rollen derzeit in Wagengruppen und mit dem Lkw konventionell nach Koper und werden im Seehafen gestaut. „Davon wollen wir mittelfristig zumindest 10 Prozent über unser Cargo Center ziehen, das wäre sehr erfreulich“, hofft Steindl. Weil Koper und Triest schienenseitig angefahren werden stünden die Chancen nicht schlecht, sich von diesem Exportkuchen ein schönes Stück abzuschneiden. Die Attraktivität der beiden Adria-Hafen ist im Steigen, zumal immer mehr Reeder beide anlaufen und sich die Frachtraten heute für Transporte aus Fernost zu den Adria- Häfen im Vergleich zu Europas Nordhäfen die Waage halten. Allerdings haben die Südhäfen gegenüber Europas Nordhäfen einen markanten Vorteil: Sie liegen im Süden und die Fracht ist um einige Tage früher in Österreich, als wenn die Schiffe um Europa herum zu den Häfen der Nordrange fahren und dann über mehr als tausend Kilometer nach Österreich transportiert werden müssen. (RED) Die Häfen brauchen leistungsfähige Hinterland-Terminals. Zwischen Koper und dem CCG rollen derzeit 7 bis 10 Containerzüge wöchentlich. CHRISTIAN STEINDL

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